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Nissan prüft Rückzug aus Europa

Nach Toyota ist Nissan gemessen am Fahrzeugabsatz der zweitgrößte Automobilhersteller aus Japan. Mit knapp 5,2 Millionen verkauften Autos im Jahr 2019 ist der Konzern ein echtes Schwergewicht. Allerdings kriselt es bei dem Autobauer schon seit einigen Monaten. Zur Folge hatte das unter anderem, dass Nissan im vergangenen Sommer ankündigte, weltweit 12.500 Stellen abzubauen. Die Coronakrise könnte jetzt sogar dazu führen, dass Nissan zum ersten Mal seit elf Jahren einen Verlust einfährt. Das Management steuert deswegen gegen und will laut Reuters am 28. Mai einen „operativen Leistungsplan“ vorstellen, der Maßnahmen im operativen Geschäft mit sich bringe.

Nissan denkt über teilweisen Rückzug aus Europa nach

Geplant sei demnach eine Konzentration auf die Hauptmärkte in den USA, in China und Japan. Gleichzeitig prüfe Nissan einen teilweisen Rückzug aus Europa. Als Quelle nennt Reuters mehrere mit den Plänen vertraute Personen. Damit entwickelt Nissan ein Gegenkonzept zu den aggressiven Expansionsplänen des inzwischen gefeuerten Konzernchefs Carlos Ghosn. Vor allem in den USA hatte der Manager mit hohen Rabatten Marktanteile erkauft. Darunter litt Nissans Rendite massiv.

Reuters berichtet weiter, dass sich Nissan in Zukunft unter anderem auf dem Markt der Plug-in-Hybride anders aufstellen wolle. Hier solle Mitsubishi auf dem asiatischen Markt außerhalb Japans und Chinas die Führung an der Entwicklung übernehmen. Nissan ist zu mehr als einem Drittel an dem Wettbewerber beteiligt. Den europäischen Markt soll in Zukunft vor allem Renault lenken. Der französische Autobauer ist seinerseits mit mehr als 43 Prozent an Nissan beteiligt und unter anderem mit dem Elektroauto Zoe in Europa sehr erfolgreich.

Europa: Nur noch zwei Nissan-Modelle im Fokus

Ein Insider sagte gegenüber der Nachrichtenagentur wörtlich: „Das ist nicht nur ein Plan, um die Kosten zu senken. Wir rationalisieren den Betrieb, setzen Prioritäten neu und richten unser Geschäftsmodell neu aus.“ Dass sich Nissan komplett aus dem Ausland zurückziehe, sei hingegen nicht Plan der neuen Strategie. Sehr wohl offenbar aber, das Angebot an Fahrzeugen zu straffen. Laut Reuters wolle sich Nissan in Europa auf die Vermarktung der SUV-Modelle Qashqai und Juke fokussieren. Zudem könnten mehr als die bisher verkündeten 14 Werkschließungen rund um den Erdball drohen.

Auch der deutsche Markt ist für Nissan problembehaftet. Im Jahr 2019 konnte Nissan laut Ausweisungen des Kraftfahrtbundesamtes hierzulande auf 39.500 Neuzulassungen blicken. Das entsprach einem Marktanteil von 1,1 Prozent und einem Rückgang gegenüber 2018 um 21,6 Prozent. Renault war mit rund 131.000 Zulassungen (3,6 Prozent Marktanteil) deutlich erfolgreicher und selbst Mitsubishi verkaufte hierzulande mit rund 52.000 Fahrzeugen (1,4 Prozent Marktanteil) besser als Nissan selbst.

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