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Android und iOS aktivieren Tracing-Schnittstelle – So sieht das Corona-Tracking aus

Google und Apple, die Entwickler von iOS und Android haben sich zusammengetan um gemeinsam an einer Corona-Tracing Funktion für ihre Betriebssysteme zu arbeiten. Nun ist es soweit und die neue Funktion steht bereit. Ab sofort können Länder und Behörden ihre Apps bei Google und Apple einreichen und veröffentlichen.

So funktioniert das Corona Tracing

Beim Corona Tracing tauschen Smartphones in der Nähe untereinander Datenschlüssel aus und speichern diese. Meldet sich ein Nutzer als infiziert, werden seine Schlüssel auf einen Server übertragen und die Smartphones der anderen Nutzer können diese abgleichen. Findet sich dabei ein Treffer, wird eine anonyme Warnung an die betroffene Kontaktperson gesendet.

So erklären Apple und Google die Tracing-Funktion

Damit dies funktioniert, müssen Android-Smartphones und iPhones sich jedoch miteinander kommunizieren können. Bisher war der Zugriff auf die Bluetooth-Funktion insbesondere bei Apple aus Datenschutzgründen stark reglementiert.

Ohne Apps geht nichts

Bei den von Google und Apple eingebauten Funktionen handelt es sich um Entwickerschnittstellen, sogenannte APIs. Diese ermöglichen Apps bestimmte System-Funktionen zu nutzen. Das Tracing selbst wird also erst durch die Installation einer entsprechenden App möglich. Jedes Land muss also seine eigene App entwickeln und seine Bürger zur Installation dieser überzeugen. Bisher haben 23 Länder auf fünf Kontinenten Zugang zur Schnittstelle beantragt. Auch Deutschland ist dabei. Die deutsche App soll jedoch frühstens nächsten Monat zur Verfügung stehen.

iOS Tracing erfordert Update

Auf dem iPhone wird ein Betriebssystem-Update benötigt, um die neu entwickelte Tracing-Funktion zu erhalten. Das gestern erschienene Update auf iOS 13.5 bringt diese Funktionalität mit. Ältere iPhones, auf denen kein iOS 13 läuft, bekommen das Update jedoch nicht. Damit können etwas über 80 Prozent aller iPhone Nutzer weltweit das Update installieren.

Nach dem Update findet dich die iOS Tracing Funktion in den Einstellungen unter Datenschutz -> Health -> COVID-19 Kontaktprotokoll. Standardmäßig ist die Funktion ausgeschaltet. Sobald eine entsprechende App installiert ist, wirst du gefragt, ob du die Funktion aktivieren möchtest. In den Einstellungen ist es außerdem möglich, Kontaktüberprüfungen einzusehen und das eigene Kontaktprotokoll zu löschen.

Android Tracing kommt automatisch

Anders als bei iOS, müssen Android-Nutzer kein Update installieren. Das liegt daran, dass nur auf 3-4 Prozent aller Android-Smartphones weltweit die aktuellste Android Version 10 installiert ist. Und das, obwohl das Update bereits seit 9 Monaten verfügbar ist. Das liegt daran, dass Updates nicht von Google selbst, sondern von den einzelnen Herstellern verteilt werden.

Damit die Android Tracing Funktion also möglichst viele Nutzer erreicht, liefert Google das Update an den Herstellern vorbei über die Google Play Services aus. Dies geschieht auf allen Smartphones mit Android 6 oder neuer automatisch. Vom Nutzer muss also nichts installiert werden. Nach einem Neustart steht die neue Funktion bereit.

Da auch ältere Android-Versionen das Update erhalten, können rund 86 Prozent aller Android Nutzer weltweit auf die Funktion zugreifen.

Im Gegensatz zu iOS wird die neue Option jedoch erst sichtbar, sobald eine entsprechende App installiert ist. Du findest sie dann in den Einstellungen unter Google -> Dienste. Sobald eine entsprechende App installiert ist, wirst du auch hier gefragt, ob du die Funktion aktivieren möchtest. Genau wie unter iOS kannst du in den Einstellungen deine Kontaktüberprüfungen einzusehen und das eigene Kontaktprotokoll löschen.

Übrigens sollen auch Huawei-Smartphones ohne Google Play Services die Tracing-Funktion erhalten. Hier arbeitet Google mit Huawei zusammen, um eine Lösung zu finden.

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