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Mega-Deal perfekt: Telekom formt neuen Mobilfunk-Riesen

Wenn du das nächste Mal in die USA reist, hast du die Möglichkeit, in einem der größten Netze des Landes zu telefonieren. Denn künftig gibt es neben AT&T und Verizon noch das Netz von T-Mobile. Das vierte Netz von Sprint wird Schritt für Schritt in das von T-Mobile integriert, zusätzlich hat Dish die Möglichkeit, ein viertes Netz aufzubauen. Der Startschuss für das gemeinsame Netz von T-Mobile US und Sprint erfolgt mitten in der auch in den USA heftig grassierenden Coronavirus-Pandemie. In einer Mitteilung vom Mittwoch spricht die Deutsche Telekom von einem neuen Unternehmen mit 140 Millionen Mobilfunk-Kunden und einem Jahresumsatz von 77 Milliarden Dollar.

Aus Sprint wird T-Mobile US

Von der Marke Sprint wird nach dem Abschluss der Fusion nicht mehr viel übrig bleiben. Die Shops des Unternehmens verschwinden oder werden mit magentafarbenem T-Mobile-Schriftzug versehen. Denn beide Marken schließen sich zu einer neuen, größeren T-Mobile US zusammen, heißt es seitens der Telekom. T-Mobile US bleibt demnach ein vollkonsolidiertes Tochterunternehmen der Deutschen Telekom. Man werde weiter kräftig in alle unsere Märkte investieren und so weiter wachsen, sagte Telekom-Chef Tim Höttges am Mittwoch. Ziel ist es, die Nummer Eins in den USA zu werden.

„Die Fusion bringt uns in eine starke Position auf diesem wichtigen Schlüsselmarkt.“ Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom

Nach dem nun erfolgten Zusammenschluss sei es unter anderem möglich, schneller ein 5G-Netz in den USA aufzubauen, so Höttges weiter. Zum 31. März wird das neue, gemeinsame Unternehmen mit 110 Milliarden US-Dollar bewertet. Landesweit kann die Telekom auf 300 MHz Mobilfunkspektrum zugreifen. Das ist nach Konzernangaben fast doppelt so viel wie bei den beiden großen Wettbewerbern AT&T und Verizon. Vor allem Sprint steuert in diesem Zusammenhang wertvolle Mobilfunkfrequenzen bei.

T-Mobile US verliert seinen Chef

Für die Deutsche Telekom hat der Deal aber auch Schattenseiten. Der langjährige Chef von T-Mobile US, John Legere, der über Jahre mit zum Teil skurrilen Auftritten das Gesicht des Unternehmens war, nimmt seinen Hut. Zum 1. Mai übernimmt der bisherige Marketing- und Produkt-Chef Mike Sievert das Ruder. Er wird beweisen müssen, dass er T-Mobile ähnlich gut führen kann, wie dies Legere mit Kampfpreisen am Markt gelungen ist.

Mike Sievert 2020

Der neue T-Mobile US Chef Mike Sievert.

Teil der Fusion von Sprint und T-Mobile US ist die Auflage, dass Sprint sein Prepaid-Geschäft für 1,4 Milliarden Dollar an DISH Network Corp verkaufen muss. Zudem wird das 800-MHz-Spektrum für 3,6 Milliarden Dollar von Sprint an Dish verkauft. Dish soll auf diese Weise in der Lage sein, ein schlagkräftiger, vierter Netzbetreiber für Mobilfunk in den USA werden.

Der nun erfolgte Zusammenschluss erfolgt auf Basis eines reinen Aktientauschs ohne Einsatz von Bar-Mitteln. Die Deutsche Telekom hält in Zukunft 43 Prozent an der neuen T-Mobile, die Sprint-Mutter Softbank 24 Prozent. Die restlichen 33 Prozent der Aktien an der neuen T-Mobile US liegen bei außenstehenden Aktionären.

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