Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Abmelden
Dieser Inhalt wird Ihnen bereitgestellt von reeperbahn.de

Schlafsäcke gegen den Kältetod – Bürgerverein hilft

Seit Tagen hat die Kälte die Hansestadt fest im Griff. Und wie leider jedes Jahr sind schon die ersten Obdachlosen den Temperaturen zum Opfer gefallen. Insgesamt tut Hamburg zu wenig für seine Menschen auf der Platte. Selbst das erfolgreiche Berliner Modell eines Kältebusses wird in der Hansestadt nicht in Erwägung gezogen. Das Modell sieht vor, dass Sozialhelfer Obdachlose in den klirrenden Nächten ansprechen und in einem beheizten Bus in die Notunterkünfte fahren. Die hanseatische Begründung dafür, dass es dann andere Sozialhelfer seinen als die, die eh schon mit den Randständigen sprechen, ist natürlich fade. Wen kümmertes, wer einem hilft, wenn man am erfrieren ist.

Der Sankt Pauli Bürgerverein, vertreten durch den Vorstand Dieter Lohberger und Ekkehart Opitz, hat als Notfallplan diese Woche 54 Thermoschlafsäcke und 20 Isomatten an die Caritas übergeben. Möglich
wurde die Aktion durch eine Großspende des Autohaus Günther an den Verein. Dieter Lohberger hatte mit Finn Günter über die katastrophalen Zustände im Viertel gesprochen und der Inhaber hatte sofort
Unterstützung zugesagt. „Die private Hilfe kommt zu richtigen Zeit“, meinte Thorsten Eikmeier, Leiter des Caritas Verbandes. Auch auf St. Pauli liegen viele Obdachlose in den Hauseingängen und wissen nicht, ob sie morgen noch die Augen aufmachen.
Verteilt werden die Schlafsäcke, die noch bei Temperaturen um Minus 10 Grad warm halten, in den nächsten Tagen.

Bei der Übergabe in den Räumen der Caritas war auch Fotograf und Pauli-Chronist Günter Zint zugegen, der selber viele soziale Projekte unterstützt. „Dass der Staat seinen sozialen Verpflichtungen nicht
nachkommt ist ein Armutszeugnis.“ Recht hat er.

Foto: Günter Zint/Panfoto