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Schlechtes LTE-Netz: Jetzt geht es O2 an den Kragen

Spätestens mit dem heutigen Tage dürften bei Telefónica Deutschland die Alarmglocken ziemlich laut schrillen. Denn die Bundesnetzagentur akzeptiert mit Blick auf den schleppenden LTE-Netzausbau des Mobilfunk-Netzbetreibers keine Ausreden mehr. Sie hat der O2-Muttergesellschaft ganz offen eine saftige Geldstrafe angedroht. Wenn das LTE-Netz bis Ende Juli nicht gemäß klarer Vorgaben ausgebaut wird, ist ein sechsstelliger Betrag fällig.

O2 sieht sich auf einem guten Weg – BNetzA trotzdem nicht zufrieden

Eigentlich war O2 ganz hoffnungsfroh. Am Dienstag gab der Netzbetreiber bekannt, in Nordrhein-Westfalen im laufenden Jahr knapp 1.000 LTE-Sender neu errichtet zu haben. Die Folge: 97 Prozent der Bevölkerung von NRW können jetzt mit LTE-Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit/s im Internet surfen. Bis zum Jahresende müssen es bundesweit 98 Prozent der Haushalte sein. Außerdem sind die Hauptverkehrswege, also Autobahnen und viel befahrene Schienenstrecken, vollständig zu versorgen.

Auch in anderen Teilen Deutschlands soll der LTE-Netzausbau bei Telefónica in den kommenden Wochen parallel zum Aufbau eines 5G-Netzes voranschreiten. „Wir wollen jetzt so schnell wie möglich aufholen und die Auflagen der Bundesnetzagentur für ganz Deutschland erreichen“, hatte Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas am Dienstag gesagt. Hintergrund: Das O2-Netz ist in vielen Teilen Deutschlands schlechter als erlaubt.

Denn die Bundesnetzagentur hatte im Rahmen ihrer LTE-Frequenzauktion im Jahr 2015 klar definiert, welche Netzabdeckung die LTE-Netze in Deutschland in einer gewissen Zeit erreichen müssen. Schon Ende 2019 lief eine erste Frist aus. Und keiner der drei deutschen Netzbetreiber konnte die Bundesnetzagentur zu 100 Prozent zufriedenstellen. Sie forderte Nachbesserungen bis Ende 2020. Begleitend legte die Behörde für die drei Netzbetreiber Zwischenziele fest.

Telefónica schnitt in der Gesamtbeurteilung der deutschen LTE-Netze am schlechtesten ab. Die Bundesnetzagentur setzte dem spanischen Konzern daher eine Frist bis Ende Juni, um spürbare LTE-Verbesserungen im Netz der deutschen Tochter zu erreichen. Und die wurden in Teilen auch erreicht. Etwa 2.300 neue LTE-Sender wurden seit Jahresbeginn neu an das O2-Netz angeschlossen.

Letzte Frist für Telefónica beim LTE-Ausbau

„Reicht nicht“, stellte die Bundesnetzagentur am Donnerstag noch einmal klar. Rund 3.000 neue LTE-Basisstationen hätten es im O2-Netz statt der erreichten 2.300 sein müssen. Eine Entschuldigung seitens Telefónica Deutschland, die Coronakrise habe zu Komplikationen in der Logistik und damit in der Beschaffung von LTE-Komponenten geführt, will der Regulierer nur teilweise akzeptieren und setzt nun nochmals bis Ende Juli eine letzte Frist.

Satte 600.000 Euro wird Telefónica an Strafe zahlen müssen, wenn die festgelegte Versorgungsauflage aus der Frequenzauktion 2015 bis Ende Juli nicht vollständig erfüllt ist. Der Netzbetreiber sei verpflichtet gewesen, bis zum 30. Juni 40 Prozent der noch zur Erfüllung der Versorgungsauflage erforderlichen 7.600 LTE-Standorte aufzubauen. Das sei aber „trotz aller anzuerkennenden Anstrengungen“ nicht der Fall, urteilt die Bundesnetzagentur.

In den kommenden drei Wochen wird Telefónica nun liefern müssen, wenn der Konzern das Zwangsgeld noch vermeiden will. Die Bundesnetzagentur betont in einer Mitteilung, dass die Strafe auch noch deutlich höher hätte ausfallen können. „Bei der Höhe des Zwangsgelds werden alle Gesamtumstände gewürdigt, insbesondere, dass Telefónica 75 Prozent der bis zum Meilenstein geforderten Standorte realisieren konnte“, heißt es in der Mitteilung wörtlich.

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