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Ohne Vorwarnung: Instagram und Facebook schalten bedrohliche Netzwerke ab

Die Kalenderwoche 37 wird für die Querdenker-Szene in Deutschland in die Geschichte eingehen. Erst verlor der rechtsradikale Coronaleugner Attila Hildmann über Nacht durch einen Angriff des Hacker-Kollektivs Anonymous Germany unter anderem den Zugang zu seiner Homepage. Und jetzt meldet sich auch Facebook zu Wort. Zahlreiche Profile und Gruppen von Querdenkern wurden bei Facebook selbst, aber auch bei Instagram über Nacht kurzerhand gelöscht.

Querdenken-Netzwerk verliert bei Facebook und Instagram zahlreiche Profile

Die Begründung des US-Konzerns lässt aufhorchen. Von den jetzt entfernten Profilen der Querdenken-Bewegung sei eine koordinierte Schädigung der Gesellschaft ausgegangen. Sie hätten wiederholt gegen Gemeinschaftsstandards verstoßen. Es seien „bedrohliche Netzwerke“ entstanden, berichtet der für die D-A-CH-Region zuständige Sicherheitschef von Facebook, Nathaniel Gleicher, in einem Blog-Beitrag.

Facebook wirft den Querdenkern unter anderem vor, wiederholt gesundheitsbezogene Falschinformationen verbreitet zu haben. Auch Hassreden und Anstiftungen zur Gewalt seien von den nun gelöschten Profilen ausgegangen. „Die Inhalte bergen in der vorliegenden Form das Potenzial, in reale Gewalt umzuschlagen und auch in anderer Form gesellschaftlichen Schaden anzurichten“, argumentiert Gleicher. Verlinkungen auf Domains der Querdenken-Bewegung habe Facebook deswegen entfernt und blockiert.

Im Kern sei es auf den nun gesperrten Profilen darum gegangen, die Verschwörungstheorie der „Coronadiktatur“ zu verbreiten. Dieses Narrativ stellt die COVID-19-Beschränkungen der deutschen Regierung als Teil eines groß angelegten Plans dar, um Bürgerinnen und Bürger ihrer Freiheiten und Grundrechte zu berauben. Zwar sei das Querdenken auf Facebook nicht grundsätzlich verboten, berichtet Gleicher weiter, es dürfe aber keinen sozialen Schaden anrichten.

Auch Querdenken-Gründer Michael Ballweg betroffen

Laut übereinstimmenden Medienberichten hat Facebook knapp 150 Konten und Gruppen der Querdenker-Bewegung gelöscht. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Gleicher, es handele sich um die erste gezielte Aktion, die sich gegen eine Gruppierung richte, die eine „koordinierte Schädigung der Gesellschaft“ (Coordinated Social Harm) hervorrufe.

Auch Querdenken-Gründer Michael Ballweg, der in der Corona-Krise Proteste unter dem Motto „Querdenken 711“ organisierte, ist vom Facebook-Bann betroffen. Er kündigte laut dpa bereits an, rechtlich gegen die Löschung vorgehen zu wollen.

Ob die Löschung der Facebook-Konten und -Gruppen zu einem Schaden der Querdenken-Bewegung führt, muss man abwarten. Klar ist unterdessen aber, dass ein wichtiges Sprachrohr für die Weiterverbreitung der Querdenken-Thesen nicht mehr zur Verfügung steht. Allerdings lassen sich natürlich schnell neue Gruppen und Profile bei Facebook und Instagram errichten.

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