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Chip-Netztest: Darum bekommt O2 kein „sehr gut“

Das O2-Netz macht über alle Netzbetreiber hinweg den größten Qualitätssprung im Netztest der Chip. Der Wert stieg um 25 Prozent. Hier zeigt sich gleichermaßen, wie groß die Defizite in der Vergangenheit waren aber auch wie weit das Netz inzwischen ist. Denn O2 erhält erneut die Gesamtnote „gut“. Dabei verbesserte sich die Note jedoch von einer 2,3 im Vorjahr auf eine 1,59 in diesem Jahr. Damit scheitert der Anbieter nur knapp an einem „sehr gut“, das es ab 1,5 gibt.

Sowohl im Bereich der Datenübertragung als auch der Telefonie hat O2 ein „sehr gut“erreicht. Bei den erfolgreich gemessenen YouTube-Streams sowie bei den erfolgreichen Anrufen über WhatsApp ist o2 der zweitbeste Anbieter. Auch für die Netzqualität in den Metropolen Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Frankfurt erhielt man ein „Sehr gut“. Bitter: Zwar erreichte O2 im Netztest in der Heimatstadt München die Note 1,17, landete aber dennoch nur auf Platz zwei, da die Telekom mit 1,14 gewertet wurde. Das Zünglein an der Waage: Das 5G-Netz.

LTE-Netz: Deutliche Verbesserung aber immer noch Abstand

Besonders deutlich wird der Netzausbau von O2 in diesem Jahr an der Gesamtnote für das LTE-Netz in ganz Deutschland. Erreichte man im Vorjahr noch eine magere 4,0 konnte man dieses Jahr eine 1,93 erreichen. Doch im Vergleich zur Telekom (1,34) und Vodafone (1,52) ist noch Luft nach oben. Letztlich war es dieser Wert zusammen mit dem bei O2 faktisch nicht vorhandenen 5G-Netz (Note 5,81), die das „sehr gut“ in der Gesamtbewertung gekostet hat.

Die Chip-Auswertung geht zurück auf die Messungen auf 2,25 Millionen Smartphone. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen gingen insgesamt vier Milliarden Datensätze zur Netzabdeckung ein, sodass Chip davon ausgeht, dass man alle bewohnten Gebiete und Verkehrswege Deutschlands erfasst haben dürfte. Demnach hat die Telekom eine LTE-Netzabdeckung von 94,4 Prozent des erfassten Gebietes, Vodafone kommt auf 92,9 Prozent und O2 auf immer noch vergleichsweise magere 82,8 Prozent. Im ländlichen Gebieten ist mit 78,7 Prozent sogar noch mehr LTE-Funkloch zu finden, während die Telekom es auf 93,4 Prozent bringt.

Telekom: Im Mittel 86 MBit/s möglich

Ergänzt wurde der Chip-Test von Messtechnikern der Firma Net Check, die mehr als 12.000 Kilometer in Deutschland mit dem Auto, zu Fuß und mit der Bahn unterwegs waren und 180.000 Messungen pro Netzbetreiber unternahmen. Auf diese Messungen gehen vor allem die Geschwindigkeitsergebnisse zurück.

Am Ende aller Tests steht der Testsieger Telekom fest, der in jeder Teilkategorie ein „sehr gut“ erhielt – sogar bei 5G. Bei der Datenübertragung führt die Telekom mit deutlichem Abstand – egal ob beim ruckelfreien Streamen von YouTube Videos oder beim Surfen im Internet. Mit mehr als 86 Mbit/s laden Telekomkunden im Schnitt Daten aus dem Internet. Zum Vergleich: Vodafone bringt es auf 63,9 Mbit/s und O2 auf 44,8 Mbit/s. Anders als beim Netztest der Computerbild erreicht die Telekom auch beim Upload mit 37 Mbit/s den Spitzenwert.

5G: Der Todesstoß für O2 im Netztest

Da die Chip auch 5G getestet hat, gehen auch wir kurz auf die Ergebnisse ein, die am Ende aber nur drei Prozent an der Gesamtnote ausmachten. Im Netz der Telekom war 5G entlang der getesteten Fahrtstrecke mit dem Auto sehr gut verfügbar. In den Städten zu 95,3 Prozent und auf den Verbindungstraßen zu 80,6 Prozent. Vodafone erreicht in den Städten 43,8 Prozent und auf dem Land 14,7 Prozent. Beide Netzbetreiber bieten 5G aber nur selten auf den Frequenzen um 3,6 GHz an. Nur hier sind Geschwindigkeiten bis 1 GBit/s möglich.

Oft ist 5G über Dynamic Spectrum Sharing (DSS) verfügbar, das heißt auf Frequenzen, die es sich mit LTE teilt. Dabei nutzen beide die bisherigen UMTS-Frequenzen. O2 hat sein Netz erst im Oktober gestartet und setzt derzeit ausschließlich auf diese Frequenzen – jedoch mit nur wenigen Standorten.

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