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O2-Netzabdeckung: So arbeitet Telefónica am LTE-Netzausbau

Aktueller Stand beim O2-Netzausbau

Nach der Übernahme von E-Plus blieb der eigentliche Ausbau des Netzes der Telefónica Deutschland lange Zeit auf der Strecke. Grund für den schleppenden Netzausbau: Die Techniker und auch die finanziellen Mittel waren in der Fusion der beiden Mobilfunknetze gebunden. Somit stagnierte die O2-Netzabdeckung.

Für 2020 plant O2 insgesamt 10.000 neue LTE-Sender im Rahmen des LTE-Ausbaus ans Netz zu bringen oder die Kapazitäten zu erweitern. Wird dieses Vorhaben umgesetzt, erreiche O2 dann nach eigenen Angaben bis Ende 2020 99 Prozent der Haushalte „mit hohen LTE-Geschwindigkeiten“.

Ende 2019 schnitt O2 in den meisten Tests mit „gut“ ab. Selbst im Test der Zeitschrift Connect konnten die Münchner zu den anderen beiden deutschen Mobilfunknetzen aufschließen.

Der Ausbau im Jahr 2020 wird übrigens auch dringend Zeit. Denn die Lizenzauflagen aus der Frequenzvergabe 2015 hat O2 krachend verfehlt. Statt der geforderten 98 Prozent Netzabdeckung in der Bevölkerung erreichte O2 Ende 2019 nur etwas mehr als 84 Prozent.

Den aktuellen Stand der O2-Netzabdeckung zeigt der Netzbetreiber selber auf seiner Netzabdeckungskarte. Als das beste Netz gilt nach unabhängigen Netztests aber weiterhin das Telekom-Netz. Bis die LTE-Netzabdeckung auf dem Niveau der Deutschen Telekom angekommen ist, wird es für O2-Kunden sicherlich noch eine ganze Weile dauern.

Baldiges Aus für UMTS

Die LTE-Tarife von O2 sind auf 225 Mbit/s gedeckelt. Das ist somit die aktuell höchste Datenrate für schnelles Internet in dem neuen Netz. Bei seinen Tarifen setzt der Anbieter mit Sitz in München vor allem auf Allnet-Flat-Tarife. Auch Mobilfunk-Discounter wie Aldi Talk nutzen das Netz mit. Sie bieten günstigere Handytarife als der originale Netzbetreiber. Die Besonderheit: Alle SIM-Karten sind für LTE freigeschaltet. Das gilt auch für die Prepaid-Tarife. Das UMTS Netz von O2 soll indes bald abgeschaltet werden. Ein Zeitplan dafür steht schon. Bis es so weit ist, werden die Frequenzen für UMTS schon nach und nach für LTE genutzt.

5G steht schon vor der Tür

Noch während O2 ein passables LTE-Netz in Deutschland errichtet, müssen sich die Münchner schon mit dem nächsten Netzausbau beschäftigen: Der Ausbau von 5G hat begonnen. Dafür werden die Mobilfunkanbieter noch mehr Standorte benötigen. Die jetzt von O2 umgebauten Standorte dürften sich jedoch relativ leicht auch für 5G verwenden lassen.

Ziel ist es, dass Kunden noch in diesem Jahr das neue Netz nutzen können. Dabei startet der 5G-Ausbau in den fünf größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt. Bis Ende 2021 soll der Ausbau dort größtenteils abgeschlossen sein. Bis Ende 2022 sollen 30 Städte mit insgesamt 16 Millionen Einwohnern versorgt sein.

Was mit 5G möglich ist, zeigen wir dir auf zahlreichen Hintergrundseiten.

Um auf 5G vorbereitet zu sein, helfen auch zahlreiche Abkommen mit Glasfaser-Netzbetreibern wie beispielsweise NGN. Das Unternehmen  bindet zahlreiche Sendestandorte vor allem entlang von Autobahnen mit Glasfaserleitungen an. Auch mit der Telekom und Unitymedia sowie wieder Anbietern hat O2 einen Vertrag über die Anbindung zahlreicher Sendemasten geschlossen.

Rückblick: National Roaming & Netzüberlastung

Nach der Übernahme der Düsseldorfer E-Plus hatte Telefónica Germany 2014 neben O2 ein zweites Mobilfunknetz. Zwei bis dato getrennte Netze und somit doppelte Sendemasten, doppelte Antennen, doppelte Zuführungen, doppelte Vermittlungstechnik, doppelte Verträge für Netzübergänge und Standorte und mehr. Kein Wunder also, dass Telefónica die beiden Netze zu einem Netz unter der Marke O2 zusammenführen wollte.

Doch unterschiedliche Technik, verschiedene Frequenzen, Tarife und vieles mehr machten den Umbau offenbar schwerer als erwartet. Statt weniger Monate brauchte das gemeinsame Netz, bis es annähernd fertig war, bis Ende 2018. Die beiden Netze von O2 und E-Plus zeichneten sich durch eine unterschiedliche Netzabdeckung aus. Beide im Volksmund als E-Netze bezeichneten Anbieter hatten ein gutes GSM-Netz.

Während das E-Plus-Netz eine bessere UMTS-Abdeckung aufweisen konnte, hatte O2 seinerzeit im Vergleich den besseren LTE-Empfang. Um den Kunden der beiden Netze, die nun beide Telefónica-Deutschland-Kunden waren, erste Verbesserungen durch die Fusion spüren zu lassen und auch erste Sendemasten abschalten zu können, entschied sich Telefónica zu einem National Roaming. So konnten E-Plus-Kunden das O2-Netz nutzen und umgekehrt.

Es war nicht das erste Mal, dass bei O2 National Roaming zum Einsatz kam: Schon zum Start des Netzes – damals unter dem Namen Viag Interkom – setzte der Netzbetreiber auf ein solches Verfahren. Damals war die Deutsche Telekom der Partner. Allerdings hielten beim neuerlichen Roaming-Abkommen die Netze der Last oft nicht stand. Denn plötzlich wollte an einigen Standorten die doppelte Zahl an Nutzern Daten übertragen oder telefonieren.

Insbesondere dort, wo nur ein Netz UMTS oder LTE ausgebaut hatte. Welches Netz der Kunde nutzte, darauf hatte der schon bald keinen Einfluss mehr. Die Folge: Massive Netzüberlastungen vor allem beim mobilen Surfen und Frust bei den Kunden. Auch der O2-Empfang war oft schlecht, weil kein weiterer Ausbau erfolgte. Inzwischen gilt der Umbau des Netzes als abgeschlossen. Was genau bei dem Umbau passierte, hat Telefónica nach dem erfolgten Umbau in Potsdam gezeigt.

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