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E-Autos immer beliebter – ein Detail relativiert jedoch alles

In Deutschland ist die Zahl der PKW-Neuzulassungen im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent eingebrochen. Das geht aus neuen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervor. Grund ist vor allem die COVID-19-Pandemie, die viele Menschen dazu brachte, ihre Ersparnisse beisammen zu halten oder für andere Investitionen zu nutzen. Alternative Antriebe – dazu zählen zum Beispiel batterieelektrisch angetriebene Autos, Plug-in-Hybride, Gas- und Wasserstoff-Fahrzeuge – machten im vergangenen Jahr rund ein Viertel aller Neuzulassungen aus. Die Anzahl der neu zugelassenen PKW mit reinem Elektroantrieb legte um 206 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu.

E-Mobilität kommt in Schwung

KBA-Präsident Richard Damm sagt: „Die E-Mobilität ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Bei einem anhaltenden Zulassungstrend der Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben von rund 22 Prozent wie im letzten Quartal 2020, könne das von der Bundesregierung formulierte Ziel von 7 bis 10 Millionen zugelassenen Elektrofahrzeugen in Deutschland bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Besonders beliebt sind neue Autos mit elektrifiziertem Antrieb (batterieelektrisch, Plug-in, Wasserstoff) in den Bundesländern Baden-Württemberg (16,4 Prozent der Neuzulassungen in 2020), Berlin (16,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (16,6 Prozent). Das Schlusslicht belegen in dieser Rangliste Sachsen-Anhalt (8,8 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (9,3 Prozent) und Hamburg (9,5 Prozent).

Zur Wahrheit gehört aber auch: Wirft man einen Blick auf den PKW-Bestand insgesamt, machen elektrifizierte Antriebe nur einen verschwindend kleinen Anteil aus. In Hessen waren zum 1. Januar gerade einmal 1,8 Prozent aller zugelassenen PKW elektrifiziert. In Baden-Württemberg waren es 1,6 Prozent, in Berlin 1,5 Prozent. Die Zulassungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt weisen sogar nur einen Bestand von 0,6 Prozent an Autos mit Elektro-Antrieb aus. Deutschlandweit sind im Durchschnitt 1,2 Prozent aller zugelassenen Autos mit einem E-Antrieb ausgestattet.

Besonders beliebt sind bei E-Auto-Fans Kleinwagen. Also Autos, die primär für den Einsatz in der Stadt gedacht sind. Das überrascht nicht, ist die vergleichsweise geringe Reichweite von reinen (bezahlbaren) E-Autos doch nach wie vor das größte Manko; für kürzere Pendler-Fahrten aber vollkommen ausreichend. Kleinwagen mit batterieelektrischem Antrieb stellten mit 29,9 Prozent das stärkste Segment bei den Neuzulassungen des Jahres 2020 dar. Auf das Segment der SUV mit batterieelektrischem Antrieb entfiel knapp ein Fünftel (19,9 Prozent) des Neuzulassungsvolumens. Die Kompaktklasse erreichte mit 19,6 Prozent bei dieser Antriebsart einen ähnlich hohen Anteil.

Diese Hersteller verkauften in Deutschland die meisten E-Autos

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 394.940 Neuwagen mit elektrischem Antrieb neu zugelassen. Diese Zahl schließt auch Hybrid-Fahrzeuge ein. Am erfolgreichsten war Volkswagen mit einem Anteil von 17,4 Prozent, gefolgt von Mercedes-Benz (14,9 Prozent) und Audi (9 Prozent). Die Zahl der neu zugelassenen, waschechten E-Autos lag im vergangenen Jahr bei 194.163. Auch hier machte Volkswagen mit Modellen wie dem e-Golf und dem ID.3 den größten Anteil aus (23,8 Prozent). Gefolgt von Renault (16,2 Prozent) und Tesla (8,6 Prozent).

Es mag also stimmen, dass E-Mobilität „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ ist, wie es KBA-Präsident Damm formuliert. Grund zur Euphorie besteht aber nicht. Denn dazu ist die Zahl der E-Auto-Neuzulassungen insgesamt noch viel zu gering. Und was man nie vergessen darf: Die CO2-Bilanz wird durch Elektroautos in der Regel weit weniger positiv beeinflusst als angenommen. Denn auch bei der Produktion der E-Auto-Batterien wird Kohlenstoffdioxid in die Luft geblasen. Und je größer die Batterien sind, desto länger muss ein E-Auto rechnerisch fahren, um gegenüber einem klassischen Verbrenner eine bessere CO2-Bilanz auszuweisen.

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