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Easyjet vollzieht drastischen Schritt – vor allem Lufthansa freut’s

Nach der Krise ist vor der Krise. So oder so ähnlich müssen sich viele Mitarbeiter von Easyjet fühlen, die in Berlin stationiert sind. Denn an der Berliner Basis des britischen Billigfliegers geht es nicht mehr so weiter wie vor dem Corona-Lockdown. Laut übereinstimmenden Medienberichten verkleinert Easyjet an den Flughäfen Tegel und Schönefeld seine Flotte, setzt viele Mitarbeiter vor die Tür und lässt zudem Lufthansa jubeln. Denn Lufthansa bekommt durch die neue Ausrichtung von Easyjet ein wichtiges Filetstück der eigenen Strategie sozusagen exklusiv auf dem Silberteller serviert.

Easyjet: Berlin ist ein Verlustbringer

So berichtet unter anderem der rbb unter Berufung auf interne Unterlagen, dass Easyjet sich entschieden habe, die Zahl der in Berlin stationierten Flugzeuge von 34 auf 18 zu reduzieren. Dadurch werden weniger Mitarbeiter benötigt. Mehr als 700 verlieren ihren Job. Stephan Erler, für den deutschen Markt zuständiger Easyjet-Manager, spricht von nach wie vor bestehenden Herausforderungen, „die es bisher unmöglich gemacht haben, in Berlin profitabel zu sein“. Mit anderen Worten: Easyjet macht mit dem Betrieb in Berlin Verluste. Erler sagt weiter: „Das übrige Netzwerk ist nicht mehr in der Lage dies auszugleichen.“

Zwar spielt Berlin in den Planungen von Easyjet weiter eine wichtige Rolle, aber eben in kleinerem Umfang. Man konzentriere sich darauf, „das zu tun, was für das Unternehmen, seinen langfristigen Bestand und seinen Erfolg richtig ist“, heißt es von Easyjet-Chef Johan Lundgren.

Innerdeutsche Verbindungen fallen weg

In einer ersten Maßnahme hat sich Easyjet offenbar dazu entschlossen, den Fokus in Zukunft auf ganz bestimmte Routen zu legen. Zum Bespiel zu stark nachgefragten Zielen in Europa und an Urlaubsziele. Nicht mehr Teil der Easyjet-Strategie sind hingegen innerdeutsche Flüge. „Einige Strecken werden aufgrund fehlender Profitaussichten eingestellt werden. Dazu gehören auch die innerdeutschen Business-Angebote“, so Erler weiter. Sie sind bereits nicht mehr buchbar.

Und genau das ist jener Punkt, der Lufthansa freuen wird. Denn mit der Easyjet-Entscheidung ist Lufthansa gemeinsam mit der zum Konzern gehörenden Eurowings wieder konkurrenzlos im nationalen Flugverkehr. Easyjet hatte einige innerdeutsche Verbindungen von der insolventen Air Berlin übernommen. Flüge von Berlin fanden unter anderem nach Düsseldorf, Köln, München und Stuttgart statt. Eigentlich sollten sie ab September wieder starten. Daraus wird nun nichts. Die Folge ist, dass Lufthansa die Preise auf diesen Strecken nach Belieben diktieren kann. Flüge dürften entsprechend teu(r)er werden.

Corona-Roulette: Niemand kann in die Zukunft schauen

Entscheidend für die Zukunft der Luftfahrt ist aber ohnehin, wie sich das Corona-Virus weiter verbreitet. Kommt beispielsweise im Herbst eine neue Welle, die erneut einen Lockdown zur Folge hat, dürfte das dramatische Folgen haben – für die gesamte Wirtschaft.

Bleibt eine zweite Welle hingegen aus, wird sich nicht nur das Flug-Geschäft nach und nach (weiter) erholen. Und dann ist es durchaus möglich, dass auch Easyjet seine Berliner Basis wieder wachsen lässt. Kurzfristig ist das natürlich nicht zu erwarten, eher auf das Jahr 2022 oder sogar 2023 bezogen.

Und deswegen ist der Status quo für betroffene Mitarbeiter natürlich ein harter Schlag. Einer, der so offenbar nicht zu erwarten war. So sagte zum Beispiel eine Flugbegleiterin gegenüber dem rbb: „Wir sind schon davon ausgegangen, dass es einen Stellenabbau geben wird. Aber dass es so hart kommt, ist wirklich enttäuschend.“

Luftverkehrssteuer macht Fliegen ab Deutschland teuer

Nicht zu vergessen ist übrigens auch, dass für viele Airlines die in Deutschland geltende Luftverkehrssteuer eine zusätzliche Belastung ist. Zwar dient die Steuer in erster Linie dem Klimaschutz, sorgt aber eben auch für höhere Kosten. Für jeden Passagier, der von Deutschland zu einem Ziel in Europa abhebt, muss eine Fluggesellschaft aktuell 12,90 Euro zahlen. In weite Teile Nordafrikas und in den Nahen Osten werden 32,67 Euro pro Passagier fällig. Andere Interkontinental-Verbindungen sind sogar mit einem Aufpreis von 58,82 Euro verbunden.

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