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Unter Kaffeekünstlern: „Copenhagen Coffee Lab“ eröffnet in der Weidenallee

„Copenhagen Coffee Lab“ hat ein Café in der Weidenallee eröffnet: Die Geschichte eines früheren Kaffeebanausen und eines Latte Art Champions.

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Früher hat Søren Eskild Kaffee von der Tankstelle getrunken. Das würde er heute nicht mehr machen. Mit Kaffee sei es wie mit Wein: Es gebe viel zu lernen. „Ganz schön nerdy“, meint Eskild. Seit August 2019 baut er die Marke Copenhagen Coffee Lab in Hamburg auf. Ende Oktober eröffnete er eine Filiale in Eppendorf, jetzt hat er in der Weidenallee 2 ein zweites Café aufgemacht.

Die Kette ist zur Hälfte Kaffeerösterei und zur Hälfte Bäckerei. 2017 öffnete das erste Café in Lissabon. Mittlerweile gibt es sie fünfmal in Lissabon, zweimal an der Côte d’Azur und achtmal in Deutschland. In der Weidenallee 2 haben sich die Baristas auf Kaffeekunst spezialisiert, sogenannte Latte Art. Mit Milchschaum malen sie auf Kaffee kleine Kunstwerke.

Eskild (rechts) eröffnet Copenhagen Coffee Lab in der Weidenallee. Foto: Sophia KleinerEskild (links) mit einem Barista im „Copenhagen Coffee Lab“. Foto: Sophia Kleiner

Geschäftsführer Eskild kannte sich mit Kaffee früher weniger aus. Er kommt aus dem Marketing, hat in Kopenhagen aber bereits zwei eigene Pasta-Restaurants geführt. Irgendwann habe er keine Lust mehr auf Pasta gehabt und seine Läden verkauft, erzählt der Geschäftsführer. In seinen Restaurants bot er bereits den Kaffee von Copenhagen Coffee Lab an. Der Eigentümer der Kette holte ihn nach Hamburg. Er solle das dänische Lebensgefühl hierher bringen.

Latte Art: Kunst mit Milchschaum

Chief Barista Yuri Marchall stellt einen Flat White auf den Tisch. Das ist ein doppelter Espresso mit Milchschaum, der beim Flat White feinporiger als beim Cappuccino ist. Deswegen eignet sich der Kaffee für Verzierungen mit Latte Art. Yuri Marchall hat mit einer besonderen Eingießtechnik einen Wal gezeichnet. „Yuri kann das viel besser als ich“, lacht Eskild. Der Barista ist Latte Art Champion 2019, auch dieses Jahr tritt er wieder im Finale der Latte-Art-Meisterschaften auf dem Hamburg Coffee Festival an. Im Copenhagen Coffee Lab bildet er die nächste Generation Baristas in Latte Art aus.

Yuri Marchall ist Latte Art Champion 2019. Foto: Sophia KleinerYuri Marchall ist Latte Art Champion 2019. Foto: Sophia Kleiner

Wie lange ein Kunstwerk so aussehe, hänge von der Milch ab, erklärt Eskild. Bei homogenisierter, pasteurisierter Milch entstehen nach zehn bis fünfzehn Sekunden Blasen, bei frischer Milch behält Latte Art länger ihre Form. Eskild hat seit Oktober viel Zeit an der Kaffeemaschine verbracht. „In ein paar Wochen kannst du die Basics lernen, der Rest ist Kreativität und Talent“, sagt der Geschäftsführer.

Bald werden sie Kaffeeverkostungen und Latte Art Events im Laden anbieten. Dort können die Kunden von Profi Marchall lernen.

Gebäck und Brot kommen aus der eigenen Bäckerei

Am Tresen gibt es eine Auswahl an Gebäck und Brot wie in einer Bäckerei. Die Arbeit für Copenhagen Coffe Lab teile er sich mit Backmeister Frank auf, erzählt Eskild. Zum Café gehört eine eigene Bäckerei in Stellingen. Frank backt dort jede Nacht mit seinem Team. Um sechs Uhr morgens liefern sie das Gebäck dann ins Copenhagen Coffee Lab.

Copenhagen Coffee Lab ist ein Café und eine Bäckerei. Foto: Sophia Kleiner„Copenhagen Coffee Lab“ ist ein Café und eine Bäckerei. Foto: Sophia KleinerIm Schokohak ist kein Hackfleisch versprechen die Barristas. Foto: Sophia KleinerIm Schokohak ist kein Hackfleisch versprechen die Baristas. Foto: Sophia KleinerCopenhagen Coffee Lab hat eine eigene Backstube in Stellingen. Foto: Sophia Kleiner„Copenhagen Coffee Lab“ hat eine eigene Backstube in Stellingen. Foto: Sophia KleinerSkandinavisches Design im Copenhagen Coffee Lab. Foto: Sophia KleinerSkandinavisches Design im „Copenhagen Coffee Lab“. Foto: Sophia Kleiner

Unter den Backwaren gibt es auch dänische Spezialitäten wie das Plundergebäck Wienerbrød oder Kardamomknoten. Diese seien hier beliebt: Ein Gast habe heute 100 Kardamomknoten für ein Geschäftstreffen bestellt. „Bei den Schokohakbrötchen denken die Kunden oft, das sei Hackfleisch“, lacht Eskild. Die Baristas machten immer Witze darüber, aber tatsächlich stecke dahinter eine Art Milchbrötchen mit Schokolade. Der Renner im Laden bleibe aber das Sauerteigbrot. Frank backe es nach einem 150 Jahre alten Familienrezept, berichtet der Geschäftsführer stolz.

In der Nachbarschaft ankommen

Eskild will Copenhagen Coffee Lab in Hamburg integrieren: „Wir wollen Teil der Nachbarschaft werden.“ Ein Mann komme jeden Morgen und kaufe sich drei Brötchen, darüber freue er sich sehr. Bald will er kostenlosen Kaffee für Bedürftige anbieten. Er mag, dass die Hamburger nachhaltig denken, so solle auch das Café sein.

Copenhagen Coffee Lab, Weidenallee 2

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