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Coronavirus: Lufthansa streicht noch mehr Flüge – rechnerisch 150 Flugzeuge am Boden

Schon Ende Februar hatte Lufthansa wegen des Coronavirus Vorkehrungen beschlossen und Kostensenkungen im administrativen Bereich bekannt gegeben. Die Folge: Neueinstellungen werden ausgesetzt, eine Ausweitung von Teilzeitarbeit in die Planung aufgenommen und Mitarbeitern das Angebot unterbreitet, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Lufthansa und der Coronavirus: Die Folgen

Weitere Maßnahme: Alle geplanten Stations- und Flugbegleiter-Lehrgänge ab April 2020 sollen nicht wie geplant stattfinden. Die Teilnehmer der bereits laufenden Lehrgänge werden vorerst nicht in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen. Langfristig sei eine Anstellung der Teilnehmer zwar geplant, festlegen, wann will man sich bei der Airline aufgrund der unklaren Corona-Auswirkungen aber derzeit nicht.

Ganz im Gegenteil: Zunächst teilte Lufthansa mit, in den kommenden Wochen das Angebot auf Kurz- und Mittelstreckenflügen um bis zu 25 Prozent auszudünnen, sollte dies notwendig sein. Demnach könnte jede vierte Verbindung auf der Kurz- und Mittelstrecke ausfallen. Abhängig sei dies von der weiteren Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus in den kommenden Wochen, heißt es in einer Konzernmitteilung.

Immer mehr Flugzeuge bleiben am Boden

Auswirkungen hat der Coronavirus aber auch auf die Langstreckenverbindungen der Lufthansa Group. Dazu gehören unter anderem auch die österreichische Austrian Airlines und Swiss aus der Schweiz. Die Zahl der rechnerisch nicht eingesetzten Langstreckenjets der Gruppe ist inzwischen auf 25 gestiegen.

Und auch 125 Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeuge kommen aktuell rein rechnerisch nicht zum Einsatz, weil Lufthansa zahlreiche Flüge nicht mehr bedient. In Summe stehen aktuell rechnerisch 150 Flugzeuge der Lufthansa Group still. Insgesamt umfasst die Flotte aktuell 770 Flugzeuge, darunter rund 180 Langstreckenjets.

Diese Maßnahmen werden vor allem vor dem Hintergrund getroffen, dass der Airline-Verbund derzeit keine Ziele in Festland-China anfliegt. Auch nach Hongkong, einem wichtigen Transit-Ziel im Lufthansa-Netzwerk, wurden schon Kapazitätsanpassungen vorgenommen. Schon Anfang März wurde bekannt, dass das Lufthansa-Management darüber nachdenkt, weitere Ziele in Asien weniger oder gar nicht mehr anzufliegen, um unter anderem die eigenen Crews, aber auch Passagiere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Nun hat die Airline Details dazu verraten.

Lufthansa streicht viele weitere Flüge – auch bei Eurowings

Lufthansa teilte mit, deutlich länger als bisher nicht nach Festland-China zu fliegen. Bis zum 24. April werden alle Flüge der Lufthansa Group zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich mit dem chinesischen Festland ausgesetzt. Auch die Verbindung in den Iran, nach Teheran, bleibt bis zum 30. April gestrichen.

Ganz neu auf der Streichliste: Flüge nach Tel Aviv und Eilat in Israel. Wegen erweiterter Einreiseverbote der israelischen Behörden, die ab dem 6. März unter anderem auch für Reisende aus Deutschland, Schweiz und Österreich gelten, seien mit einem erheblichen Nachfragerückgang für Flüge nach Israel verbunden. Deswegen fliegen Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines ab dem 8. März und mindestens bis zum 28. März nicht in die beiden Städte. Man sehe sich zu der Stornierung der Flüge aus operativen und wirtschaftlichen Gründen gezwungen, da viele Passagiere nicht mehr zur Einreise berechtigt seien.

Zudem reduzieren Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss zusätzliche Frequenzen in ihrem Streckennetz. Unter anderem nach Hongkong und Seoul (Südkorea). Die Flüge zwischen München und Hongkong werden zwischen dem 6. März und dem 24. April ausgesetzt. Betroffene Fluggäste werden in dieser Zeit nach Möglichkeit über Frankfurt und Zürich umgebucht. Auf den Routen von Frankfurt und München nach Soul streicht Lufthansa einige Frequenzen ersatzlos.

Lufthansa reagiert auf Coronavirus-Ausbruch in Italien

Und auch Verbindungen nach Italien, wo das Coronavirus vor allem in Norden stark ausgebrochen ist, fallen den aktuellen Flugstreichungen zum Opfer. Aufgrund einer veränderten Nachfrage reduziert Lufthansa die Frequenzen auf diversen Routen. Zum Beispiel nach Mailand, Venedig, Rom, Turin, Verona, Bologna, Ancona und Pisa. Zudem werden die Frequenzen auf innerdeutschen Verbindungen von Frankfurt nach Berlin, München, Hamburg und Paderborn sowie von München nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Bremen und Hannover verringert.

Swiss wird ihre Frequenzen auf Flügen nach / von Florenz, Mailand, Rom und Venedig voraussichtlich bis Ende April reduzieren. Bei Austrian Airlines reduziert sich das Flugprogramm nach Italien im März und April um 40 Prozent. Das umfasst die Strecken von Wien nach Mailand, Venedig, Bologna, Florenz, Rom und Neapel. Brussels Airlines streicht bis zum 14. März etwa 30 Prozent der Flüge nach Rom, Mailand, Venedig und Bologna.

Und auch Passagiere von Eurowings müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Mindestens bis zum 8. März reduziert sich das Flugprogramm von und nach Venedig, Bologna und Mailand. Alle anderen Ziele in Italien werden wie geplant bedient.

Insgesamt streicht Lufthansa nach eigenen Angaben bisher bis Ende März rund 7.100 Flüge (davon ab Frankfurt 3.750 Flüge zu 75 Flughäfen, ab München 3.350 Flüge zu 65 Flughäfen).

Kurzarbeit in Prüfung

Als weitere Maßnahme kündigte Lufthansa am Samstag an, in verschiedenen Bereichen des Konzerns die Möglichkeit von Kurzarbeit zu prüfen. Eine endgültige Entscheidung in diesem Punkt ist aber noch nicht gefallen.

Wie stark sich der Coronavirus auf die Bilanz der Lufthansa auswirkt, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar. Spätestens am 19. März dürfte es hierzu aber einen Ausblick geben. Dann findet die Jahrespressekonferenz der Fluggesellschaft statt.

Der Beitrag „Coronavirus: Lufthansa streicht noch mehr Flüge – rechnerisch 150 Flugzeuge am Boden“ erschien zuerst auf inside-digital.de.