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Das größte Pfandsystem der Welt – entsteht auf St. Pauli

In diesem Jahr feiert das Glasflaschenverbot im Sperrbezirk St. Pauli sein zehnjähriges Bestehen. Eingeführt wurde die Maßnahme, dass am Wochenende ab 22 Uhr keine Glasflaschen mehr verkauft werden, wegen der hohen Gefährdungslage. Bei Streitereien kam es nämlich regelmäßig dazu, dass Flaschen zerbrochen und üble Schnittwunden zugefügt wurden. Das hat sich bewährt. Die Anzahl der Verletzungen ist zurückgegangen. Doch ein anderes Problem hat sich dadurch aufgetan, denn um sein Getränk nun außerhalb der Lokalität zu konsumieren, muss aus den Flaschen in Plastikbecher umgeschüttet werden. Und die liegen dann bekanntermaßen überall herum.

Nun soll, so das ehrgeizige Vorhaben der IG St. Pauli, ein einen ganzen Stadtteil übergreifendes Pfandsystem etabliert werden, wie man es von Festivals oder Stadien kennt.
Vorangetrieben hat die Idee die St. Pauli Quartiersmanagerin Julia Staron, die als Betreiberin des kukuun und der Bar im St. Pauli Museum die Problematik gut kennt. Gerade bei geführten Touren wollen die Gäste am Wochenende ihr Wegbier mitnehmen und entsorgen dann den Becher auf der Straße.

30.000 Becher, die mit den Konterfeis von Olivia Jones, Hans Albers, Domenica und dem Astra-Logo verziert sind, sollen in der Pilot- und Testphase zum Preis von 1 EUR ausgegeben werden. Die Mechanik ist wie folgt: Der Gast zahlt den Betrag und nimmt sein Getränk mit auf die Straße. Nun kann er diese in 6 Lokalen zurückgeben und erhält dort sein Pfandgeld zurück. Der Gastronom hat diese zuvor selber je nach Bedarf erworben und kann seinerseits diese in der Astra-Brauerei zurückgeben. Dort werden sie auch gewaschen, wenn der Barbesitzer dies nicht leisten kann.

Für den Betreiber Carlsberg Brauerei eine Ehrensache, daher haben sie das Projekt neben dem organisatorischen Teil auch finanziell unterstützt.
Der Becher wurde von den Klimapaten, die sich auf nachhaltige Projekt spezialisiert haben, mit ausgewählt. So muss der Becher transparente Eigenschaften haben, denn der Kunde will sehen, was er da so drin hat. Rund 500 mal wird so ein Becher genutzt, bevor er wieder zu 100 % recycled wird.

Für Kioske steht das System nur zur Verfügung, wenn sie eine Schankgenehmigung vorweisen können.
Also mal wieder ein Signal aus St. Pauli, das Schule machen könnte. Mal sehen wie viele weitere Gastronomen auf den Zug aufspringen. Die jetzt beginnende Testpahse wird es zeigen.