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Sechs Kinder und ein Spielwarenladen

Auch wenn heute Nachmittag Eröffnung gefeiert werden soll, muss Florian Dürr noch eine Europalette voller Spiele in den Regalen unterbringen. Jedes Kind und so mancher Erwachsene würde bei so vielen Spielen große Augen kriegen. Doch Dürr hat gerade keine Zeit, sich auf die Spiele zu konzentrieren, alles muss schnell verstaut werden. Und vor der Tür stehen noch Holzregale, die am Vormittag geliefert wurden.

Am Dienstag dieser Woche hat der 43-Jährige seinen Spielzeugladen in der Osterstraße eröffnet. Nun können dort für jedes Kinder- und Jugendalter Spielzeug, Spiele und Bastelmaterialien gekauft werden – gerade rechtzeitig zur Weihnachtszeit.

Einen Traum verwirklicht

Vor zwei Jahren hat Dürr angefangen, seinen Spielzeugladen konkret zu planen, vor einem Jahr hat er den Schlüssel für die Ladenfläche bekommen. „Aus familiären Gründen konnte ich leider nicht früher aufmachen“, sagt Dürr. Die Miete musste er trotzdem bezahlen.

Dass er eigentlich schon immer einen Spielzeugladen aufmachen wollte, erzählt er fast nebenbei. Bislang hat er schon viele Tätigkeiten ausprobiert. Zuerst war er Schlosser, hat dann ein bisschen studiert und später als Tontechniker ein Studio eröffnet. Jetzt freut sich Dürr sichtlich über seinen kleinen Laden: „Ich habe das erste Mal das Gefühl, dass ich das Richtige mache.“

Spielwarenexperte par excellence

Dass der Spielwarenladen nicht besonders groß ist, sollte kein Nachteil sein, denn Dürr hat gegenüber der Konkurrenz einen herausragenden Vorteil: Er hat sechs Kinder und weiß somit immer, was gerade an der Spielzeugfront geht. Der Jüngste ist ein Jahr alt, der Älteste ist 17, dazwischen sind alle Altersklassen vertreten. Zudem hat er drei Mädchen und drei Jungs. Jeder Marketingexperte würde vor Neid erblassen, die Testpersonen für die eigenen Waren sind jeden Tag bei Dürr zu Hause im Einsatz.

Zudem kämen zu seinen eigenen Kindern noch deren viele Freunde, deswegen wisse er, was Kinder und Jugendlich mögen. Und natürlich würden seine Kinder sich freuen, dass er einen Laden für Spielzeug eröffnet hat. Nur der Dreijährige verstehe noch nicht, dass er keine Spielsachen mit nach Hause nehmen darf, lacht Dürr. Die Älteren hätten die letzte Zeit schon im Laden mitgeholfen, zum Beispiel Waren zu etikettieren.

„Spielwaren Dürr“

Obwohl die Ladenfläche noch nicht ganz fertig dekoriert ist, wollte Dürr noch dieses Jahr eröffnen: „Lieber unfertig zu Weihnachten starten als fertig im Januar, war mir sehr wichtig“. Nun beeilen er und Verkäuferin Jutta Gemmeke sich, die letzten Tätigkeiten zu erledigen, bevor das Weihnachtsgeschäft losgeht. Dass es Dürr weniger um einen angesagten und trendigen Spielzeugladen und mehr um die Spielzeuge und Spiele geht, merkt man an vielen Stellen. Hauptsache das Angebot ist super und die Regale nicht von der Stange.

Dass sein Geschäft noch keinen Namen hat, stört ihn nicht besonders – zumindest erweckt es den Eindruck. Dem entspannt wirkenden Dürr geht es nur um sein Sortiment und um den Spaß an der Sache. Bei den Lieferanten hieße er noch „Spielwaren Dürr“, einen Namen hat er sich noch nicht überlegt, auch wenn er auf Dauer einen haben möchte. Heute nachmittag wolle er mal die Kunden fragen, welchen Namen sie sich wünschten.

Und so geht Dürr zwischen den Regal umher und erklärt die neuesten Trends und seine Lieblingsspiele. Bei Kinder seien gerade Squeezies und bei Jugendlichen Tabletops sehr angesagt, zu Hause spiele er „Blood Bowl“ – ein Fantasy-Football-Spiel aus England -, „Dixit“ und „Die Werwölfe von Düsterwald“. Im hinteren Teil des Ladens steht ein Tisch, auf dem Spiele getestet werden können. Dürr wird dort sicher die ein oder andere Herausforderung von Kunden annehmen.

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