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Corona-Krise: Eimsbütteler richten Gabenzaun für Obdachlose ein

Eine Gruppe von Eimsbüttelern hat am Kaiser-Friedrich-Ufer einen Gabenzaun für Bedürftige eingerichtet. Menschen können dort Sachspenden anhängen, die Obdachlose durch die Krisenzeit helfen sollen.
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Wolldecken, Zahnpasta, Gebäck und eine Thermoskanne mit Kaffee: Am Gabenzaun in Eimsbüttel hängen Menschen Spendentüten für Obdachlose auf. Die Initiatoren haben sich von einer ähnlichen Aktion in der Hamburger Innenstadt inspirieren lassen und den Fußballkäfig am Kaifu umfunktioniert. Mit dem Gabenzaun wollen sie Obdachlosen helfen, für die es in der Krisenzeit noch schwerer ist, an Essen, Hygieneartikel und Kleidung zu kommen.

„Wir haben beobachtet, wie vermeintlich obdachlose Menschen hier Mülltonnen durchsucht haben“, erklärt Henry Lührs, Initiator des Eimsbütteler Gabenzauns. Durch die Krise sei die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten eingebrochen. Hilfsangebote hätten es zurzeit besonders schwer.

Lührs wollte helfen und setzte sich mit seinem Mitbewohner zusammen. Sie entschieden, einen Spendenzaun in Eimsbüttel einzurichten. Über den Messenger Telegram vernetzten sie sich mit anderen Hilfsbereiten. Mittlerweile haben sich rund 30 Eimsbütteler zusammengefunden.

Wetterfest verpackt und beschriftet: die Spenden am Gabenzaun.Um zu erkennen, was sich in den Tüten befindet, ist die Beschriftung hilfreich. Foto: Vanessa LeitschuhFotos: Vanessa Leitschuh

Immer zu zweit trafen sie sich am Kaiser-Friedrich-Ufer und errichteten den Gabenzaun. Sie hingen Plakate und Wegbeschreibungen auf, packten Tüten, schrieben Hinweise. „Liebe NachbarInnen, aufgrund der Corona-Krise erleben wir derzeit eine schwierige Situation“, steht in dem Schreiben am Zaun. „Doch noch nie war es wichtiger, dass wir einander helfen.“

„Ich würde mir wünschen, dass so etwas nicht nötig wäre“

Der Gabenzaun wird gut angenommen: „Man sieht einen stetigen Wechsel von neuen Tüten und Tüten, die abgeholt wurden“, erzählt Lührs. „Die Nachfrage scheint sehr groß zu sein.“ Besonders Winterkleidung wurde in den letzten Tagen vermehrt aufgehängt. Aber auch Hygieneprodukte wie Seife, Desinfektionsmittel, Zahnbürsten und Lebensmittel, die nicht in der Küche aufbereitet werden müssen.

Fotos: Vanessa Leitschuh

Doch seien solche Gabenzäune nur eine Notlösung, bloß zivilgesellschaftliches Engagement, das aus der Not heraus entstanden sei. „Natürlich würden wir uns wünschen, dass Obdachlose in solchen Krisen dauerhaft untergebracht werden“, erklärt Lührs. „Sie können sich kaum vor Corona schützen, obwohl viele von ihnen zur Risikogruppe gehören.“ Eine strukturellere Lösung für die Unterbringung müsse her.

Deshalb wollen sie auch auf eine Petition aufmerksam machen, die einige Institutionen und Privatpersonen gestartet haben. Die Initiativen stellen konkrete Forderungen an die Stadt Hamburg, damit Obdachlosen geholfen wird. Unter anderem fordern sie, dass die Stadt Hotelzimmer für Obdachlose anmietet. Auch die Linke in der Bürgerschaft unterstützt diese Forderung.

Erster Gabenzaun am Hauptbahnhof

Die Initiatoren des Eimsbütteler Gabenzauns stehen im Austausch mit dem Hamburger Gabenzaun, ein ähnliches Hilfsangebot am Hauptbahnhof, das bereits vor Jahren gestartet ist. Der Zaun auf dem Heidi-Kabel-Platz sollte Obdachlose davon abhalten, auf der Mauer zu sitzen. Engagierte wandelten das Gitter kurzerhand in einen sozialen Spendenzaun um. Das Projekt in der Innenstadt stellte die Polizei vergangene Woche jedoch ein, um Versammlungen dort zu vermeiden.

Wer helfen möchte, kann seine Spenden wetterfest verpackt an den Gabenzaun stellen oder hängen. Um zu erkennen, was sich in den Tüten befindet, liegt ein Stift zur Beschriftung aus. Der Zaun befindet sich am Kaiser-Friedrich-Ufer Ecke Bundesstraße. Zettel mit Wegbeschreibungen hängen entlang des Kaiser-Friedrich-Ufers aus.

Mit Abstand am besten zusammenhalten. Hilf uns Eimsbüttel zu helfen:

HINWEIS: Verfolge die aktuellen Entwicklungen zu COVID-19 in unserem Corona-Newsticker für Eimsbüttel.

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