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GDL kündigt Warnstreik an: Diese Züge fallen bei der Bahn bald aus

Auch wenn in Zeiten der Corona-Pandemie viele Beschäftigte aus dem Homeoffice arbeiten dürfen, sind viele Menschen auch gegenwärtig auf einen reibungslosen Zugverkehr angewiesen. Doch in den kommenden Tagen müssen sie mit starken Einschränkungen rechnen. Denn die GDL hat die laufenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn platzen lassen, für gescheitert erklärt und einen Warnstreik angekündigt. Ein solches Szenario hatte sich schon seit einigen Wochen abgezeichnet, nun wird es Realität.

Genauer Termin für nächsten Bahn-Streik noch offen

Diese Ankündigung kommt für viele Menschen zur Unzeit: Ausgerechnet zu Beginn der Reisesaison ruft die GDL zu Arbeitskampfmaßnahmen bei der Deutschen Bahn auf. Im Klartext heißt das: Der nächste große Streik bei der Deutschen Bahn ist vermutlich nicht mehr zu verhindern. Viele Züge der Deutschen Bahn werden in den kommenden Tagen ausfallen. Welche genau? Dazu gibt es aktuell noch keine verbindlichen Informationen. Denn die GDL hat noch nicht verraten, ab wann der Warnstreik konkret starten soll. Vermutlich wird dies erst kurzfristig verraten – in der Regel am Tag vor Beginn der geplanten Streikmaßnahmen.

Es ist aber möglich, dass schon im Laufe dieser Woche die ersten Züge der Bahn auf den Abstellgleisen oder in den Depots geparkt bleiben. Ob es dann einen Notfall-Fahrplan von der Deutschen Bahn geben wird, ist ebenfalls noch unklar. In der Vergangenheit ist es im Rahmen von Streik-Maßnahmen auch schon vorgekommen, dass die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr komplett einstellte. Das ist auch für all diejenigen ärgerlich, die mit der Bahn zum Beispiel zum Flughafen reisen möchten und somit auf Bahn-Alternativen ausweichen müssen.

Privatbahnen im Nahverkehr und Flixtrains fahren weiter

Sicher ist aber schon jetzt: Wenn die GDL den Streik ausruft, werden die meisten Züge von der Deutschen Bahn nicht wie geplant verkehren. Und das nicht nur im Fernverkehr, sondern auch auf den für Pendler wichtigen Verbindungen im Regional- und Nahverkehr. Eine gute Nachricht gibt es aber auch. Überall dort, wo die Deutsche Bahn keine Züge einsetzt, sondern Privatbahnen verkehren, ist mit keinen größeren Einschränkungen zu rechnen. Auch die Flixtrain-Züge dürften wie geplant zum Einsatz kommen. Denn in den für einen reibungslosen Verkehr wichtigen Stellwerken streikt das Bahn-Personal nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Hintergrund: GDL will mehr Macht und bessere Bezahlung

Die GDL hatte zu Beginn der Tarifverhandlungen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent gefordert. Das lag weit oberhalb des Angebots der Deutschen Bahn, die zum Start nur 1,5 Prozent geboten hatte. Im Laufe der Verhandlungsrunden hatte die Bahn zuletzt von einer „Konfrontation um jeden Preis“ gesprochen. So sei von der Bahn ein Tarifabschluss auf Niveau des Öffentlichen Dienstes für den Bereich Flughäfen angeboten worden, der die besondere Situation der Bahn durch die Pandemie – leere Züge und ein Milliardenverlust – berücksichtigt. Doch von der GDL sei es strikt abgelehnt worden, über vorhandene Spielräume und Lösungen zu sprechen.

Martin Seiler, Personalvorstand bei der Deutschen Bahn, hatte jüngst gesagt, dass es der GDL primär um Konfrontation und die Ausweitung ihres Zuständigkeitsbereichs gehe. „Die GDL-Führung nimmt bewusst Schaden für die Kundinnen, Kunden und die DB in Kauf – und das mitten in der aufkommenden Reiselust nach dem Corona-Lockdown.“ In diesem Zusammenhang sei statt eines Streiks vor allem Vernunft gefragt.

Die GDL verweist ihrerseits auf eine Blockadehaltung der DB. Das Management beharre auf Verschlechterungen bei Arbeitszeitregelungen und der Planungssicherheit des Zugpersonals. „Anderslautende Aussagen von Personalvorstand Seiler sind schlicht gelogen. Deshalb trägt er auch die volle Verantwortung für den heraufbeschworenen Tarifkonflikt“, sagt der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Zum Vergleich: Im September 2020 hatte die Bahn mit der deutlich größeren Gewerkschaft Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einen neuen Tarifvertrag geschlossen. Der brachte den Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld ein. Zudem wurde festgelegt, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2023 ausgeschlossen sind.

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