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Anmache 2019 – #metoo und Folgen auf der Reeperbahn

Von Belästigung im Nachtleben hört man immer wieder bzw. erlebt es als Frau teilweise selbst. Die fremde Hand am Po ist ein Fakt, mit dem fast jedes weibliche Wesen irgendwann Bekanntschaft macht.

Vor allem auf St. Pauli, der Partyhochburg Hamburgs, erleben tagtäglich Frauen wie Männer durch Gesten, Sprüche und sogar mit körperlicher Bedrängung die Grenze überschreiten. Doch welche Grenze ist das?  Ist so ein Anmachspruch wie „Kannst du schwimmen?“ „Äh ja.“  „Dann kann ich dich ja ins Becken stoßen.“ nun witzig fordernd oder einfach nur unverschämt?

Seit der #MeToo-Debatte hat das Thema sexuelle Belästigung Fahrt aufgenommen und es wird in Foren darüber diskutiert, was sich laut dem neuzeitlichen Knigge gehört. Die Meinung dazu ist natürlich nicht einheitlich, denn es gibt auch zahlreiche Nachtschwärmerinnen, die sich über ein nächtliches Dickpic wirklich freuen.

Doch wo ist die Grenze,  der den harmlosen Flirt zur angsteinflößenden Annäherung werden lässt? Und wird man(n) nicht sogar durch die Clubwerbung ermuntert? Auf ihren Plakaten für Partys und über ihre Social Media Kanäle wird von den Clubs Werbung mit halbnackten schmachtenden Frauen gemacht. Dazu lotsen Lockangebote das weibliche Geschlecht kostenfrei in die Clubs, während der Mann Eintritt zahlt. Die Aussicht auf Sex bringt eben Umsatz.

„Ich gehe nicht mehr mit Rock oder Kleid feiern – das ist ja quasi eine Einladung zum Anfassen“

Viele Frauen bekommen von klein auf eingetrichtert, sich an bestimmte Verhaltensregeln zu halten: Nicht allein im Dunkeln nach Hause gehen, keine zu kurzen Röcke tragen und sich generell nicht zu aufreizend zu geben.

Selbst auf der Reeperbahn im Jahr 2019 hört man oft Sätze wie „Ich gehe nicht mehr mit Rock oder Kleid feiern – das ist ja quasi eine Einladung zum Anfassen.“
Dem balzwilligen Mann ist das eigentlich egal, aber unterbewusst lässt sich nicht leugnen, dass etwas Haut die Hormone in Fahrt bringt.

„Ist Luisa hier?“

Wem dieser menschliche Cocktail im Club zu viel wird, kann nach „Luisa rufen“. Dahinter verbirgt sich das Projekt  „Ist Luisa hier?“  Die Idee: Wenn eine Frau bedrängt wird, kann sie sich an die Mitarbeiter wenden und nach der imaginären Luisa fragen. Das geschulte Barpersonal soll dann helfen. An einem ruhigen Ort wird das weitere Vorgehen besprochen oder ein Taxi gerufen zu dem das Personal sicher geleitet.

Wie aber funktioniert nun die menschliche Annäherung 2019? Lässt sich Sympathie in Regeln gießen?  Ein guter Flirt ist wie ein Reißverschluss. Erst ein Signal, dann das nächste, wird es erwidert, geht es weiter.
Soweit das Political Correctness-Ideal. Doch seien wir ehrlich, sobald Alkohol im Spiel ist, gelten andere Spielregeln. Was eben noch ok war, gilt plötzlich nicht mehr oder zwischen all dem Süßholz bricht angefacht durch König Alkohol oft der wahre Charakter durch.
Bleibt also nur das alte Sprichwort: Wer etwas will, muss freundlich sein und respektvoll bleiben!