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Das Impfzentrum, das nicht so heißen darf – ab nächster Woche in Eimsbüttel

Bald könnte in Eimsbüttel fleißig geimpft werden. Über die neue Impfstelle in der Jerusalemkirche, den holprigen Weg dahin und warum man nicht Impfzentrum zu dem Impfzentrum sagen darf.

Nächste Woche eröffnet ein Etwas in Eimsbüttel, das sich zwar nicht Impfzentrum nennen darf, in dessen Räumen aber bis zu 1.000 Vakzin-Dosen gespritzt werden könnten.

Der Weg dahin war holprig. Dr. Nora Bilir und Frederik Brockmann, die in Eimsbüttel das Testzentrum TestMe in der Osterstraße 20 betreiben, haben den Großen Saal der Jerusalemkirche an der Ecke Schäferkamp und Moorkamp gemietet und richten ihn gerade her. Impfstoff sei bestellt, sagt Sinan Bilir, der seiner Schwester hilft, das Zentrum zu organisieren, das aus formellen Gründen nicht Impfzentrum genannt werden darf, weil das juristische Folgen hätte. Deshalb firmiert die Impfstelle als Privatarztpraxis.

Warum es so lange gedauert hat

Ursprünglich war die Öffnung für diese Woche geplant, seit Wochen versuchen die Ärzte bereits an den Start zu gehen. „Es ist alles nicht so einfach“, sagt Bilir, „vom Hörensagen wissen wir, dass Impfeinrichtungen mehr Impfdosen bestellen können, wenn sie mit Sozialbehörden zusammenarbeiten.“ Aber es kamen keine Infos von den angefragten Behörden.

Jetzt geht’s los, wenn es denn wirklich…

„Inzwischen sind wir in gutem Kontakt mit dem Gesundheitsamt in Eimsbüttel.“ Ob die neue Einrichtung deshalb mehr Impfstoff bestellen könne, wisse er noch nicht.

Auch sonst gab es Unsicherheiten, weil private Ärzte wie seine Schwester bei der Beantragung von Impfungen in einer Praxis einige Genehmigungen brauchen. Die haben die Ärzte jetzt mühsam wie Eichhörnchen im Hamburger Bürokratiedschungel gesammelt und können loslegen.

Im Augenblick wird in Eimsbüttel nur in Arztpraxen und im Agaplesion-Krankenhaus geimpft, nur mit Termin, mit wochenlangem Vorlauf. Ohne Termin gibt es zurzeit nur im Hamburg-Haus, sonntags zwischen 14 Uhr und 20 Uhr Impfungen.

Impfstoff ist nicht das Problem, höchstens…

Die Mengen des beliebtesten Impfstoffs der Firma Biontech sind vom Bundesgesundheitsministerium gedeckelt. „Das ist reglementiert, wir haben 50 Dosen bestellt.“ Keine künstliche Verknappung gibt es für die Impfstoffe von Moderna und Johnson und Johnson. Davon seien genug vorhanden.

Impfstoff zu bekommen sei „einfacher als gedacht“. Die Kosten werden vom Bund getragen, müssen nicht vorfinanziert werden. Man schreibe als Ärztin ein Rezept, gehe damit zur Apotheke und könne eine Woche später die Impfdosen abholen.

Drucker für Impfzertifikate sind rar

Dass die drei von der Impfstelle nicht schon vergangene Woche loslegen konnten, lag also an bürokratischen Hürden. Ein weiterer Grund für die Verzögerungen sind die notwendigen Drucker, die für die Impfzertifikate gebraucht werden. „Die sind gerade schwer zu bekommen.“

Nora Bilir und Frederick Brockmann hatten mehrere Tage versucht, Räume für ihre Turnhallen-große Impfpraxis, die auf keinen Fall Impfzentrum genannt werden darf, zu finden, bevor sie den Raum in der Jerusalemkirche mieten konnten. Dort hatte Sinan Bilir im Sommer ein TestMe Testzentrum betrieben, das er schließen musste, als das Bundesgesundheitsministerium bestimmte, dass nur noch Ärzte Testzentren betreiben dürfen.

Sechs Impfkabinen im Großen Saal

Im 200 Quadratmeter großen Saal, den die Kirchengemeinde den Ärzten vermietet hat, seien sechs Impfkabinen und vier Anlaufstellen. Impfstoff ist da, neuer bestellt, Personal steht bereit. Nächste Woche gehe es los.

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