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Galaxy Z Fold 2 im Test: Samsung hat dazugelernt

Das Galaxy Z Fold 2 ist die zweite Version von Samsungs Falt-Smartphone, das zu einem kleinen Tablet werden kann. In die neue Generation sind viele Verbesserungen eingeflossen. Einige davon merzen Dinge aus, die uns bei der ersten Generation gestört haben. Auch wurden viele Neuerungen des Galaxy Z Flip, Samsungs kleinem Falt-Smartphone in der großen Version umgesetzt. Bleibt das Galaxy Z Fold 2 damit ein Smartphone für Geeks und Enthusiasten, oder ist es bereit für den Alltag? Wir machen den Test.

Das Galaxy Z Fold 2 kommt in einer auffaltbaren Box zu dir. In dieser befinden sich neben dem Smartphone selbst ein USB-C auf USB-C Ladekabel, ein 25-Watt Netzteil und USB-C Kopfhörer von AKG. Auf eine Hülle und die kabellosen Galaxy Buds wie in der ersten Generation verzichtet Samsung dieses Jahr. Der Preis fällt mit 1949 Euro dafür 150 Euro günstiger aus.

Das Einrichten des Galaxy Fold kann im ausgeklappten oder zusammengeklappten Zustand erledigt werden. Mit der Samsung Smart-Switch App ließen sich meine Daten problemlos von meinem Poco F2 Pro auf das Galaxy Z Fold 2 übertragen. Einzig die App-Anordnung ging verloren.

Schicker und moderner auf den ersten Blick

Bereits beim Einschalten fällt auf: Samsung hat dem Galaxy Z Fold 2 viele Neuerungen verpasst. Die offensichtlichste Veränderung betrifft die beiden Displays. Das kleine Display ist mit 6,2 statt 4,6 Zoll deutlich größer geworden und reicht bis an den Rand des Smartphones. Nur an der linken Seite ist die Fläche bis zum Rahmen noch etwas dicker. Oben befindet sich eine Front-Kamera in einem Punch-Hole.

Der kleine Bildschirm des Galaxy Z Fold 2 ist viel größer geworden

Das kleine Display ist ein riesiges Upgrade im Vergleich zur vorherigen Generation

Das große Display ist mit 7,6 statt 7,3 Zoll ebenfalls größer geworden. Dafür hat Samsung auch hier die Ränder nochmals schmaler gestaltet und verzichtet auf die seltsam geformte Notch in der rechten Ecke. Auch hier befindet sich die Front-Kamera nun in einer kleinen Punch-Hole. Die Positionierung ist jedoch etwas ungünstig gewählt. Mehr dazu später. Ebenfalls Einzug gehalten hat eine schnellere Bildwiederholrate von 120 Hertz. Diese jedoch nur auf dem großen Bildschirm.

Auch aufgeklappt bietet das Galaxy Z Fold 2 mehr Bildschirm

Nur ein winziges Loch für die Kamera unterbricht das großes Display

Gab es bei der ersten Version noch Verwechslungen, bei denen die oberste Schicht des Displays von einigen für eine Schutzfolie gehalten wurde, hat man hier nachgebessert. Die oberste Schicht des Displays ist nun nirgendwo mehr zu greifen und auf beiden Displays wurde wirklich eine Schutzfolie angebracht. Samsung rät jedoch dazu, diese nur von einem autorisierten Mitarbeiter entfernen zu lassen.

Die Displayschutzfolie ist deutlich zu sehen

Die Displayschutzfolie ist deutlich zu erkennen – darf aber nicht abgezogen werden

Die Maße des Falt-Smartphones haben sich nur unwesentlich verändert. Mit 16,8 statt 17,1 Millimeter an der dicksten Stelle ist das Galaxy Z Fold 2 etwas dünner geworden. Mit 282 statt 276 Gramm dafür etwas schwerer. Das Design erinnert mit seinen Farben und der weit herausstehenden Kamera an das Galaxy Note 20 Ultra.

Das Kamera-Modul des Galaxy Z Fold 2 steht deutlich hervor

Das Kamera-Modul steht weit hervor

Falten in allen Positionen

Der Falt-Mechanismus des Galaxy Z Fold 2 wurde grundlegend überarbeitet. Wie schon beim Galaxy Z Flip im Frühjahr, lässt sich auch das Fold 2 nun in jeder beliebigen Position aufklappen. Dadurch kann das Smartphone beispielsweise wie ein Laptop hingestellt werden.

Der Klapp-Mechanismus des Galaxy Z Fold 2 im Detail

Der Klapp-Mechanismus wurde deutlich verbessert

Zum Aufklappen werden weiterhin beide Hände benötigt, mit etwas Geschick funktioniert es jedoch auch nur mit einer Hand. Das Zuklappen hingegen ist mühelos mit einer Hand möglich. Nutzt du das Galaxy Z Fold 2 im aufgeklappten Zustand und schließt es, wird das Handy automatisch gesperrt. Dieses Verhalten lässt sich jedoch anpassen. Fängst du auf dem kleinen Bildschirm an und klappst das Smartphone auseinander, wird die App auf dem großen Bildschirm dargestellt. Die Home-Screens sind auf beiden Bildschirmen unabhängig voneinander. Daher kannst du beide Bildschirme mit anderen Apps, Widgets oder Hintergrundbildern ausstatten.

Flaggschiff-Hardware

Bei der verbauten Hardware hat Samsung sich nicht lumpen lassen. So kommt im Galaxy Z Fold 2 der aktuelle Snapdragon 865+ von Qualcomm mit 12 Gigabyte RAM zum Einsatz. Dies ist auch in der deutschen Version der Fall. Bei den anderen Smartphones der Note-20-Reihe setzt Samsung hierzulande auf den schlechteren Exynos 990.

Speicher steht mit 256 Gigabyte zwar reichlich zur Verfügung, kann jedoch nicht mit einer Speicherkarte erweitert werden. So ist auch nur ein Slot für eine physische SIM-Karte vorhanden. Dual-SIM ist mittels eSIM jedoch trotzdem möglich. Diese Funktionalität wurde im Laufe meines Tests per Update nachgereicht. An Funkfrequenzen ist so ziemlich alles verbaut, was man von einem aktuellen Smartphone erwartet. Neben 5G mit allen Sub-6GHz und mmWave-Frequenzen ist auch WLAN 6 (ax) und Bluetooth 5.0 vorhanden. NFC für Google Pay und Co. gibt es auch. Nur auf einen Infrarot-Port verzichtet Samsung.

Kamera des Galaxy Z Fold 2

Die Kamera des Galaxy Z Fold 2 stammt weder aus der Note-20 noch aus der S-20 Serie. Stattdessen handelt es sich um eine, vermutlich aus Platzgründen etwas abgespeckte Ausstattung. Dennoch überzeugt diese im Test.

Die Kameras im Überblick:

  • Hauptkamera: 12 Megapixel; f/1,8 Blende; OIS
  • Weitwinkel-Kamera: 12 Megapixel; f/2,4 Blende; 123° Sichtfeld; OIS
  • Telezoom-Kamera: 12 Megapixel; f/2,2 Blende
  • Frontkamera (2 Stück): 10 Megapixel; f/2,2 Blende

Die Haupt-Kamera macht bei eigentlich allen Lichtbedingungen gute Fotos mit schönen und realistischen Farben:

12 Megapixel-Foto mit dem Galaxy Z Fold 2

Eine Nahaufnahme mit dem Galaxy Z Fold 2

Sogar bei kompletter Dunkelheit gelingen die Fotos dank guter Software-Nachbearbeitung.

Bei diesem Foto war es fast komplett dunkel

Auch die Weitwinkel-Kamera kann überzeugen:

Ein Foto mit der Weitwinkel-Kamera

Nur am Rand sind die durch die Verzerrungen unvermeidlichen Unschärfen zu erkennen. Bei schwierigen Lichtbedingungen wie Gegenlicht fallen diese etwas mehr auf:

Noch ein Weitwinkel-Foto mit dem Galaxy Z Fold 2

Die Telezoom-Kamera beim Galaxy Z Fold 2 bietet „nur“ einen zweifachen Zoom:

Ein Foto mit der Telezoom-Kamera

Per digitalem Zoom ist eine 10-fache Vergrößerung möglich – jedoch mit starken Qualitätseinbußen verbunden:

10-fach Digital-Zoom

Einen 30-fach-Zoom wie bei den Note-20 Modellen gibt es beim Galaxy Z Fold 2 hingegen nicht. Insgesamt können die Kameras jedoch überzeugen. Was besonders auffällt, ist, wie gut die einzelnen Objektive aufeinander abgestimmt sind. Bei der realistischen Farbgebung der Fotos gibt es kaum Unterschiede zwischen Normal-, Weitwinkel- und Telezoom-Kamera.

Akkulaufzeit besser als gedacht

Der Akku des Galaxy Z Fold 2 ist mit 4.500 mAh für die Displaygröße relativ knapp bemessen. Zusammen mit dem 120 Hertz Display hätten wir eher mit einer schlechteren Laufzeit gerechnet. Doch im Test konnte uns das Galaxy Z Fold 2 vom Gegenteil überzeugen. Auch für Vielnutzer ist es kein Problem mit dem Telefon durch den Tag zu kommen. Zwei Tage sind aber Aufgrund der für Samsung typisch schlechten Standby-Zeit nicht drin.

Aufgeladen wird das Falt-Smartphone via USB-C. Zum ersten Mal bei Samsung finden wir diesen Stecker auf beiden Seiten des Kabels vor. Das mitgelieferte Netzteil bietet eine Leistung von 25 Watt. Kabelloses Laden sowie das Aufladen von Kopfhörern und Co. auf der Rückseite des Smartphones ist ebenfalls möglich.

Software und Apps sind die Schwachstelle

Das Galaxy Z Fold 2 wird mit Android 10 und Samsungs Software-Überzug OneUI 2.5 ausgeliefert. Die Oberfläche enthält ein paar Anpassungen für den größeren Bildschirm und die Falt-Funktion.

Richtig gut funktioniert hier die Kamera-App. Stellt man das Galaxy Z Fold 2 aufgeklappt wie ein Laptop hin, passt sich die UI an und lässt einen das Falt-Handy als Selbstauslöser verwenden. Auch die YouTube-App ist dementsprechend angepasst. Andere Apps wurden leider noch nicht an den neuen Formfaktor angepasst. Möglicherweise ist hier der Aufwand für die Entwickler im Hinblick auf die wenigen Falt-Smartphones auf dem Markt einfach zu hoch.

Die Kamera App passt sich ideal an das Falt-Format an

Die Kamera-App ist optimal an das Falt-Format angepasst

Das System selbst wurde unserer Meinung nach leider zu wenig angepasst. So kannst du zwar Apps nicht nur nebeneinander, sondern auch in einem kleinen Fenster übereinander anzeigen lassen, was auf dem großen Bildschirm einen echten Mehrwert bietet. Diese Funktion ist jedoch mit OneUI 2.5 auf allen Samsung-Smartphones möglich.

Eine weitere App in einem kleinen Fenster starten ist auf dem Galaxy Z Fold 2 problemlos möglich

Eine App in einem kleinen Fenster zu starten ist praktisch

Andere Aspekte wie das Multitasking-Menü oder die Einstellungen wurde leider überhaupt nicht an das andersartige Format angepasst. Stattdessen wird die normale Smartphone-Ansicht nur vergrößert dargestellt. Wo man die fehlende Anpassung von Apps noch verschmerzen kann, hätte Samsung beim System eigentlich vorlegen müssen. Vielleicht tut sich an dieser Stelle mit der nächsten OneUI-Version noch etwas.

Updates sollen, wie bei vielen Samsung-Smartphones für ganze drei Jahre ausgeliefert werden. Dies bezieht sich auf Android- und Sicherheits-Updates. Im vergangen Jahr hat Samsung hierbei einen guten Job gemacht.

Der Formfaktor des Galaxy Z Fold 2 im Alltag

Auf den ersten Blick wirkt das Konzept des Galaxy Fold schlüssig. Ein normalgroßes Smartphone kann aufgefaltet werden und bietet dann deutlich mehr Bildschirm. Unterwegs Nachrichten lesen, Spiele spielen oder Filme gucken: Alles macht auf einem großen Bildschirm viel mehr Spaß. Und wenn man das Smartphone nicht benötigt ist es mit einem Handgriff wieder handlich und kompakt.

Beim Alltags-Test zeigt sich jedoch das Problem hinter der Idee: Im ausgeklappten Zustand ist das Display zwar deutlich breiter, aber nicht höher als normale Smartphone-Displays. Für einige moderne Spiele ist das kein Problem. Videos werden jedoch nur so groß wie auf einem normalen Smartphone dargestellt, nur eben mit fetten Balken oben und unten. Durch die unglücklich positionierte Notch geht noch einmal mehr Fläche verloren. Hier hätte man diese besser an einer der Seiten untergebracht. Viele Nachrichten-Apps unterstützen das ungewöhnliche Format überhaupt nicht und vergrößern einfach nur die Schriftgröße.

Ein Video auf dem Galaxy Z Fold 2 wird wegen dem untypischen Format nicht größer dargestellt, als auf einem normalen Smartphone

Ein Video auf dem Galaxy Z Fold 2 ist nicht viel größer als auf einem normalen Smartphone

Deutlich besser geworden ist jedoch die Bedienung mit einer Hand. War bei der ersten Version des Galaxy Fold das kleine Display noch viel zu klein, um darauf vernünftig tippen zu können, lässt es sich bei der neuen Version wie ein normales Smartphone benutzen. Dadurch habe ich das Smartphone im Test viel häufiger im zugeklappten Zustand verwendet, als es bei der ersten Version der Fall war.

Galaxy Z Fold 2 ist ein Spannendes Konzept

Auch mit dem „günstigeren“ Preis von 1949 Euro ist das Samsung Galaxy Z Fold 2 kein Smartphone für jeden. Es handelt sich weiterhin um eine kaufbare Machbarkeits-Studie mit der Samsung Erkenntnisse über faltbare Smartphones im Alltag sammeln kann. Aus diesem Grund kommt jedes Galaxy Z Fold 2 mit Samsungs Extra-Garantie „Samsung Care+“ zum Kunden.

Das Galaxy Z Fold 2

Das Galaxy Z Fold 2 ist ein super spannendes Smartphone

Die vergangenen zwei Wochen mit dem Galaxy Z Fold 2 haben wirklich Spaß gemacht. Es war spannend zu sehen, wie viel sich das Smartphone in nur einer Generation verbessert hat. Einen wirklichen Mehrwert im Alltag bietet das Smartphone jedoch weiterhin nicht. So bleibt auch das Galaxy Z Fold 2 ein Smartphone für absolute Technik-Enthusiasten, die sich an der neuen Technologie erfreuen und bei der Entwicklung von Anfang an dabei sein möchten.

Im Bereich faltbare Smartphones werden wir in Zukunft noch viele spannende Neuerungen sehen. Während sich Samsung eher an der Falt-Technologie versucht und die Software aktuell weniger beachtet, gehen andere Hersteller wie Microsoft aktuell einen anderen Weg. Hier setzt man einfach auf einen zweiten Bildschirm, bis die Falt-Technologie ihre Anfangsprobleme überwunden hat und konzentriert sich auf das Software-Erlebnis.

Pros des Samsung Galaxy Z Fold 2 im Test

  • bestes Falt-Smartphone auf dem Markt
  • spannendes Gadget
  • deutlich besser mit einer Hand bedienbar
  • größeres Außendisplay
  • top Performance

Contras des Samsung Galaxy Z Fold 2 im Test

  • sehr teuer
  • nicht wasserdicht
  • kein großer Mehrwert im Alltag

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