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„Der Goldene Handschuh“: Ich habe mich in den Kinofilm von Fatih Akin getraut!

Der Film beruht auf wahren Begebenheiten.

 
Hallo liebe Leser,
vor ein paar Tagen ist das Filmdrama von Fatih Akin über den Frauenmörder Fritz Honka und dem Hamburger Kiezmilieu der 1970er Jahre im Kino gestartet. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk und spielt in der 24 Stunden Traditionskneipe auf dem Hamburger Berg Nr. 2 in St. Pauli.

Der Serienkiller-Film, der hauptsächlich von sozialer Verwahrlosung, gestrauchelten Menschen, Sex, Besäufnissen und daraus hervorgehenden Gewaltverbrechen handelt, ist keine leichte Kost und erhielt in Deutschland die FSK ab 18 Jahren. Die Gewaltszenen passieren zwar meistens außerhalb der Kamera, doch Blut gibt es trotzdem genügend. Ist es doch Akins erster Ausflug ins Horrorgenre.

Ich habe mich gestern im Hellen ins Kino getraut und mir den Goldenen Handschuh, der vorwiegend aus der Täterperspektive gedreht wurde, angesehen. Anstelle von Angst stellte sich bei mir eher ein Ekel- und ungutes Gefühl in der Magengegend ein. Mehr dazu erfahrt ihr hier …  

HEIDI VOM LANDE, Blog, Bloggerin, Hamburg

Der Goldene Handschuh (Film) von Fatih Akin.

Der Schauplatz in Hamburg ist die sogenannte Gardinenkneipe „Zum Goldenen Handschuh“ auf St. Pauli , die 1962 vom Profiboxer Herbert Nürnberg gegründet wurde. Hier tummelten sich Schauerleute, Hafenarbeiter, ausgediente Prostituierte und gestrandete Trinker. Heutzutage betreiben die Enkel des Boxers die Kneipe weiter. Gegenüber befindet sich der „Elbschlosskeller“.

In beiden Lokalen trieb sich der Hamburger Serienmörder Fritz Honka, genannt „Fiete“, in den 70er-Jahren herum und lernte dort in der Nähe der Reeperbahn seine weiblichen Opfer kennen. Der alkoholabhängige Gelegenheitsarbeiter Honka hat einen starken Hass auf Frauen, eine permanente sexuelle Erregung und einen zunehmenden Wahnsinn.

Mit seiner Hornbrille, seinem deformierten Gesicht und dem starken Schielen gilt Honka in den Kneipen aber eher als harmlos und schüchtern. Seine Saufkumpane müssen für ihn einsame, betrunkene Frauen ansprechen und den Schnaps hinstellen. Damit macht er sie gefügig und schleppt sie hinterher in seine Wohnung. 

Es geht eine Träne auf Reisen!

 
Die Handlung im Kinofilm beginnt gleich mit dem Zersägen einer Leiche in Honka´s Mansardenbude und anschließenden Funden von Körperteilen auf dem Gelände der ehemaligen Holsatia-Schokoladenfabrik in Hamburg-Altona. Die restlichen menschlichen Gliedmaßen versteckt der Serienmörder in den Abseiten seiner Wohnung. Mitgenommene Frauen beschweren sich über den unerträglichen Gestank, denn der Leichengeruch früherer Taten strömt durch die Wohnung.

Als er Gerda kennenlernt, lebt Fritz eine gewisse Zeit mit ihr zusammen. Zwischen exzessiven Trinkgelagen kommt es zu einvernehmlichen Sex gegen Kost und Logis. Gerda führt den Haushalt und erträgt die Schläge, Misshandlungen und erniedrigenden Sexualpraktiken. Eigentlich findet er sie alt und hässlich, aber Gerda hat ihm von ihrer wunderschönen Tochter Rosi erzählt. Die will er unbedingt kennenlernen und seine Phantasien mit ihr ausleben.

Die beiden zieht es immer wieder in ihre Stammkneipe am Hamburger Berg. Bei einer brutalen Kneipenschlägerei schafft es Gerda, mit Hilfe der Heilsarmee abzuhauen und dem Wahnsinn zu entkommen. Honka ist enttäuscht, säuft und misshandelt weiter Frauen. 

Korn ist das! Getränk in dem Film. Ob in Fanta oder als Kurzer.

 
Irgendwann erfährt sein trostloses Leben eine unerwartete Wendung. Er erhält eine Anstellung als Wachmann im Bürogebäude der City Nord und reduziert seinen Alkoholkonsum. Hier lernt er die verheiratete Putzfrau Helga Denningsen kennen. Eines Tages ist er aber wieder so betrunken, dass er Helga seine Liebe gesteht und ihr gegenüber zudringlich wird. Doch auch sie kann flüchten.

Nach Helgas Zurückweisung ist „Fiete“ wieder am Tiefpunkt angekommen. Sein Hass auf Frauen überschreitet alle Grenzen. Er gibt den Großteil seines Lohns für Alkohol und Prostituierte aus. Die mitgenommenen Frauen nimmt er mit nach Hause, um ihnen Gewalt anzutun und sie mit Gegenständen wie Kochlöffeln, Knackwürsten und Bananen zu penetrieren.

Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten. Mehr nachlesen könnt ihr bei Wikipedia. 

Mein Fazit:

Ich persönlich finde, dass der Kinofilm von Fatih Akin die Wohnungslosigkeit, das Elend und die Perspektivenlosigkeit der Hamburger Reeperbahn gelungen darstellt. Ab 1991 habe ich selber in der Hopfenstraße mehrere Jahre auf dem Kiez gelebt und täglich die Hässlichkeit gesehen, gerade wenn die Lichter ausgingen. Zwischen Kotze und Betrunkenen zu laufen, wenn es tagsüber zum Einkaufen und abends auf die Piste ging oder wenn in meinem Hauseingang Menschen ihren Rausch ausgeschlafen haben.

Ebenso gefallen hat mir der aus der Zeit stammende Musik-Hit von Adamo oder der rauhe Hafen-Jargon sowie die Hamburger Schauplätze. Ansonsten sei noch gesagt, der Filminhalt ist schon harter Tabak.

So stellte sich nach der Filmvorführung auch ein Ekel- und ungutes Gefühl in meiner Magengegend ein, waren wir doch auch oft als junge Leute betrunken im Rotlichtviertel oder manchmal im Goldenen Handschuh unterwegs. Wäre uns da jemand wie Fritz Honka über den Weg gelaufen – gar nicht auszudenken!

EURE HEIDI VOM LANDE 

Fritz Honkas Opfer.

# Gertraud Bräuer (42), Friseurin und Gelegenheitsprostituierte. Vermutlich im Dezember 1970 getötet. Kopf, Brüste, Hände und Beine wurden abgetrennt und am 2. November 1971 auf einem nahen Firmen-Schrottplatz entdeckt.
# Anna Beuschel (54), Hausfrau und Prostituierte. Ermordet 1974. Honka lernte sie im Goldenen Handschuh kennen, erdrosselte die Frau in seiner Wohnung und verstümmelte die Leiche, die er anschließend im Dachboden verstaute.
# Frieda Roblick (57), Prostituierte. Ermordet im Dezember 1974. Honka tötete sie, nachdem Roblick ihn bestohlen hatte.
# Ruth Schult (52), Prostituierte. Ermordet 1975. Sie stammt auch aus der Stammkundschaft des Goldenen Handschuh, zog bei Honka ein und bekam eines Tages einen Kornflasche über den Kopf geschlagen. Anschließend strangulierte Honka sie, trennte Beine, Brüste, Ohren, Nase und Zunge ab.

Quelle: Filmstarts.de 

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