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40-Euro-Angebot von Vodafone: Wer braucht 1.000 Mbit/s?

Selbst bei Vodafone gibt man zu, dass ein Anschluss mit 1.000 Mbit/s heute noch nicht entsprechend ausgelastet werden kann. Ein Youtube-Stream bringt es auf 8 Mbit/s, wenn du ihn in HD schaust. Du müsstest also 125 Streams parallel laufen lassen, um das Gigabit auszulasten.

Rückblick auf 100-Mbit/s-Einführung

Doch werden wir einen Blick zurück. 2011 hat Vodafone – damals noch als Kabel Deutschland – die ersten Anschlüsse mit 100 Mbit/s auf den Markt gebracht. Schnelleres Internet gab es damals in Deutschland nicht. Die Kosten damals nach Ablauf des Neukundenrabattes: 39,90 Euro. Und es sind Parallelen erkennbar. Auch damals fragte man sich: Wer braucht eine solche Datenrate?

Inzwischen gehören Leitungen mit 50 und 100 Mbit/s im Downstream zum guten Ton bei jenen Haushalten, in denen Streaming zum Alltag gehört. Nach Angaben der Kabelnetz-Betreiber buchen Neukunden in der Regel schon Anschlüsse mit 200 oder 400 Mbit/s. Jetzt also 1 Gbit/s – oder 1.000 Mbit/s.

Gigabit braucht heute kein normaler Privathaushalt

Nein, es gibt noch keine vernünftige Anwendung für einen „normalen“ Haushalt, der die Gigabit-Leitung auslasten würde. Ein Netflix-Stream in UHD benötigt 25 Mbit/s. Bei YouTube kommst du bereits erste 8K-Streams. Diese erfordern 50 Mbit/s im Downstream. Letztlich ist es aber eine Frage des Codecs und der Bildqualität, wie breitbandig ein Stream wirklich ist. Bei 8K gibt es hier noch wenig Erfahrungswerte.

Doch nicht nur Videostreaming ist ein Cloud-Thema, das viel Bandbreite benötigt. Es zeichnet sich ab, dass immer mehr Anwendungen in große Rechenzentren verlegt werden und nicht mehr in den heimischen vier Wänden stattfindet. Ein Beispiel: Google Stadia. Die Spielekonsole besteht nur aus einer Steuerung – die komplette Spieleberechnung findet im Internet statt. 35 Mbit/s sollst du laut Google dafür bereithalten.

Schaut man also in die Zukunft und nimmt an, dass zwei 8K-Streams im Wohnzimmer und Schlafzimmer parallel laufen und ein Kind noch spielt, kommt man auf 135 Mbit/s. Das ist gerade einmal etwas mehr als ein Zehntel einer Gigabit-Leitung. Es muss also noch eine Menge passieren, um die neue Gigabit-Leitung wirklich auszulasten. Wirklich brauchen dürften sie die wenigsten Nutzer.

Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar

Doch es ist der Preis, der die Musik macht. 40 Euro für eine Breitbandleitung ist ein normaler Preis, wenn es mehr sein soll, als ein DSL-Anschluss. Zum Vergleich: Für das gleiche Geld bekommst du bei 1&1 „nur“ 100 Mbit/s und 10 Mbit/s Upstream. Bei Vodafone sind es 1000 Mbit/s Down- und 50 Mbit/s Upstream. Eine Telefon-Flatrate ins Festnetz ist bei beiden enthalten. Bei 1&1 bekommst du aber zusätzlich noch zwei SIM-Karten samt Festnetz-Flatrate und HD-Fernsehen – allerdings nur als App-Variante.

Bei der Telekom bekommst du für knapp 40 Euro gar nur 50 Mbit/s im Downstream. Und selbst Vodafone wird nach Ablauf der Aktion am 5. April zu diesem Preis nur noch 200 Mbit/s im Downstream anbieten.

Vodafone: 40 Euro bleibt einmalig

Unser Rat daher: Wer das Internet für mehr nutzt, als nur E-Mails abzurufen und im Netz zu surfen, sollte darüber nachdenken, das Vodafone-Angebot zu nutzen. Aus Vodafone-Kreisen war zu hören, dass der Preispunkt von 40 Euro eine einmalige Aktion sei. Man wolle damit nach der Übernahme von Unitymedia als relevanter Festnetzanbieter wahrgenommen werden.

Aber aus deiner Sicht: Wenn du die Wahl hast, für 40 Euro monatlich einen Anschluss mit 1000 Mbit/s zu bekommen oder einen Anschluss mit 50 Mbit/s erscheint es logisch, den Anschluss zu nehmen, bei dem du mehr Leistung bekommst – auch wenn du sie vielleicht heute noch nicht brauchst.

Buchbar ist das Angebot nach Angaben von Vodafone in 17 Millionen Haushalten – auch für Bestandskunden.

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