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1&1: Dieser Plan ist eine Kampfansage an Telekom & Co.

Wie die 1&1 AG (die frühere Drillisch) jetzt mitteilte, hat man sich für eine Partnerschaft mit der japanische Rakuten Group entschieden. Im Rahmen dieser langfristigen Partnerschaft geht es um den Aufbau des vierten Mobilfunknetzes in Deutschland. Gemeinsam mit Rakuten wird 1&1 das europaweit erste vollständig virtualisierte Mobilfunknetz auf Basis der OpenRAN-Technologie bauen. Dabei handelt es sich um eine Art Netzausbaus, den inzwischen auch etablierte Netzbetreiber zum Teil einsetzen.

Statt das Netz nur mit Technik von einem einzigen Netzausrüster zu nutzen, handelt es sich bei OpenRAN um einen offenen Standard und wie bei 1&1 einer vollständig cloud-basierten herstellerunabhängigen Netzarchitektur. Sämtliche Netzfunktionen liegen in der Cloud und werden per Software gesteuert. Umrüstungen oder Wartungen an den Basisstationen der Antennen sind nach Angaben von 1&1 obsolet und können durch Software-Aktualisierungen durchgeführt werden.

Echtes 5G, 500 Rechenzentren, eigenes Glasfasernetz

Für das Kernnetz sind vier zentrale Rechenzentren vorgesehen. Daran werden etwa 500 dezentraler Rechenzentren in ganz Deutschland angeschlossen, die wiederum per Glasfaser mit den Antennenstandorten verbunden werden. Rechenzentren und Glasfaserleitungen stellt die Schwestergesellschaft 1&1 Versatel bereit.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagte 1&1-Chef Ralph Dommermuth,1&1 setze beim Ausbau „ausschließlich echtes 5G“ ein. Ein Seitenhieb auf Telekom & Co., die zwar mit einer großen 5G-Abdeckung werben. Faktisch verpassen sie aber in weiten Teilen Deutschland nur dem LTE-Netz einen neuen Aufkleber. „“Wir verwenden nur Antennen, die Gigabitgeschwindigkeiten liefern und schließen diese stets direkt an das bundesweite Glasfaser-Transportnetz von 1&1 Versatel an. Wir spielen also nicht nur Software-Updates auf herkömmliche 4G-Antennen auf, wie das unsere Konkurrenten meistens tun“, so Dommermuth in der Wirtschaftszeitung. Eine echte Kampfansage an die Konkurrenz.

Wer ist Rakuten?

Rakuten hat im April 2020 als Neueinsteiger in Japan das weltweit erste kommerzielle vollständig virtualisierte OpenRAN-Mobilfunknetz gestartet. Von dieser Erfahrung und Expertise wird 1&1 nun profitieren. Die Japaner sollen die Installation des aktiven Netzequipments übernehmen. Rakuten zeichnet auch für die Gesamt-Performance des 1&1 Mobilfunknetzes verantwortlich, teilte 1&1 mit. 1&1 wird Zugriff auf die Steuerungsplattform haben. Nach Medienberichten überweist 1&1 den Japanern in den nächsten zehn Jahren für die Arbeit als Generalunternehmer zwischen 1,9 und 2,3 Milliarden Euro.

„Rakuten ergänzt unser Know-How bei Telekommunikationsnetzen, Rechenzentren und Cloud-Anwendungen optimal. Gemeinsam bauen wir ein hoch performantes Mobilfunknetz, das über weitreichende Automatisierung und Agilität verfügt, um das Potenzial von 5G voll auszuschöpfen“, sagt 1&1-Chef Ralph Dommermuth. Durch den Einsatz der neuen Technik werde man „zum herstellerunabhängigen Innovationstreiber im deutschen und europäischen Mobilfunkmarkt.“ Nach Angaben von 1&1 soll das Netz „hochautomatisiert betrieben“ werden.

Wann startet der Ausbau von 1&1?

Im nächsten Quartal startet der Bau des 1&1 Mobilfunknetzes, heißt es vom Netzbetreiber. Eigentlich wollte man bereits bauen. Zuletzt hatte 1&1 den Start des Ausbaus im zweiten und dritten Quartal 2021 anvisiert, jetzt schwenkt der Anbieter auf das vierte Quartal. Dass es so spät wird erklärt der Unternehmenschef mit den langwierigen Verhandlungen mit den anderen Netzbetreibern über ein National Roaming. Dieses braucht der Anbieter für die Bereiche in Deutschland, wo das Netz zum Start noch nicht bereitsteht. Letztlich konnte man sich mit O2 einigen. Im Hintergrund habe es aber bereits eine Akquise von Standorten gegeben und auch die Glasfasernetze der Tochter 1&1 Versatel werden weiter ausgebaut.

Nach Angaben des Firmenchefs hat man einen exakten Zeitplan, wann die ersten 50 Prozent der deutschen Haushalte mit dem neuen Netz versorgt sein werden. Veröffentlichen möchte man diesen aber nicht. Die Auflagen der Bundesnetzagentur zum Ausbau des neuen Netzes werde man aber erfüllen. Das heißt, dass der neue Netzbetreiber bis Ende nächsten Jahres mindestens 25 Prozent der Haushalte versorgen muss. Das sind etwa 10 Millionen Haushalte. Zudem muss es bis dahin 1.000 Standorte mit 5G geben.

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1&1: Dieser Plan ist eine Kampfansage an Telekom & Co.

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