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WG-Kolumne #7: Wenn die Freunde zu Eltern werden

Wenn die Freundin Mutter wird, ändert sich so einiges. Schon in der Schwangerschaft versucht man als kinderlose Freundin bei einer Erfahrung mitzufiebern, die man selbst noch nicht gemacht hat. Man versucht, sich hineinzuversetzen und muss hin und wieder merken, dass das nicht immer gelingt.

Drinnen und doch draußen

Dazu kommt in unserem Fall die Intensität, die daraus entsteht, dass man nicht nur hin und wieder als Freundin vorbeikommt, sondern miteinander lebt. Man ist Teil – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. So sehr man auch mit einbezogen wird, so sehr ist man doch gezwungenermaßen außenstehend.

Und selbstverständlich herrscht Redebedarf. Die Eltern sprudeln vor Glück und wollen das teilen. Als Freundin möchte man das auch, fiebert mit und erlebt die Ereignisse als ähnlich intensiv. Spätestens jedoch, wenn das erste Mal der Satz „Was wirkliches Glück ist, weiß man erst, wenn man ein Kind hat“ fällt, ist man mundtot gestellt. Man kann es nachvollziehen, aber nachfühlen kann man es natürlich noch nicht. Da ist man plötzlich draußen.

„Erst wenn man ein Kind hat, weiß man, worauf es wirklich ankommt“

Auch wenn eine verrückte Geschichte der letzten Nacht erzählt wird und die Antwort, begleitet mit einem milden Lächeln, lautet: „Ach weißt du, das fühlt sich so weit weg an. Erst wenn man ein Kind hat, weiß man, worauf es wirklich ankommt“, ist man kaltgestellt.

Gezwungenermaßen ändern sich die Themen und die Aktivitäten. Hat man früher nächtelang zusammen in der Küche oder auf dem Balkon gesessen und dabei das ein oder andere Bier geleert, wird nun nächtelang ein Baby geschleppt und Fläschchen vorbereitet.

Es ist jedoch ebenfalls nicht einfach, die ersten Eltern im Freundeskreis zu sein. Während alle anderen feiern, abends spontan ins Theater gehen und tagsüber natürlich keine Zeit haben, läuft der Rhythmus der Eltern anders.

„Du bist geliefert“

Ich erinnere mich an eine Sex-and-the-city-Folge, in der Miranda frischgebackene Mutter ist und von Samantha in ein Taxi bugsiert wird, als sie mit dem Kind beim Shoppen auftaucht. Auch von ihren Nachbarn wird sie schief angeguckt, weil das Kind ständig weint, sie vor Überforderung nicht weiter weiß, keine Hilfe in Sicht und auch die letzte Dusche schon ein bisschen her ist.

In dieser Phase wird Miranda von einer Nachbarin aufgesucht, die ebenfalls Kinder hat und sie fragt, ob sie die erste Mutter im Freundeskreis sei. Auf die Bejahung hin folgt ein mitleidiges „Ok, dann bist du geliefert“.

So sollte sich keine Mutter fühlen müssen. Das ist bei unserem Wohnmodell ein Vorteil: Wir vermischen automatisch unterschiedliche Lebenssituationen. Führt das hin und wieder auch zu Schwierigkeiten, bringt es doch auch frischen Wind hinein.

Die frischgebackenen Eltern können weiterhin am Studie-Leben teilhaben und man selbst bekommt ungefilterte Eindrücke davon, was einem bei eigenen Kindern erwartet.

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