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Rotlichtstrasse bekommt wieder Straßenschild

Hamburgs zweitbekannteste Straße nach der Reeperbahn ist nicht zu finden, zumindest, wenn man nach einem Straßenschild Ausschau hält. Denn mit großer Regelmäßigkeit wurden diese als Hamburg-Souvenier von vorwitzigen Gästen abgeschraubt. Die Rede ist von der Herbertsrasse, die früher mal Heinrichstrasse hieß.

Irgendwann hat die Stadtverwaltung aufgegeben ständig neue Schilder anzubringen und die Häuserwände bei den Lokalen „Zum Anker“ und „Kapitän Brass“ blieben jahrelang Schilderfrei.

Für Quartiersmanager St. Pauli Lars Schütze vom
BID Reeperbahn ein Unding, schließlich fragen immer viele Gäste nach der bekannten Rotlicht-Straße. Zusammen mit Peter Kämmerer von der IG St. Pauli machte er sich für eine neuen Anlauf stark. Diesesmal sollen die Schilder so fest in die Fassaden integriert werden, dass ein Herauslösen unmöglich ist. Am Dienstag war es dann soweit. In einem Pressetermin wurden die vom Bezirksamt Mitte produzierten Schilder fest in die Fassaden integriert.
Eine Herauslösung wird nun die Schilder sehr stark zerstören.

Die Herbertstrasse wurde übrigens schon um 1900 von der Stadtverwaltung als geschlossene Wohnanlage für Liebesdienerinnen eingerichtet. Seit 1933 ist sie an beiden Enden mit Barrieren abgesperrt, so dass kein Einblick in das Innere möglich ist. Diese Maßnahme geht auf die Nazis zurück, die ein „sauberes“ St. Pauli wollten. Auf Intervention der Kriegsmarine wurde aber ein abgeschlossener Rotlicht-Bereich geschaffen. Die Straße konnte damals noch von jedem passiert werden.
Seit 1974, pünktlich zur WM, verwiesen rote Schilder darauf, dass Frauen und Kinder keinen Zutritt mehr in die Gasse haben. Wer dennoch neugierig ist, kann sich auf wüste Beschimpfungen oder Wasserbomben einstellen. Doch rein rechtlich ist es so eine Sache, denn nach dem Deutschen Wegerecht kann man keiner Frau den Zutritt zu einer öffentlichen Straße verbieten.

Wer dennoch ein Herbertstrassen-Schild mitnehmen will, kann das in fast jedem Souvenier-Shop.