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Coronavirus treibt Lufthansa in gefährliche Notlage

In der Nacht zu Donnerstag hatte Trump Europa dafür verantwortlich gemacht, dass das Coronavirus sich auch in den USA habe verbreiten können. Zu lasch seien hierzulande die Maßnahmen gegen die Pandemie gewesen, sagte Trump in einer TV-Ansprache an die amerikanische Bevölkerung. Die Folge: Niemand darf mehr als Tourist oder für einen geschäftlichen Termin in die USA einreisen, wenn man einen europäischen Pass besitzt. Und selbst wenn man sich als Amerikaner ausweisen kann, muss man sich aus Europa kommend zunächst auf den Coronavirus testen lassen. Mindestens bis Mitte April sollen diese Maßnahmen gelten.

Wirtschaftliche Folgen für immer heftiger

Wirtschaftlich ist das nicht nur für das amerikanische Tourismusgeschäft ein herber Schlag, sondern auch für europäische Airlines. Sie müssen nun wegen des US-Banns zahlreiche weitere Flüge streichen. Und in diesem Zusammenhang trifft das übrigens nicht nur die wirtschaftlich lukrativen Strecken in die USA selbst. Sondern wegen ausbleibender Nachfrage auch dutzende Zubringer-Flüge. So teilte zum Beispiel der Flughafen Münster/Osnabrück am Donnerstag mit, dass Lufthansa voraussichtlich im gesamten April keinen der täglich bis zu fünf geplanten Flüge von und nach Frankfurt durchführe.

Lufthansa muss zu derart radikalen Mitteln greifen, um finanziell nicht einen Kollaps zu erleiden. Unzählige Passagiere haben in den vergangenen Tagen von ihrem Recht Gebrauch gemacht, ihre gebuchten Tickets kostenlos zu stornieren. Finanziell ein ziemliches Desaster. Mit der Folge, dass in einer Art Notprogramm zahlreiche Maschinen am Boden bleiben. Darunter auch diverse Jets vom Typ Airbus A380. Das größte Passagierflugzeug der Welt ist schlicht zu groß und im Betrieb zu teuer, um nur einen Bruchteil der maximal möglichen Passagiere zu befördern.

Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines fliegen vorerst kaum noch in die USA

Und nun das „Anti-Europa“-Programm von Trump. Für Lufthansa Grund genug, einen Sonderflugplan für Verbindungen in die USA zu erstellen. Mit drastischen Folgen. Während der Flugbetrieb nach Kanada vorerst unverändert weiterlaufen kann, streichen die Kranich-Airline, Swiss und Austrian Airlines diverse Verbindungen zu Zielen auf der anderen Seite des Atlantiks.

Die Drehkreuze in Chicago, Newark (New York) und Washington will die Lufthansa Group in ausgedünnter Form weiter anfliegen. Die offizielle Verlautbarung lautet: Weil von dort Weiterflüge zu praktisch allen relevanten Großstädten in den USA möglich sind. Eine Frage bleibt aber offen. Wie viele Passagiere sind in den in Richtung USA fliegenden Maschinen überhaupt an Bord?

Keine USA-Flüge mehr ab München

Alle anderen US-Flüge werden hingegen auf Grund der Restriktionen der US-Behörden bis auf weiteres eingestellt. Dazu zähle auch, dass es ab Düsseldorf, München und Genf vorübergehend gar keine Verbindungen mehr in die USA gebe. Selbst wichtige Metropolen wie Houston, Los Angeles oder San Francisco streicht Lufthansa dem Vernehmen nach für die kommenden Wochen komplett aus ihrem Direktflug-Programm.

Und weiteres Ungemach droht auf der Langstrecke von Lufthansa offenbar schon bereits an anderer Stelle. Indien hat neue Einreisebestimmungen erlassen, die es notwendig machen, auch das Flugprogramm in dieses Land zu überprüfen. Die Auswirkungen würden aktuell bewertet, heißt es seitens der führenden deutschen Fluggesellschaft.

Passagiere sollten Kontaktdaten hinterlegen

Lufthansa-Fluggästen, die in den kommenden Wochen eine Reise geplant haben, wird empfohlen, sich vor Reiseantritt über den aktuellen Status des jeweiligen Fluges auf lufthansa.com, swiss.com, austrian.com oder brusselsairlines.com zu informieren. Gäste, die in ihrem persönlichen Kundenkonto ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, werden proaktiv informiert, falls ihr Flug gestrichen wird.

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