Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Abmelden
Dieser Inhalt wird Ihnen bereitgestellt von inside digital

O2 zwingt Kunden zu Kontowechsel

Die Überraschung war groß, als O2 Mitte der Woche in einem Blogpost mitteilte, Änderungen bei O2 Banking durchführen zu wollen. Das mobile Bankkonto starte mit einem neuen Partner in die Zukunft, teilte O2 in einer kurzen Mitteilung mit. Die Verhandlungen mit dem neuen Banking-Partner seien bereits weit fortgeschritten. Bereits ab dem 31. Mai sollen O2-Kunden ein neues Konto bei dem neuen Banking-Partner eröffnen können. Wer genau der neue Banking Partner werden soll, teilte man aber noch nicht mit.

O2 Banking: Ohne Kontowechsel geht nichts mehr

Fest steht aber schon jetzt: Wer O2 Banking und die zugehörige App aktuell schon nutzt, wird sein bisheriges Konto nicht weiter verwenden können. Der bisherige Partner von O2 Banking, die Fidor Bank aus München, werde sich in den nächsten Tagen mit detaillierten Informationen zur Kontoschließung bei den O2 Banking Kunden melden, sagte ein Sprecher der O2-Muttergesellschaft Telefónica Deutschland gegenüber inside digital.

„Gleichzeitig endet auch erst einmal das aktuelle O2 Banking Bonusprogramm, hierzu informieren wir die Kunden ausführlich Ende Mai“, führte der Konzernsprecher die Konsequenzen des Banking-Partnerwechsels bei O2 weiter aus. „Ein attraktives neues Bonusprogramm wird gemeinsam mit dem neuen Partner etabliert.“ Es soll aber erst im Herbst dieses Jahres starten.

O2 Banking soll besser werden

Das neue O2 Banking Angebot soll unter anderem eine kostenlose Griocard beinhalten. Außerdem eine kostenlose Visa Kreditkarte. Kunden soll es zudem möglich sein, weltweit kostenlos Geld abzuheben. Auch das bargeldlose Bezahlen über Google Pay und Apple Pay soll Teil des neuen O2 Bankings sein. Ein entsprechendes Angebot haben zum Beispiel die DKB oder auch Comdirect im Angebot. Ob die DKB oder Comdirect allerdings tatsächlich neuer O2-Partner werden, ist noch unklar.

O2-Manager Markus von Böhlen ist unterdessen trotz des erzwungenen Kontowechsels von den bald folgenden Vorteilen für O2-Banking-Nutzer überzeugt: „Ziel ist es, das Leistungsangebot über den bisherigen Service hinaus zu erweitern und wieder auf Basis einer starken Plattform zu skalieren. Dazu werden wir unser eigenes Handeln konsequent von den Kunden her denken – und immer mehr von ihnen wünschen sich ein komplettes mobiles Banking-Angebot einschließlich Wertpapierdienstleistungen.“ Auch das bieten übrigens die DKB und Comdirect an.

Ursache für den Bankwechsel unklar

Warum O2 sich von der Fidor Bank trennt und damit Kunden des 2016 gestarteten Smartphone-Kontos mit weitreichenden Änderungen belastet, ist unklar. Es soll aber zwischen dem Bankhaus und dem Mobilfunker unterschiedliche Auffassungen mit Blick auf die Ziele und Strategien gegeben haben. Das bestätigt auch die Fidor Bank selbst in einer Mitteilung. Deswegen habe man sich „gemeinschaftlich dazu entschlossen“, zukünftige Projekte unabhängig voneinander weiterzuverfolgen. Aus den Äußerungen von O2-Manager von Böhlen kann man zudem herauslesen, dass man bei O2 nicht mit den System-Performance der Fidor Bank zufrieden war.

Klar ist inzwischen: Das O2 Banking Konto bei der Fidor Bank kannst du nur noch bis zum 29 Juni nutzen. Danach wird es unwiderruflich geschlossen. Damit hast du noch knapp zwei Monate Zeit, um zum Beispiel Kontoauszüge zu sichern oder bei einem neuen Banking-Anbieter Daueraufträge zu ändern. Zudem solltest du auch daran denken, dass du nach dem Wechsel deines Kontos die bisherige IBAN nicht mehr verwenden kannst. Das ist auch für etwaige Lastschrifteinzüge wichtig.

Restguthaben auf neues Konto überweisen

Ab dem 30. Juni kannst du auch die Mastercard der Fidor Bank nicht mehr nutzen. Du solltest auch daran denken, spätestens am 29. Juni noch verfügbares Restguthaben von deinem Fidor-Bank-Konto auf ein anderes Konto zu überweisen. Denn nach dem 29. Juni hast du keinen Zugriff mehr auf dein Konto. O2 selbst gibt an, dass eine Guthaben-Übertragung auf ein später genanntes Referenzkonto einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Einen Saldo sollten betroffene Kunden ebenfalls bis zum 29. Juni ausgleichen, um spätere Zinszahlungen zu vermeiden.

Wie viele Kunden von der Kontoschließung bei der Fidor Bank betroffen sind, ist unklar. Das für gewöhnlich gut informierte Fachblog finanz-szene.de berichtet von 70.000 O2-Banking-Kunden zum Jahresende 2018. Inzwischen dürften es also noch einige Tausend mehr sein.

Der Beitrag „O2 zwingt Kunden zu Kontowechsel“ erschien zuerst auf inside-digital.de.