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#Fahrradklaukarte: Neue Techniken gegen Fahrraddiebstahl

Egal ob kostspielige und unhandliche Bügelschlösser, Kettenschlösser, Falt- oder Panzerkabelschlösser: Natürlich ist ein gutes Schloss eine wichtige Investition. Wenn diese aber erst einmal mithilfe von Werkzeugen gewaltsam zerstört wurden, ist der Dieb schnell mit dem geliebten Fahrrad verschwunden.

In der Fahrraddiebstahlhochburg Eimsbüttel liegt die Aufklärungsrate für geklaute Fahrräder bei nur 2,8 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit sein entwendetes Rad dann noch einmal wiederzufinden, ist also verschwindend gering.

Die „Fahrradjäger“ schlagen zurück

In einer Großstadt wie Hamburg finden Diebe schnell eine Möglichkeit, um aus dem Sichtfeld des Geschädigten zu verschwinden und unterzutauchen. Ein Start-Up aus Rostock hat ein Produkt entwickelt, das dieses Problem lösen und Fahrradschlösser überflüssig machen soll:
„Stell Dir vor, Du triffst Dich mit deinen Freunden im Café. Du stellst Dein Rad ab – ohne es anzuschließen – und gehst rein. Du kommst wieder und es ist noch da.“ – Fahrradjäger.de
Genau dafür soll das „Insect“, ein Bluetooth-Gerät mit eingebauter Alarmanlage sorgen. Sobald der Eigentümer das Gerät mit der dazugehörigen App scharf schaltet und sich dann jemand am Fahrrad zu schaffen macht, ertönt ein lautes Signal, das den Dieb abschrecken soll. Je nach Version liegt der Preis für das „Insect“ bei rund 130 bis 140 Euro.

Zusätzlich wird der Besitzer per Pushnachricht benachrichtigt. Das Kästchen, das an der Trinkflaschenhalterung oder mithilfe einer Schelle fest am Rahmen montiert wird, kann zusätzlich dafür sorgen, dass Diebe bereits abgeschreckt werden, bevor sie überhaupt den Versuch starten das Rad zu entwenden.

Sollte der Fahrraddieb trotzdem mit dem fremden Rad davonradeln wollen, wird das Signal seines Fahrrads auch für die gesamte Community der „Fahrradjäger“ freigegeben. Insect verbindet sich dann mit jeder Fahrradjäger-App im Radius von 100 Metern.

Dadurch werden wiederum Leute, die sich in der Nähe des geklauten Fahrrads befinden informiert, um nach dem Rad Ausschau zu halten. Diese müssen nicht selber im Besitz des „Insect“-Geräts sein, sondern lediglich die kostenlose App installiert haben.

Das Fahrrad wird zum Schloss

Eine weitere Erfindung soll das Fahrradschloss komplett überflüssig machen. Das Geheimnis des „Yerka-Bikes“, das in Chile von einer Gruppe Studenten entwickelt wurde, ist der Rahmen. Dieser lässt sich mit ein paar einfachen Handgriffen öffnen und mithilfe der Sattelstütze so verschließen, dass man das Fahrrad schon zerstören müsste, um es zu entwenden.

Vertraut man der Aussage des Herstellers der Yerka-Bikes, so wurde noch nie eins ihrer Fährräder geklaut. Die Räder sind als Singlespeed oder auch mit 3-Gang-Schaltung zwischen rund 550 und 650 Euro zu haben. Interessierte können sich die Räder im Fahrrad-Café St. Pauli anschauen.

Wenn sich das Stehlen des Fahrrads als zu kompliziert herausstellt, sind oft auch die Reifen ein beliebtes Ziel bei Fahrraddieben. Sogenannte „Anti-Diebstahl-Muttern“ sollen dafür sorgen, dass die Reifen nur vom Besitzer mit seinem Spezialwerkzeug demontiert werden können.

Geübte Besitzer des Yerka-Bikes brauchen angeblich nur 15 Sekunden, um das Rad abzuschließen. Dazu muss sich der Bügel oder die Laterne allerdings immer links vom Fahrrad befinden. Es muss also immer erst eine passende Stelle zum Abschließen gefunden werden.

Da die Sattelstütze als Verlängerung für den Rahmen dient, wird beim abschließen eine Schwachstelle des Fahrrads deutlich. Dort, wo sich gerade noch der Sattel befunden hat, ist nur noch das Loch für die Stütze zu sehen. Vor Regen oder Scherzbolden, die ihre Zigarettenkippen oder ihren Müll einfach in den Fahrradrahmen stecken, ist man damit also nicht gewappnet.

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