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Rassismusvorwürfe gegen UKE – Psychiatriepatient starb an Herzversagen

Der Psychiatriepatient, der nach dem umstrittenen Einsatz von Zwangsmaßnahmen des UKE-Sicherheitsdienstes ums Leben gekommen ist, starb an Herzversagen. Das UKE bezieht Stellung gegen Rassismus-Vorwürfe.
Nachdem Sicherheitsmitarbeiter des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) einen Patienten der psychiatrischen Klinik am Ostersonntag fixiert hatten, ist der Mann aus Kamerun am Freitag verstorben. Nun ermittelt die Mordkommission.

Bei Zwangsmaßnahmen durch drei Männer des Sicherheitsdienstes verlor der 34-jährige Patient das Bewusstsein und musste reanimiert werden. Fünf Tage lag er im künstlichen Koma. Am Freitag teilte das Klinikum mit, dass der Patient auf der Intensivstation des Krankenhauses verstorben sei und spricht von einem „medizinischen Vorfall“.

Patient starb an Herzversagen

Wie eine Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg mitteilte, habe die rechtsmedizinische Untersuchung ergeben, dass der Patient einem Herzversagen erlag. Ob das Herzversagen jedoch durch das Vorgehen der Beschuldigten oder eine Vorerkrankung verursacht wurde, konnte bisher nicht geklärt werden.

Als genaue Todesursache sind „durch Sauerstoffmangel bedingte Hirnschäden infolge eines Herzversagens“ genannt. Derzeit laufen weitere rechtsmedizinische Untersuchungen zum Hintergrund des Herzversagens.

Black Community erhebt schwere Vorwürfe

Die Gruppe Black History Month Hamburg hatte am Samstag zu einer Gebetswache vor dem Gebäude des UKE aufgerufen. Bei einer weiteren Gedenkveranstaltung am Sonntag kamen mehr als hundert Menschen, um Blumen und Kerzen niederzulegen.

In einem offenen Brief an das UKE kritisierte die Black Community Hamburg das Vorgehen des Sicherheitspersonals und bezeichnen dieses als „rassistisch“ und „menschenverachtend“.

Stellungnahme zu Rassismus-Vorwürfen

In einer Stellungnahme vom 29. April sprach sich das UKE gegen die Rassismusvorwürfe aus. „Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod unseres Patienten Herrn Tonou-Mbobda. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen“, heißt es in der Stellungnahme.

„Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst und unterstützen die vorbehaltlose Aufklärung der Ereignisse mit allen Kräften. Rassismus hat im UKE keinen Platz. Wir stehen im UKE konsequent für Toleranz und eine weltoffene Gesellschaft.“

Linke fordert Aufklärung

Der Fall beschäftigt auch die Hamburgische Bürgerschaft. Die Linksfraktion Hamburg fordert eine Stellungnahme der Verantwortlichen des UKE in der kommenden Sitzung des Gesundheitsausschusses. „Der schwerwiegende Vorwurf der unverhältnismäßigen Gewaltanwendung mit Todesfolge muss vollständig aufgeklärt werden“, so der gesundheitspolitische Sprecher Deniz Celik. Sowohl Zwangsmaßnahmen als auch der Einsatz von Sicherheitsleuten in Kliniken generell sollen geprüft werden.

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