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Eine Woche mit einem Falt-E-Bike durch die Stadt: So gut macht sich das Tern Vektron S10

Ein Elektromotor gepaart mit einem Akku und ein paar Strippen haben das Fahrrad vollkommen auf den Kopf gestellt. Ob Mountainbike oder Cityrad, ja selbst das Rennrad: Wer sich heute ein Fahrrad zulegt, entscheidet sich am Ende immer öfter für ein E-Bike. Auch das Klapprad erlebt dadurch seinen zweiten Frühling. Doch kann das funktionieren? Ein Faltrad, das eigentlich leicht und handlich sein soll, mit einem schweren Motor und Akku? Wir haben das Tern Vektron S10 eine Woche zum Pendeln benutzt und verraten es dir.

Wer ist eigentlich Tern?

Von Hercules über KTM, Prophete und Pegasus bis Zündapp: Während diese Markennamen vielen Fahrrad-interessierten bekannt sein dürften, haben wohl nur wenige bislang von Tern gehört. Das Unternehmen mit Sitzt in Tawain gibt es seit nunmehr 10 Jahren. Der Name „Tern“ bedeutet übersetzt Küstenschwalbe. „Wir haben unser Unternehmen nach dem kleinen, leichten Vogel benannt, dessen Partnerschaft ein ganzes Leben lang hält und der den Weltrekord für den längsten jährlichen Vogelzug innehat“, lautet die Philosophie dahinter. Das Vektron S10 ist nur ein E-Bike-Modell von derzeit neun im Portfolio des Produzenten. Das Versprechen von Tern: „Die Vektron-Modellreihe setzt Maßstäbe in Sachen falten, fahren und verstauen – kurz: Vielseitigkeit.“

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Das Fahrverhalten des E-Falters

Gelingen soll das mit einem Bosch Performance Line-Antrieb mit bis zu 65 Nm Drehmoment und 300 Prozent Tretkraftunterstützung und einem 500-Wh-Akku, der dich bis zu 100 Kilometer weit beim Treten unterstützen soll. Zudem ist das Falt-E-Bike so konzipiert, dass es Menschen mit einer Größe zwischen 1,47 und 1,95 m und einem Gewicht von bis zu 105 kg tragen soll. Im Test gelang das dem Tern Vektron S10 ideal. Bei einer Körpergröße von 1,90 m und einem Gewicht von rund 90 kg lässt man im Turbo-Modus bei Grün alle anderen Radfahrer hinter sich.

Das Tern Vektron S10 ist für nahezu alle Menschen geeignet.

Das Tern Vektron S10 ist für nahezu alle Menschen geeignet.

Die Shimano Deore Shadow+ Schaltung mit ihren 10 Gängen hilft bei der Beschleunigung ungemein. Das E-Bike ist in der Stadt ein wahrer Flitzer. Von Werk aus mit allem ausgestattet, was man im Straßenverkehr braucht (Licht, Klingel, Schutzbleche, Katzenaugen und weiterem Klimbim) ist man auch bei Einbruch der Dunkelheit sicher und schnell unterwegs. Dabei macht der Akku einem keineswegs einen Strich durch die Rechnung.

Wie weit komme ich mit dem E-Bike?

Nach rund 40 gefahrenen Kilometern war noch in etwa die Hälfte der Akkukapazität vorhanden. Ganz genau lässt sich das aber nicht sagen. Zum einen ist die Akkuanzeige mit fünf Balken eher unpräzise. Zum anderen kommt es darauf an, wie oft und wie lang man die Motorunterstützung in Anspruch nimmt. In unserem Test ging es meist durchs flache Köln. Kommen viele Berge ins Spiel und man hat den Turbo-Modus auf Dauerbetrieb, dürften am Ende ein paar Kilometer weniger auf der Tachoanzeige erscheinen. Um die Zeit zur nächsten Aufladung hinauszuzögern hilft es, in den weniger sportlichen und spaßbefreiten Eco- oder Tour-Modus zu schalten. Dann jedoch kommt man auch weniger schnell vom Fleck weg. Ist der Akku mal leer, lässt er sich ganz einfach herausnehmen und zu Hause an der Steckdose aufladen.

Das E-Bike unterstützt dich bis zu 100 km beim Beschleunigen und Fahren

Das E-Bike unterstützt dich bis zu 100 km beim Beschleunigen und Fahren

Und was fehlt?

Auf den holprigen Radwegen und Straßen Kölns wäre eine Federung wünschenswert. Das E-Bike von Tern liegt nämlich knüppelhart auf der Straße. Letztlich sind es die Schwalbe Big Apple Reifen, die Unebenheiten wie einen Kronkorken schlucken. Bei größeren Schlaglöchern, was auf Kölner Straßen wahrlich keine Seltenheit ist, muss man allerdings aufpassen. Stürze verhindern die Magura MT4 Hydraulik-Scheibenbremsen. Ein Zangengriff mit zwei Fingern genügt und man kommt ziemlich rasch zum Stehen. Darüber hinaus hätte eine Federung das gut 22 kg schwere Falt-E-Bike noch schwerer gemacht. Doch wie schwer sind 22 kg eigentlich für ein Klapprad, das dazu konzipiert ist, viel getragen und gehoben zu werden?

Der Faltmechanismus des Tern Vektron S10 funktioniert nach einigen Klappvorgängen recht simpel

Der Faltmechanismus des Tern Vektron S10 funktioniert nach einigen Klappvorgängen recht simpel

Die Geheimfunktion

Die etwa 30 Stufen am Kölner Westbahnhof lassen sich besser bewältigen, wenn man das E-Bike im aufgeklappten Zustand hochhebt und trägt. Sollte es auf dem Weg nach oben zu schwer werden, gibt es auf der Unterseite des Fahrradsattels ein Schulterpolster. Das entlastet ungemein. Ist eine Rampe vorhanden, lässt sich am E-Falter ein Walk-Modus einschalten. Der Motor unterstützt dann beim Schieben. Im Vergleich zu einem Faltrad ohne E-Antrieb, das etwa 10 kg weniger auf die Waage bringt, hat man aber freilich schwerer zu heben und zu schleppen.

Die Geheimfunktion des E-Bikes befindet sich unter dem Sattel

Die Geheimfunktion des E-Bikes befindet sich unter dem Sattel

In der Bahn lässt sich das Tern Vektron S10 relativ zügig zusammenklappen. Tern gibt eine Faltzeit von 10 Sekunden an. Und das ist kein Kokolores. Es bedarf jedoch ein paar Faltgängen und etwas Übung. Hat man aber den Dreh raus, lässt sich diese Zeit auch noch toppen.

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Trägt Kind und Bier

Wieder auseinandergefaltet ist man bereit für den Schlussspurt. Gibt es im Büro keine Dusche, lässt sich die Strecke auch völlig schweißfrei bewältigen. Auf dem Bordcomputer am Lenker einfach den Turbomodus einschalten, leicht in die Pedale treten und sich treiben lassen. Apropos Bordcomputer. Der zeigt nicht nur die Geschwindigkeit, Akkustand und die zurückgelegte Strecke an. Man sieht auch, wie viel Kilometer Unterstützung in jedem der fünf Modi noch bleiben. Und auch die Beleuchtung lässt sich hier ein- und ausschalten.

Der Bordcomputer zeigt Parameter wie Geschwindigkeit, Akkustand und Distanz an

Der Bordcomputer zeigt Parameter wie Geschwindigkeit, Akkustand und Distanz an

Übrigens: Wer schwere Gegenstände mit dem Falt-E-Bike transportieren will, kann sie auf den Gepäckträger schnallen. Dieser erträgt eine Last von bis zu 27 kg. Ein Kasten Bier etwa, der knapp 20 kg wiegt, ist damit kein Problem. Auch, wenn man den als Pendler zur Arbeit wohl nicht so häufig braucht. Ein Kind im Kindersitz, das man unterwegs in der Kita absetzt, ist aber ebenso kein Problem.

Tern Vektron S10 – Falt-E-Bike im Test: Das Fazit

Ein unauffälliges Design, eine hohe Reichweite (100 Kilometer sind realistisch) sowie eine tolle Beschleunigung machen das rund 3.500 Euro teure Tern Vektron S10 zum City-Flitzer. Hier verspricht der Hersteller nicht zu viel. Die Straßenzulassung mit allem Pipapo sorgt dafür, dass man sich nicht noch um einen Fahrradständer oder eine Klingel kümmern muss, wie es so oft bei anderen E-Bikes der Fall ist. Für lange Touren oder das Gelände eignet sich der Falter allerdings nicht. Hier vermisst man schnell eine Federung. Zum Pendeln oder um Einkäufe in der Stadt zu erledigen ist das Klapprad jedoch perfekt geeignet.

Dsa E-Bike Vektron S10 ist sofort Straßentauglich

Dsa E-Bike Vektron S10 ist sofort Straßentauglich

Der Klappmechanismus des Falt-E-Bikes ist anfangs zwar gewöhnungsbedürftig. Kennt man ihn aber, lassen sich immer wieder Faltrekorde im Hinblick auf die Zeit aufstellen. Mit 22 kg ist das Tern Vektron S10 zwar nicht schwerer als andere Falt-E-Bikes. Dennoch ist das für ein Faltrad ein stolzes Gewicht. Ohne Motor und Akku geht es auch 10 kg leichter. Aber dann hat man eben auch keinen Motor und Akku.

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