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Erotik-Sammler startet Veranstaltungsreihe reeperotica

Thomas Waelz ist immer umgeben von schönen Frauen, denn er ist Hamburgs bekanntester Sammler für erotische Kunst. Schon seit Jahren faszinieren ihn Abbildungen, die intime Gefühle zeigen oder ein frivoles Note haben. Der freche Augenaufschlag, der sehnsuchtsvolle Blick oder das tiefe Versunkensein in sich selbst – das sind die Zutaten für ein gelungenes Werk. „Die Nacktheit steht da selten im Vordergrund. Natürlich, das Auge soll sich am Dargestellten erfreuen. Es geht aber darum, Bewusstsein zu schaffen für die nach wie vor große Bedeutung des Themas Aktdarstellung in Kunst, Kultur und Gesellschaft“, so Waelz.
Die Werke entdeckt er in den endlosen Weiten des internationalen Kunstmarktes. Zu vielen Künstlern hat er ein mittlerweile ein persönliches Verhältnis, einige haben Freude daran, seine Ideen und Fantasien auf’s Papier bzw. die Leinwand zu bringen.

Nun schaltet Waelz einen Gang höher. Über soziale Netzwerke und Mundpropaganda bewirbt er seine Sammlung „reeperotica“ und eine gleichlautende Veranstaltungsreihe. In verschiedenen Locations auf  St. Pauli präsentiert er unterschiedliche Themen rund um Sinnlichkeit, Erotik und Sexualität.

Der Auftakt ist am Sonntag um 19.30 Uhr im Erotic Art Museum mit der REDEREI, dem Lyrik- und Poesietreff auf St. Pauli. Dort wird das Thema #metoo kontrovers und literarisch behandelt. „Ein interessanter Start“, so Waelz, „weil es die vielschichtigen Beziehungen zwischen den Geschlechtern behandelt, aber gleichzeitig ein hart geführter Diskurs über das ist, was tatsächlichen Missbrauch ausmacht.“

Am 31.5. präsentiert er an selber Stelle dann eine kleine Retrospektive des Künstlers Envie Koepke, der sich in der Tradition der schrillen und provokanten Künstler wie Madonna oder David Bowie sieht: „Er sagt zu seiner Kunst „Frauen wurden schon immer öffentlich entblößt, ausgezogen, nackt präsentiert… nun sei es an der Zeit, dass man auch Männer mit ihren erigierten Schwänze öffentlich präsentiert“.  Seine Fotos sind mit Filtern und Effekten verfremdet, so dass man genauer hinschauen muss, um das Genital zu entdecken.

Eine Auktion mit einer Auswahl an Werken finden dann am 12.6. in Lorsins Art Bar statt. Darunter auch Werke seiner Lieblinge Alejandro Bullrich, Selma James oder C. Zittermann. „Es wird ein eigenartiges Gefühl sein, sich von liebgewordener Kunst zu trennen.“
Am 13.6. geht es weiter mit einer Lesung von Angelique Corse aus ihrem neuen SM-Roman „Sünde in Schwarz“.

Einen Tag später gibt es eine Vernissage zu der neuesten Ausgabe des Erotik-Projekts pXXy PORN von Roman Gilz und Gordon Nikolic am Freitag, den 14. Juni um 19:00 in der toleranten Bar Kow2.
„Eine sehr interessante Location, da das Publikum dort mit offensiver Kunst konfrontiert wird.“
Das Finale feiert er dann mit all seinen Bekannten, Sammlerfreunden und Fans bei der diesjährigen Abschlussveranstaltung von „Home of Burlesque“ am 15.6.im INDRA.

Warum nun betreibt er den ganzen Aufwand? „Ich denke eine Stadt wie Hamburg mit der international bekannten Vergnügungsmeile Reeperbahn, braucht gute Kunst, die Körper  in niveauvoller Weise zeigt, wie  eine aktive Kunstszene, die sich für das Thema Erotik begeistert. Die reeperotica ist ein Anfang, diese Leute über kleine Veranstaltungen zusammenzuführen“.
Sprich Kunst und Erotik ist und bleibt etwas (sehr) Persönliches.