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Nach Attacke auf Juden: Angreifer in Psychiatrie

Nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten befindet sich der Tatverdächtige in der Psychiatrie. Das ordnete die zuständige Untersuchungsrichterin an.

Am Montagabend hat die Untersuchungsrichterin den Befehl erlassen, den Tatverdächtigen in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Das bestätigte eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft. Nach Angaben der Polizei habe sich der Angreifer bei seiner Festnahme am Sonntag in einem extrem verwirrten Zustand befunden. Zuvor hatte er mit einem Klappspaten einen 26-jährigen Juden angegriffen.

Psychische Vorerkrankung möglich

Eine psychische Erkrankung könne die Schuldfähigkeit des Tatverdächtigen erheblich beeinflussen, erklärte Nana Frombach, Pressesprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft. Geistige Vorerkrankungen seien möglich. Eine Begutachtung durch einen psychiatrischen Sachverständigen soll Aufschluss geben.

Im Vorfeld teilte die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg mit, die Tat als versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung einzuschätzen. Es sei von einem antisemitisch motivierten Angriff auszugehen. Die Beamten fanden beim Angreifer einen Zettel mit aufgemaltem Hakenkreuz.

Ausbildung bei Bundeswehr

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 29-jährigen Mann. Bis Ende des vergangenen Jahres soll er sich in Berlin in einem Übergangswohnheim für Spätaussiedler, Flüchtlinge und jüdische Zuwanderer aufgehalten haben. Anschließend habe er in Langenhorn gelebt, so ein Sprecher der Polizei. Dort sei er jedoch nicht gemeldet gewesen.

Das Magazin Der Spiegel berichtete, der Tatverdächtige habe im Jahr 2016 eine Grundausbildung bei der Bundeswehr durchlaufen. Er sei als freiwilliger Wehrdienstleistender angetreten. Nach Informationen des Spiegels wurde der 29-Jährige als Sanitäter eingesetzt.

Reaktionen der jüdischen Gemeinde

Der jüdische Student, welcher durch den Angriff schwere Kopfverletzungen erlitt, ist am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er befinde sich auf dem Weg der Besserung. Das bestätigte Shlomo Bistritzky, Landesrabbiner von Hamburg, im Interview mit der Welt. Er appellierte dazu, die Sicherheitsvorkehrungen für Juden schnellstmöglich zu verschärfen. Allem voran sehne er sich jedoch nach Normalität.

Auch der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland äußerte sich zu dem Angriff. In einer Pressemitteilung betonte er die Notwendigkeit, in Hamburg einen Antisemitismusbeauftragten einzusetzen. Andy Grote, Innensenator von Hamburg, bestätigte auf Twitter, dass die Gefahr antisemitischer Angriffe allgegenwärtig sei.

Als Reaktion auf den Angriff hatten sich am Montagabend rund 500 Menschen zur Mahnwache vor der Eimsbütteler Synagoge versammelt.

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