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Open Air Kino Eimsbüttel: Kino schafft Brücken

Behzad Safari ist sauer. Zwei Tage vor der ersten Vorstellung des Open Air Kinos Eimsbüttel erfährt er von der Schulbehörde Hamburg, dass er womöglich keine Genehmigung dafür erhält, über die Stadtteilschule Stellingen Strom für die Kinoanlage zu beziehen. Erst Mitte Juli hatte er die Zusage des Bezirksamts Eimsbüttel erhalten, dass sein Projekt „Kino schafft Brücken, bringt zusammen“ vom Bezirksamt unterstützt wird. Aufgrund der Sommerferien war in der Schule dann lange niemand erreichbar. Nun muss Safari sich um eine Ausweichmöglichkeit kümmern.

„Die behördlichen Strukturen in Eimsbüttel sind so komplex und veraltet, dass man nur schwer durchsteigt“, erzählt Safari. „Ein kulturelles, gemeinnütziges Projekt wie dieses umzusetzen, ist da wirklich nicht einfach.“ Steht das Kinoprojekt jetzt auf der Kippe? „Nein. Ich finde einen Weg, es umzusetzen – egal wie.“

Open Air Kino für alle

Behzad Safari ist Inhaber des Filmraums in Eimsbüttel, einer Art Mini-Kino, das regelmäßig Spielfilme, Art House und Kurzfilme sowie Dokumentationen zeigt. Für den Stadtteil hat Safari nun das gemeinnützige Kinoprojekt „Open Air Kino Eimsbüttel“ ins Leben gerufen. In diesem Rahmen finden zwischen dem 9. und 30. August jeden Freitag zwei Filmvorstellungen im Stadtpark Eimsbüttel statt. Die Vorstellungen sind kostenfrei, Snacks und Getränke erhalten Besucher auf Spendenbasis.

Laut Safari ist das Ziel des Projekts, Menschen aus dem Stadtteil ein gemeinsames Filmerlebnis zu ermöglichen, egal ob alteingesessen oder neu zugezogen, egal welcher Herkunft oder welchen Alters. Der Film soll als Brücke zwischen den Menschen dienen und so einen Beitrag zur Integration leisten.

Tiefsinnig und unterhaltend

Safari arbeitet seit rund fünf Jahren mit Menschen aus der Lenzsiedlung, mit Geflüchteten und Jugendlichen zusammen. Er bietet ihnen im Filmraum kostenfrei Filmvorstellungen an, damit sie aus ihrem Umfeld herauskommen. „Ich möchte, dass diese Menschen Spaß und Freude haben. Mit Film funktioniert das“, erzählt Safari. Um eine noch größere Zielgruppe zu erreichen und alle Anwohner des Stadtteils einzubinden, kam Safari die Idee, ein Open Air Kino in Eimsbüttel zu veranstalten. „Im Filmraum haben wir vom Platz her nur eingeschränkte Möglichkeiten. Aber draußen können wir die Veranstaltungen für alle öffnen“, so der Eimsbütteler.

Im Open Air Kino wird jeden Freitag ein Kinderfilm und ein Film für alle älteren Generationen gezeigt. Die Filme behandeln verschiedene soziale Themen wie Integration oder Diskriminierung. So stehen zum Beispiel „Aus dem Nichts“ (Fatih Akin), eine fiktive Erzählung, die auf den NSU-Morden basiert, oder „Almanya“, ein Film, der die Geschichte einer Einwandererfamilie erzählt, auf dem Programm. „Die ausgewählten Filme sind oft tiefsinnig, gleichzeitig aber auch spannend und unterhaltend“, erklärt Safari.

Kooperation mit lokalen Unternehmen und Einrichtungen

Gefördert wird das Projekt mit Geldern des Bezirksamts Eimsbüttel und der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Einen Teil der Kosten trägt Behzad Safari selbst und ein Teil wird über Spenden von lokalen Unternehmen finanziert. So unterstützen zum Beispiel die Hamburger Sparkasse, Niemerszein und die fritz-kulturgüter GmbH das Projekt. Des weiteren arbeitet Safari mit sozialen Einrichtungen des Stadtteils wie dem Verein Lenzsiedlung e.V. oder Flüchtlingsunterkünften zusammen. „Diese Kooperationen möchte ich langfristig weiter ausbauen, sodass wir uns untereinander austauschen und noch besser zusammenarbeiten können“, so Safari. Ganz nach dem Motto: Kino schafft Brücken, bringt zusammen.

 

Die ersten Vorstellungen finden am 9. August um 19 und 21 Uhr statt. Alle weiteren Termine und Informationen zum Programm finden Sie in unserem Veranstaltungskalender. 

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