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Coronavirus: Lufthansa greift zu radikalen Mitteln

Schon Mitte der Woche hatte die Kranich-Airline Vorkehrungen beschlossen und Kostensenkungen im administrativen Bereich bekannt gegeben. Die Folge: Neueinstellungen werden ausgesetzt, eine Ausweitung von Teilzeitarbeit in die Planung aufgenommen und Mitarbeitern das Angebot unterbreitet, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Lufthansa und der Coronavirus: Die Folgen

Weitere Maßnahme: Alle geplanten Stations- und Flugbegleiter-Lehrgänge ab April 2020 sollen nicht wie geplant stattfinden. Die Teilnehmer der bereits laufenden Lehrgänge werden vorerst nicht in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen. Langfristig sei eine Anstellung der Teilnehmer zwar geplant, festlegen wann will man sich bei der Airline aufgrund der unklaren Corona-Auswirkungen aber derzeit nicht.

Ganz im Gegenteil: Am Samstag teilte Lufthansa mit, in den kommenden Wochen das Angebot auf Kurz- und Mittelstreckenflügen um bis zu 25 Prozent auszudünnen, sollte dies notwendig sein. Demnach könnte jede vierte Verbindung auf der Kurz- und Mittelstrecke ausfallen. Abhängig sei dies von der weiteren Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus in den kommenden Wochen, heißt es in einer Konzernmitteilung.

Immer mehr Flugzeuge bleiben am Boden

Auswirkungen hat der Coronavirus aber auch auf die Langstreckenverbindungen der Lufthansa Group. Dazu gehören unter anderem auch die österreichische Austrian Airlines und Swiss aus der Schweiz. Die Zahl der rechnerisch nicht eingesetzten Langstreckenjets der Gruppe soll in den kommenden Tagen von aktuell 13 auf bis zu 23 Flugzeuge ansteigen.

Diese Maßnahme wird vor allem vor dem Hintergrund getroffen, dass der Airline-Verbund derzeit und noch mindestens bis zum 28. März keine Ziele in Festland-China anfliegt. Auch nach Hongkong, einem wichtigen Transit-Ziel im Lufthansa-Netzwerk, wurden schon Kapazitätsanpassungen vorgenommen. Aktuell denkt Lufthansa darüber nach, weitere Ziele in Asien weniger oder gar nicht mehr anzufliegen, um unter anderem die eigenen Crews, aber auch Passagiere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Kurzarbeit in Prüfung

Als weitere Maßnahme kündigte Lufthansa am Samstag an, in verschiedenen Bereichen des Konzerns die Möglichkeit von Kurzarbeit zu prüfen. Eine endgültige Entscheidung in diesem Punkt ist aber noch nicht gefallen.

Wie stark sich der Coronavirus auf die Bilanz der Lufthansa auswirkt, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar. Spätestens am 19. März dürfte es hierzu aber einen Ausblick geben. Dann findet die Jahrespressekonferenz der Fluggesellschaft statt.

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