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Schlagermove: Hamburgs Großveranstaltungen auf dem Prüfstand

Er wird kommen, der nächste Schlagermove. Hamburgs umsatzstärkste Veranstaltung für Hotellerie und Gastronomie sowie für die Hochbahn und das Taxigewerbe. Als nun die Zeitungsente in die Welt gebracht wurde, der Schlagermove solle von St. Pauli nach Wandsbek umziehen, gab die Interessensgemeinschaft St. Pauli eine Pressemeldung heraus, dass die Veranstaltung auf Pauli bleiben solle.

Aber der Reihe nach

Was war eigentlich genau passiert? Bezirksamtsleiter Falko Droßmann, zuständig für Hamburg Mitte gab dem Abendblatt ein Video-Interview, in dem er sagte, dass die Veranstaltungsdichte in Hamburg-Mitte zeitlich entzerrt werden müsste und er sich vorstellen könne, das Großveranstaltungen auch in anderen Stadtteilen stattfinden könnten. Die IG Wandsbek unterstütze diesen Vorstoß und konnte sich auch ein Event vorstellen – Wohl aber eher ein Sportevent.
Aber sei es drum. Mit der eindeutigen Positionierung der IG St. Pauli brachen alle Dämme. Während in den Jahren eher die Gegner der erfolgreichen Großveranstaltung zu hören waren, meldeten sich nun in sozialen Netzwerken viele Befürworter zu Wort.
Nach über 20 Jahren ist der Schlagermove wohl doch beliebter als es scheint.

Und es geht heiß her im Posting-Dschungel. Viele Gastronomen geben an, dass das bunte Wochenende – Gott sei Dank – genug für die Sommermiete einspiele und gewerbliche Mieten auf Sankt Pauli sind nun mal unverschämt teuer. Andere Gastronomen machen dagegen Minus, weil sie das bunte Volk nicht im Laden haben wollen und die Stammklientel an diesem Tag fernbleibt.
Auch bei den Anwohnern gibt es Freunde und Feinde. Viele lassen sich gerne über den Move treiben, während andere fluchtartig die Stadt verlassen.
Auch die Politik sprang nun auf den Schlagerzug auf, so unterstützen die GRÜNEN eine Verlegung des Schlagermoves auch, wenn das gar nicht zur Disposition steht und verstehen sich als Seismograph der Anwohnerschaft. Mit so vielen Befürwortern haben sie aber wohl nicht gerechnet.
Unkritisch sieht den Move die Davidwache: Die Gefährdungslage ist auch nicht anders als bei vergleichbaren Veranstaltungen wie dem Hafengeburtstag.

Aber um was geht es denn konkret?

Außer der Vielzahl an Menschen ist es deren Verhalten, das aufregt. Bei größeren Veranstaltungen wird überall vermüllt und hingepinkelt.
Nun wird den Netzwerken gefragt, ob das nicht immer so ist. Beim Hafengeburtstag, beim DOM oder den Cruise Days werden die vorhandenen Mülltonnen auch gerne mal übersehen.
So gab eine Anwohnerin an, dass gerade in der Annenstraße zum DOM-Wochenende die Vermüllung gebrannter Mandeltüten sehr hoch sei. „Und das Ganze geht drei bis vier Wochen so.“
Selbst beim FC St. Pauli gibt es „Fans“, die 16 mal im Jahr ihren eigenen Stadtteil einnässen.
Aber drauf angesprochen wird dann irgendwie zwischen Eigen- und Fremdurin unterschieden.
Egal also welcher Anlass zu Grunde liegt, ab einem bestimmten Pegel oder innerem Druck verliert der Mensch die Beherrschung.

Interessant am Diskurs sind zwei Dinge. Extrem gesprochen: Die einen wollen ein biederen Stadtteil ohne große Events, denn irgendwas stört ja immer, die anderen erfreuen sich an der kulturellen Vielfalt aus Event, Sport und Kultur und nehmen die Nebengeräusche gerne in Kauf.
In einem der Posts wurde sogar ironischerweise die Verlegung der Heimspiele des FC St. Pauli nach Stellingen gefordert und die Begrünung des Spielbudenplatzes, damit Fifi eine Auslaufzone hat.

Das andere Thema ist: Sind nicht alle solche Veranstaltungen ein Anlass zum – nennen wir es höflich  – „gesellig“ sein? Für wen nun welcher Anlass der wichtigere ist, sollte jedem selber überlassen bleiben. Und über die jeweilige Qualität des Anlasses kann man immer streiten. Ach ja, und wegen des penetrant paarungswilligen Verhaltens beim Move hat sich übrigens niemand beschwert.

Zur Planung für 2019 daher hier eine kleine Liste der kommenden Veranstaltungen auf Sankt Pauli.
Viel Spaß, zum Wohl und Hossa.

  • 10. März 2019: FC St. Pauli – HSV im Millerntorstadion
  • 09. – 12. Mai 2019: Foodtruck Festival auf dem Spielbudenplatz
  • 10. – 12. Mai 2019: Hafengeburtstag
  • 18. Mai 2019: ESC mit Liveübertragungsshow auf dem Spielbudenplatz
  • 28. – 30. Juni 2019: Harley Days
  • 13. Juli 2019: Schlagermove
  • 22. – 25. August 2019: Winzerfest auf dem Spielbudenplatz
  • 19. – 22. September: Reeperbahn Festival