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Saugroboter auf Datenfang: Diese Helfer saugen mehr als nur Schmutz

Wie immer gilt: Wo smarte Technik drin steckt, gibt es nicht nur Licht-, sondern auch Schattenseiten. Zumindest in der Theorie können Betrüger die Technologien für sich ausnutzen und dich ausspionieren. Da Haushalte und sämtliche Gerätschaften zunehmend digitalisiert und vor allem intelligenter werden, eignen sich auch immer mehr Geräte für Betrugszwecke. Das zeigt nun eine Forschergruppe der University of Maryland (USA) und der National University Singapur anhand eines Saugroboters.

Testobjekt war hier der Roborock S5 von Xiaomi, der auch hierzulande beliebt ist. Die Forscher schafften es, die Sensoren des Roborock S5 in ein Mikrofon umzuwandeln, konkret in ein Lasermikrofon. Sie werden in der Regel dazu eingesetzt, um Gespräche in weiterer Entfernung abzuhören. Wie die Technikseite ZDnet berichtet, nenne die Gruppe den Angriff „Lidarphone“, angelehnt an die verbauten Lidar-Laser des Saugroboters, mit dessen Hilfe der zu saugende Raum vermessen wird.

Nicht alle Modelle betroffen

Nicht alle Staubsaugerroboter sind bereit für einen solchen Lauschangriff. Denn dafür benötigen die Angreifer einen Laser. Er dient in solchen Robotern in der Regel zur Navigation im Raum. Doch nicht alle Modelle besitzen einen solchen Laser. Vor allem günstigere Modelle verzichten auf das High-Tech-Feature und finden sich auf andere Weise zurecht – Beispielsweise mit einer Kamera oder mit Ultraschall.

Saugroboter wird zur Spionagemaschine

Die gute Nachricht: Den Saugroboter so zu manipulieren, dass er seine Besitzer ausspionieren kann, ist nicht einfach. Das Forscherteam musste in einem ersten Schritt die Software des Roborock S5 für ihre Zwecke manipulieren. Durch Kriminelle könnte das etwa durch Schadsoftware passieren, die allerdings speziell für die Lidar-Komponenten entwickelt sein muss. Nach der Modifikation der Firmware waren die Forscher in der Lage, die verbauten Lidar-Laser des Saugroboters auf ein Objekt im Raum zu konzentrieren und die dort ankommenden Schallwellen zu erfassen. Dadurch lassen sich beispielsweise Gespräche aufnehmen und rekonstruieren. Im Normalfall rotiert der Lidar-Laser im Saugroboter permanent.

Doch damit nicht genug: Die erfassten Daten sind so nicht verständlich, sondern müssen in für Menschen erkennbare Informationen umgewandelt werden. Dazu luden die Forscher die Signale des Lasermikrofons auf einen Server, um sie dort nachzubearbeiten. Folglich konnten unter anderem Melodien und das Geschlecht anhand der Stimme identifiziert werden, indem Schwingungen eines Papierkorbs aufgenommen und wiederhergestellt wurden.

Angriffe nicht zu erwarten

Obgleich die Arbeitsgruppe aus den USA und Singapur den Saugroboter von Xiaomi erfolgreich modifizieren konnten, so geben sie Entwarnung bei Angriffen durch Dritte im Alltag. Der (technische) Aufwand sei zu groß. Anderen Forschern gelang es jedoch in jüngerer Vergangenheit bereits, auch eine Lampe zu zweckentfremden und Töne aufzunehmen.

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