Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Abmelden
Dieser Inhalt wird Ihnen bereitgestellt von Eimsbütteler Nachrichten

Kippa-Tag: Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt

„Wir sind froh über all den Zuspruch, den wir in den letzten ein, zwei Wochen erhalten haben“, sagte Organisator Georg H. Büsch zum Anfang der Veranstaltung. Rund 200 Teilnehmer hatten sich um 17:30 Uhr auf dem Joseph-Carlebach-Platz im Grindelviertel versammelt, um mit dem Kippa-Tag ein Zeichen gegen den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland zu setzen.

Im Anschluss folgten Grußworte von Lionel Reich von der Jüdischen Studierenden Union Deutschland, Probst Karl-Henrich Melzer von der nordkirchlichen Bischofskanzlei, Daniel Abdin vom Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V. und Shlomo Bistritzky, Landesrabbiner der jüdischen Gemeinde.

Kippa darf keine Provakation

In Bezug auf einen Angriff auf einen Kippa-Träger in Berlin vor einiger Zeit stellte Lionel Reich fest, dass es keine Provokation sein dürfe, eine Kippa in der Öffentlichkeit zu tragen. „Solange Menschen in Deutschland davon ausgehen, dass das Tragen der Kippa eine Provokation darstellt, wird es immer Antisemitismus in Deutschland geben“, sagte Reich.

In seinem Vortrag verdeutlichte Reich, dass er sich als Jude Sorgen mache, in Deutschland keine Zukunft zu haben und seine Kinder hier aufzuziehen. Von antisemitischen Deutschrap über „Jude“ als Schimpfwort auf Schulhöfen. „Diese Realität macht es Juden in Deutschland kaum möglich, in Deutschland ein normales Leben zu führen“, so Reich.

Stellung gegen Antisemitismus

Auch Karl-Henrich Melzer und Daniel Abdin sprachen sich deutlich gegen Antisemitismus aus. „Ich möchte nicht in einem Land leben, wo eine Kippa zu einem Zeichen des Protestes werden muss“, sagte Melzer. „Wir sollten das Leben genießen – so unterschiedlich wir sind“, so der Probst der norddeutschen Kirche.

Der muslimische Gastredner, Daniel Abdin, sagte: „Antisemitismus, Rassismus, Islamophobie und Extremismus sind eine Bedrohung für unseren sozialen Frieden.“ Deswegen müsse man für mehr Aufklärung und Solidarisierung sorgen und den menschenverachtenden Ideologien die Stirn bieten.

Am Ende der Veranstaltung wurde von den Hamburger Kammerspielen noch eine szenische Lesung durchgeführt. Mit dabei waren die Schauspieler Frank Roder, Anne Schieber und Dirk Hoener, die einen Auszug aus Nathan der Weise vorlasen.

Der Beitrag Kippa-Tag: Zeichen gesetzt gegen Antisemitismus erschien zuerst auf Eimsbütteler Nachrichten.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?