Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Abmelden
Dieser Inhalt wird Ihnen bereitgestellt von Eimsbütteler Nachrichten

Kurzer Zauber: Das „Zauberland“ schließt nach weniger als zwei Jahren

Der Kinderladen „Zauberland“ in der Methfesselstraße hat an Heiligabend zum letzten Mal geöffnet. Inhaberin Sadiku gingen in weniger als zwei Jahren die Kunden aus.
Anzeige

An Heiligabend öffnet der Kinderladen Zauberland in der Methfesselstraße 62 ein letztes Mal. „Wenn es gut läuft bis 15 Uhr“, sagt die Inhaberin Qendresa Sadiku. Im April 2018 wollte Sadiku, damals noch mit ihrer Geschäftspartnerin Melissa Mondry, wie Peter Pan sein. Peter Pan ist das Kind, das niemals erwachsen wird. Im kinderreichen Eimsbüttel hofften sie auf viel Kundschaft für Kinderkleidung und Spielzeuge, doch die blieb oft aus. Nun kündigte Sadiku ihren Mietvertrag zum 24. Dezember.

Während die Eltern stöberten, konnten die Kinder in einer Ecke des „Zauberlands“ spielen. Foto: Sophia Kleiner

Die Kunden kaufen online

Ihre Geschäftspartnerin zog sich schon vor etwa einem Jahr aus dem Laden zurück. Sechs Tage die Woche stand die junge Mutter zweier Kinder von da an im Laden. Einen Mitarbeiter konnte sie sich nicht leisten. Das Geschäft machte zu wenig Umsatz.

Warum so wenig Kunden gekommen sind, weiß Sadiku nicht. Sie vermutet, dass die Eimsbütteler Kinderspielzeug und Kinderkleidung im Internet kaufen. „Wir müssen unsere Produkte teurer verkaufen als im Internet, da wir auch die Miete für den Laden, Versicherungen und unseren Steuerberater bezahlen müssen“, sagt Sadiku. Ein paar Stammkunden habe es gegeben, aber die seien zu selten gekommen. Gut angekommen sei die Spielecke im Laden für die Kleinen. Wie zur Bestätigung ist aus dem kleinen Tunnel ein Rascheln zu hören.

Wenig Laufkundschaft in der Methfesselstraße

Früher war in den Räumlichkeiten ein Schlachter. Die Anwohner beschwerten sich über den Lärm, sodass der Schlachter aus dem Geschäft musste. Sadiku hatte gesehen, dass der Laden in der Methfesselstraße lange leer stand. Ihr Mann sei auf die Idee gekommen, ein Geschäft für Kindermode zu eröffnen.

Die Miete in der Methfesselstraße sei günstiger als die für einen gleichwertigen Laden in der Osterstraße. Aber in der Osterstraße seien dafür mehr Menschen unterwegs, die in der Mittagspause oder auf dem Heimweg am Laden vorbeilaufen. „Vielleicht waren wir zu versteckt“, sagt Sadiku.

Kein neuer Laden geplant

Mit dem Zauberland habe sie zu wenig verdient. In manchen Monaten blieb nach dem Bezahlen aller Rechnungen gar nichts übrig. Sadiku will nicht mehr selbstständig sein. „Für alle Schwierigkeiten bist du selbst verantwortlich. Wenn es einen Monat nicht gut läuft, bedeutet das, dass du kein Geld verdienst.“ Sie suche jetzt eine andere Arbeit.

Bis zum 24. Dezember ist das Zauberland in der Methfesselstraße 62 geöffnet; am Freitag und Montag von 9:30 bis 18:30 Uhr, am Samstag bis 16 Uhr und Heiligabend bis 15 Uhr. Alle Kleidungsstücke und Spielzeuge sind mindestens um die Hälfte reduziert.

Der Beitrag Kurzer Zauber: Das „Zauberland“ schließt nach weniger als zwei Jahren erschien zuerst auf Eimsbütteler Nachrichten.