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Corona: Arbeitslosigkeit in Eimsbüttel steigt stark an

Die Auswirkungen von Corona zeigen sich: Im Mai waren deutlich mehr Eimsbütteler arbeitslos, als noch im letzten Jahr. Besonders betroffen sind junge Erwachsene.

Kurzarbeit, Kündigungen, Homeoffice: Corona hat den Arbeitsmarkt auf den Kopf gestellt. Wie sehr, zeigen die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Im Mai 2020 waren im Bezirk Eimsbüttel rund 8.600 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 31,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie die Agentur für Arbeit auf Nachfrage mitteilte. Auch mit Blick auf April 2020 stiegen die Zahlen noch einmal um 11,1 Prozent an.

Junge Erwachsene besonders betroffen

In Hamburg weist Eimsbüttel mit 6 Prozent aber nach wie vor die niedrigste Arbeitslosenquote auf. Zum Vergleich: In Hamburg Mitte sind 10,1 Prozent aller Erwerbstätigen arbeitslos, in Harburg 9,9 Prozent. Auf ganz Hamburg bezogen waren es im Mai 7,9 Prozent.

Besonders betroffen von den Entwicklungen sind junge Erwachsene bis 25 Jahre. Hatte die Jugendarbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren von April auf Mai jeweils abgenommen, ist sie nun stark angestiegen: Im Vergleich zum Mai 2019 im Bezirk um ganze 61,4 Prozent. Hier liegt Eimsbüttel deutlich vor dem durchschnittlichen Hamburger Anstieg von 53,8 Prozent.

Weniger offene Stellen

Zwei Drittel dieser Fälle werden von der Agentur für Arbeit betreut, nur ein Drittel fällt in die Zuständigkeit der Jobcenter. „Ein Indiz dafür, dass Ausbildungsabsolventen nicht wie üblich übernommen werden können“, so Knut Böhrnsen, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Hamburg. Ein Hauptverdiener mit Kindern werde bei gleicher Qualifikation eher im Betrieb gehalten, als ein junger Azubi.

Bei der Agentur für Arbeit sei man aktiv, könne aber nicht aus dem Vollen schöpfen, erklärt Böhrnsen. Der Grund: Es werden weniger freie Stellen gemeldet. Der Bestand an Arbeitsstellen in Eimsbüttel war im Mai auf rund 800 gesunken – das sind 580 weniger als im Vorjahresmonat.

Arbeitsagentur setzt auf Fachkräfte

Böhrnsen sieht in der Krise aber auch eine Chance für junge Kunden der Arbeitsagentur. Denn: „Wir verstärken unsere Weiterbildungsangebote besonders an die Gruppe der An- und Ungelernten.“ Dazu werde die Agentur in den nächsten Wochen 4.200 un- und angelernten Hamburgen eine Ausbildung oder Umschulung näherbringen und voll finanzieren. „Fachkräfte werden, auch aufgrund der demografischen Entwicklung, weiterhin einen klaren Vorsprung vor Hilfsarbeitern haben“, so Böhrnsen.

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