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Neue WhatsApp Richtlinien: Zeit, den Messenger zu wechseln

Von inside digital

„WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen und seine Datenschutzrichtlinie.“ Öffnet man WhatsApp, legt sich in regelmäßigen Abständen eben jener der Banner über die Chats. Es ist ein Fauxpas, den sich der amerikanische Konzern leistet. Und schon ein Gag, wenn man auf Twitter liest, welche Messenger der nun reichste Mann der Welt – Elon Musk – und einer der US-Staatsfeinde Nummer 1 – Edward Snowden – als Alternative zu WhatsApp empfehlen.

WhatsApp beziehungsweise der Mutterkonzern Facebook will sein Ökosystem mehr miteinander verknüpfen – und das zulasten seiner Nutzer. Das Skandalöse: WhatsApp zwingt seine Nutzer – und das lass dir einmal auf der Zunge zergehen: also mehr als 2 Milliarden Nutzer weltweit -, die neuen Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren. Denn stellt man sich gegen die Machenschaften Facebooks, wird man aus der App rausgeschmissen. Sie ist dann ab dem 8. Februar 2021 nicht mehr nutzbar. Ein absolutes No-Go!

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Undurchsichtige Lage für Nutzer

Wäre das noch nicht genug, werden WhatsApp-Nutzer aus Europa ordentlich an der Nase herumgeführt. Denn die Infoanzeige zu den neuen Richtlinien wird auch in Deutschland und Co. angezeigt. Allerdings sollen die Richtlinien, laut denen WhatsApp und Facebook beträchtliche Informationen austauschen, in der EU nicht gelten. Der Grund: die DSGVO. Doch das ist für Nutzer nicht auf den ersten Blick ersichtlich – im Gegenteil.

Auch wir berichteten in dieser Woche über die neuen Richtlinien von WhatsApp. Der Informationsbanner in der App selbst gibt keinerlei Hinweise darauf, dass europäische Nutzer von den Neuerungen verschont bleiben. Sie geben den gleichen Inhalt wieder, der für sämtliche Nutzer weltweit gilt. Auch wir betrieben einigen Aufwand, die Datenschutzbestimmungen für die Europäische Union zu finden. Man muss sich zunächst durch einige Unterseiten auf whatsapp.de klicken, ehe man zum einen die europäischen Bestimmungen findet und zum anderen eindeutig sieht, dass sich eben jene vom Rest der Welt unterscheiden. Eine Irreführung, die nicht nur unnötig ist, sondern auch wenig Vertrauen erweckt.

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Darüber hinaus verwickelt WhatsApp beziehungsweise Mutterkonzern Facebook in widersprüchliche Aussagen. So betont Niamh Sweeney, Direktorin für Policy bei WhatsApp in Europa, auf Twitter nach dem Ansturm einerseits, dass die DSGVO den Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook verbiete und man sich daran halten wolle. Auf einer WhatsApp-Unterseite zu Sicherheit und Datenschutz ist andererseits zu lesen, dass man nur Daten austausche, wenn der irische und damit für Europa zuständige WhatsApp-Leiter dem zustimmen würde (zu finden unter Punkt 4). Na, was heißt das denn nun?

Und jetzt?

Die ganze Diskussion hinterlässt vor allem eines: einen schalen Beigeschmack und keine Klarheit. Wenn Experten wie wir, die sich täglich mit Apps wie WhatsApp, Technik und Co. auseinandersetzen, Mühe haben, den Durchblick zu behalten – wie sollen es dann Otto-Normal-Verbraucher?

Trotz der Ansage Sweeneys bleiben für europäische Nutzer viele Unklarheiten. Wenn sich innerhalb der EU nichts ändert, wieso muss man den neuen Nutzungsbedingungen trotzdem zustimmen? Wieso wird der Datenaustausch in der deutschen Richtlinie explizit erlaubt, auch wenn sich nichts innerhalb der EU ändert? Stimme ich den Praktiken dann zumindest in der Theorie zu? Und könnte Facebook die DSGVO möglicherweise geschickt umgehen, um meine Daten dennoch für Werbezwecke zu missbrauchen?

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Das Ernüchternde: Ich gehe davon aus, dass trotz dieser unfairen und verbraucherunfreundlichen Praktik WhatsApp keinen erheblichen Schaden davon tragen wird. Dafür ist der Messenger-Dienst zu populär und zu oft genutzt. Viele scheuen sich vor einem Wechsel zu einem anderen Messenger, sodass die Mutter Facebook seine Machtposition hier mehr als deutlich ausnutzen kann.

Deine Daten betreffen jeden nur dich

Der Fall WhatsApp zeigt einmal mehr, wie aktuell und brisant das Thema Datenschutz ist – und auch in Zukunft sein wird. Er zeigt außerdem, dass es nicht nur WhatsApp-Nutzer betrifft, sondern jeden, der Dienstleistungen – vor allem online – in Anspruch nimmt. Jeder sollte sich damit auseinandersetzen, welche sensiblen Daten Unternehmen sammeln, um sie für ihre Zwecke einzusetzen und sie, drastisch gesagt, zu missbrauchen. Verbraucher wie du und ich werden darüber meist nicht einfach in Kenntnis gesetzt, sondern nur, wenn man auch intensiv das Kleingedruckte liest.

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Solltest du dir also bislang nur wenig Gedanken um Datenschutz machen, empfehle ich dir: Fang besser heute als morgen damit an!

Der Beitrag „Neue WhatsApp Richtlinien: Zeit, den Messenger zu wechseln“ erschien zuerst auf inside-digital.de.