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„Gigabit per Kabel ist Marketing-Mythos“ – So giftet der Telekom-Chef gegen Vodafone

Es ist ein wenig wie die Gretchenfrage: „Wie hältst du’s mit dem Gigabit?“ Auf die Frage eines Journalisten, ob die Telekom beim geplanten Glasfaserausbau des Unternehmens auch in Gebieten ausbauen werde, wo es schon hohe Bandbreiten anderer Anbieter gibt, antwortete Höttges zunächst sachlich. Man setze darauf, dass die Telekom Zugang zu diesen Netzen bekommt. Sie wolle die Leitungen der anderen Anbieter zu den Konditionen anbieten, zu denen auch die Telekom ihr Netz anbietet.

In Städten wie Münster, wo man mit den dortigen Stadtwerken kooperiere und man Zugriff auf die Leitungen bekomme, sei es nicht notwendig bestehende Infrastruktur zu überbauen. Aber „in Gebieten, wo wir keinen Zugang bekommen und einen niedrigen Marktanteil haben, können wir uns auch vorstellen, dass wir konsequent Infrastruktur von Wettbewerbern überbauen“.

„Gigabit per Kabel ist ein Mythos“

Höttges hat auch gesehen, wo das Wachstum der Telekom herkommt. „Das Kabelnetz hat extreme Nachteile. Kabelkunden, die gewechselt sind, sind wieder zu uns zurückgekommen. Das ist einer der Gründe für die Rekordzuwächse“, so Höttges wörtlich. Auf die Frage des Journalisten, ob denn Gigabit-Kabelinfrastruktur auch überbaut werde, sagte der Konzernchef: „Ich halte Kabel nicht für eine vergleichbare Technologie zu Glasfaser. Kabel ist ein geteiltes Medium.“ Dass man Gigabit-Anschlüsse per Kabel erhalte, sei ein Marketing-Mythos. Oder wörtlich in Höttges Worten: „Nirgendwo haben sie 1 Gig, das ist eine reine Marketing-Chimäre.“ Die Telekom werde konsequent auf „Megabandbreiten“ setzen und sich Marktanteile in Metropolen holen.

Dass Vodafone diese Aussagen unbeantwortet lässt, darf bezweifelt werden. Richtig ist zwar, dass Kabel ein geteiltes Medium ist und Kunden immer wieder über überlastete Cluster klagen. Richtig ist aber auch, dass es Anschlussgebiete gibt, in denen Gigabit-Datenraten möglich sind. Die Aussage der „Marketing-Chimäre“ könnte Höttges also noch auf die Füße fallen. Denn auch auf GPON-Technologie basierte Glasfaser-Anschlüsse sind rein technisch gesehen geteilte Anschlüsse – wenngleich die Anzahl der Anschlüsse, die sich die Gesamtkapazität teilen weitaus geringer ist.

Bis Ende 2024 zehn Millionen FTTH-Haushalte

Die kommenden Jahre stehen für Höttges im Festnetz im Zeichen der Glasfaser. „Im vergangenen Jahr haben wir rund 600.000 Haushalte mit Glasfaser versorgt. Diese Zahl verdoppeln wir in diesem Jahr noch mal.“ Ab 2022 werde die Telekom dann noch mal kräftig anziehen. „Perspektivisch wollen wir uns bis 2024 auf einen jährlichen Ausbau von rund 2,5 Millionen FTTH-Haushalten hocharbeiten.“ Damit gäbe es bis Ende 2024 etwa 10 Millionen Haushalte, in denen FTTH möglich sei. Hinzu kämen die Anschlüsse, die von anderen Anbietern versorgt würden. Bis 2030 sollen alle Haushalte in Deutschland einen Glasfaseranschluss nutzen können.

Die Telekom will in Deutschland allein in diesem Jahr mehr als 5,5 Milliarden Euro ausgeben. Bis 2024 wollen die Bonner dann sogar jährlich bis zu 6 Milliarden Euro in den Ausbau der Netze stecken.

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