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Foldables unter 1.000 Euro: TCL zeigt überraschende Konzepte

Drei Dinge sind für ein Foldable wichtig: faltbare Displays, die Software und das mechanische Scharnier oder die mechanischen Scharniere. Hier liegt bei vielen Herstellern der Hase im Pfeffer. Die Software ist dank der variablen Android-Oberfläche und viel Erfahrung der Software-Entwickler innerhalb der Smartphone-Hersteller keine große Herausforderung. Das Display und das Scharnier sind da schon eine andere Geschichte. Und hier sieht sich TCL im Vorteil gegenüber sehr vielen Mitbewerbern.

Konzepte nicht nur für die TCL-Zukunft

Diese Vorteile zeigt TCL nun in Konzepten. Neben den schon etwas älteren Formfaktoren wie einem Klapp-Smartphone, das ausgeklappt den aktuellen Smartphones am Markt entspricht, und einem einmal auseinander faltbaren „Buch“ im Stile eines Galaxy Fold, sind zwei brandneue Konzepte interessant. Das Foldable mit zwei Knick-Achsen und das Rollable, das aus einem normalen Smartphone, ein kleines Tablet macht.

Zweimal Falten: 10-Zoll-Tablet für die Hosentasche

TCL hat ein dreifach faltbares Tablet entwickelt, das in die Hosentasche passt. Der funktionierende Prototyp verwendet beide Scharniertechnologien des Unternehmens – DragonHinge und ButterflyHinge. Damit faltest du ein 10-Zoll-Tablet in ein 6,65-Zoll-Gerät mit einem Seitenverhältnis von 20,8:9 zusammen. Dabei verbaut TCL eine Bildschirmauflösung von 3K. Das Ganze sieht dann so aus:

Rollen statt falten: Das Rollable von TCL

Noch etwas mehr in die Zukunft schaut das spannende Konzept des Rollables von TCL. Mit 9 Millimeter Dicke ist das Konzept nur minimal dicker als Standard-Smartphones. Mit einem ausziehbaren AMOLED-Display, das den 6,75-Zoll-Bildschirm automatisch per Knopfdruck auf ein 7,8-Zoll-Display erweitert, wird es aber bei Bedarf bedeutend größer.

Der große Vorteil des rollbaren Displays ist, das es keine harte Knickfalte gibt. Sie sind einer der Schlüsselpunkte bei derzeitigen Foldables, wie dem Galaxy Fold, dem Galaxy Z Flip oder dem Huawei Mate Xs. Motorola hat bei seinem Razr-Smartphone sogar eine Heizung eingebaut, damit die Falz gedämpft wird.

Faltbare Displays sind noch zu teuer

Im Gespräch mit Stefan Streit, General Manager Global Marketing bei TCL, wird schnell klar, dass man es mit einem selbstbewussten Hersteller zu tun hat. Denn zwei Dinge könne TCL jetzt schon. Man stelle seine eigenen faltbaren Displays her und man habe mit einem nach außen und einem nach innen klappbaren Scharnier schon einen Baukasten für Foldables bereitstehen. Damit ist man einen weiteren Schritt weiter als noch vor einem Jahr, als die ersten Prototypen von Falthandys von TCL vorgestellt wurden.

TCL verstehe sich jedoch nicht in der Vorreiterrolle. Man wolle, so betont Streit, die Technologie für jedermann zugänglich machen: „Die bisherigen Foldables rufen den Kunden zu: ‚kauf mich nicht!‘ und das kommt durch einen sehr hohen Preis“. Damit liegt Streit wohl bei der Masse der Nutzer richtig, denn Smartphones weit über der 2.000-Euro-Marke mögen Technologieträger sein und bei progressiven Naturen den Geldbeutel öffnen. Für den Otto-Normalnutzer sind die Preise jedoch utopisch. Das gilt apropos auch für das neue Samsung Galaxy Z Flip, dass seinen Preis von 1.500 Euro fast ausschließlich aus der Faltbarkeit schöpft und uns nicht überzeugt.

Faltbare Displays: TCL will unter die 1.000-Euro-Marke

Doch wie viel darf ein Falthandy kosten? Streit betont, dass es noch keine finalen Produkte in diesem Bereich gebe. TCL experimentiere mit Formen und Nutzerprofilen. Doch das Ziel steht schon recht deutlich fest: Ein Smartphone, das sich in einem Formfaktor bewege, das es aufgefaltet als kleines Tablet bezeichnet werden könnte, sollte rechnerisch unter 1.500 Euro kosten und eines im Stile eines alten Klapphandys sollte die 1.000-Euro-Marke nicht sprengen. Damit ist die Ansage klar: „Wir streben Smartphones an, die rund 20 bis 30 Prozent weniger als aktuelle Modelle kosten.“

Wer will, bekommt ein Falt-Display

TCL kommt aus der Zulieferer-Branche und stellt nicht nur für sich her, sondern bedient auch die Konkurrenz mit faltbaren Displays. Dieses Konzept ist schon von Samsung bekannt. Die Südkoreaner liefern gefühlt die Hälfte der Bauteile für beispielsweise Apple und stellen dennoch eigene Smartphone-Kreationen auf die Beine. So ähnlich geht nun auch TCL vor. Jeder kann, so Streit, TCLs Displays einkaufen.

Was nicht geht, ist der Verkauf der eigenen Scharniere. Hier sieht Streit einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, den man nicht aufgeben will: „Wir haben durch unser sehr breites Produktportfolio nicht nur Erfahrung im Bereich Display und Software, sondern auch im Bereich von mechanischen Bauteilen.“ Und diesen Vorteil will TCL nicht mit verkaufen. Also gibt es lediglich die faltbaren Panels für die Konkurrenten.

TCL mit eigener Marke – BlackBerry spielt keine Rolle mehr

Doch wie geht es außerhalb der Falthandy-Welt weiter? Der Partner BlackBerry wird bei TCL jedenfalls keine Rolle mehr spielen. Das wurde vor wenigen Wochen bekannt und durch Streit im Gespräch auch noch einmal bekräftigt. Man habe die Partnerschaft aufgelöst.

Doch was macht TCL ohne seine Premiummarke? Das wird mit Blick auf die Pläne TCLs und auf die vergangene IFA 2019 in Berlin klar. TCL starte dort seine eigene Smartphone-Marke unter dem eigenen Firmen-Label TCL. Das TCL Plex war der Vorreiter im Portfolio. Doch das ist nicht alles. Man will auf breiterer Front angreifen.

Alcatel für die Masse

Die Marschrichtung ist dabei klar. Streit zieht die Linie bei 150 bis 200 Euro. Dort trennen sich die Wege von Alcatel und TCL. Während der französischstämmige Hersteller die Einsteiger und preisbewussten Käufer versorgen soll, hat TCL die anspruchsvollen Nutzer im Blick. Doch auch hier gilt: TCL will mit aggressiver Preispolitik punkten und die Konkurrenz unterbieten.

Wie man das machen will, also welche Modelle es 2020 richten sollen, lässt Streit vorerst offen. Doch es wird neue Smartphones sehr zeitnah geben. Wenn sie halten, was TCL verspricht, dürfen sich nicht nur Samsung und Huawei, sondern auch OnePlus und Xiaomi auf einen neuen Spieler am Markt einstellen.

Der Beitrag „Foldables unter 1.000 Euro: TCL zeigt überraschende Konzepte“ erschien zuerst auf inside-digital.de.