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Sky endlich günstiger, aber viele Bestandskunden bleiben die Dummen

Sky wird billiger. Als mich diese Information am vergangenen Mittwoch hier in der Redaktion von inside digital erreichte, wollte ich meinen Augen erst nicht trauen. Sky senkt die Preise? Völlig freiwillig? Gibt’s doch gar nicht. Doch, gibt es. Und das ist längst überfällig. Teure Rechtekosten für Fußball Bundesliga, Formel 1 oder die neuesten Hollywood-Blockbuster hin oder her. Viel zu lange hat Sky all jene mit viel zu hohen Grundgebühren belastet, die bereit waren, den monatlichen Standardpreis zu bezahlen.

Sky hat Konkurrenz – und das nicht zu knapp

Satte 80 Euro wollte Sky bis Ende Juni von uns sehen, wenn wir das komplette Programm des Pay-TV-Senders nutzen wollten. Nein, nicht im Jahr. Im Monat! Das war – sorry, liebe Sky-Macher – vor allem mit Blick auf günstige(re) Streaming-Anbieter viel zu teuer. Jetzt sind es nur noch 52,50 Euro, die Sky von uns für’s Komplettprogramm sehen möchte. Also immerhin fast 35 Prozent weniger. Ohne UHD. Aber darauf kann man wohl auch ehrlich gesagt noch gut verzichten.

Gut an den neuen Sky-Konditionen ist: Für 52,50 Euro monatlich bekomme ich nicht nur viel Livesport auf meine Flimmerkiste im Wohnzimmer übertragen, sondern auch brandaktuelle Serien und Filme. Neben Eigenproduktionen auch lizenzierte Titel von großen Filmstudios. Und dass ich viele Inhalte auch unterwegs über Sky Go auf dem Notebook, Smartphone oder Tablet nutzen kann (neuerdings auch mit grundsätzlich kostenloser Download-Funktion), hat mir schon so manche Zugfahrt erträglicher gestaltet. „Danke Sky“, möchte ich in die Welt herausrufen und ergänzen, „habt ihr echt gut gemacht!“

Denke ich aber genauer nach: 52,50 Euro pro Monat? Das sind noch immer 630 Euro im Jahr! Für Fernsehen. Fernsehen, das längst nicht mehr überall werbefrei ist und das ich mit Blick auf die Bundesliga schon mal gar nicht mehr exklusiv bei Sky sehen kann. Denn Spiele am Freitag und Sonntag sehe ich ab Mitte 2021 überhaupt nicht mehr bei Sky. Gleiches gilt für die UEFA Champions League. Das ist für mich als Fußball-Fan schon ziemlich bitter; wenngleich Sky zum Teil nicht einmal eine Schuld an diesem Umstand trifft.

Bestandskunden sollen künftig mehr zahlen

Fast schon frech finde ich aber, wie Sky in Zukunft mit seinen Bestandskunden umzugehen gedenkt. „Kunden werden nicht mehr kündigen müssen, um den besten verfügbaren Preis zu erhalten“, heißt es in fröhlichen Worten in der Pressemitteilung des Senders vom 1. Juli. Für Neu- und Bestandskunden sollen die gleichen Preise gelten.

Das liest sich alles ganz fein. Aber hey, liebe Freunde in Unterföhring, ihr habt schon auf dem Radar, dass ihr viele Bestandskunden schon seit 2019 mit ganz anderen Preisen bei Laune haltet? Sky komplett für 25 oder 30 Euro. Dieses Angebot nutzen seitdem nicht nur einige wenige, sondern ziemlich viele eurer Kunden. Und die wollt ihr in Zukunft also in mehr als doppelt so teure Abo-Modelle treiben?

Seht es mir bitte nach, wenn ich an dieser Stelle sage: Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Haltet ihr an eurem Vorhaben fest, werden euch die Kündigungen nur so um die Ohren fliegen. Ich kann verstehen, dass euch die niemals enden wollenden Rabattschlachten zwischen euren Call Centern und Kunden ärgern. Vielleicht nerven sie euch sogar. Sie nerven aber auch eure Kunden, seid euch dessen gewiss.

Die Sky-Preise müssen weiter fallen

Dabei wäre alles doch so einfach. Passt eure Preise weiter nach unten an. Bietet euren Kunden die Möglichkeit, das Komplett-Programm von Sky dauerhaft zu einem Preis von 30 Euro, vielleicht 35 Euro zu nutzen. Setzt eure Preise auf ein für die breite Masse überschaubares Level fest und spart euch konsequent Discount-Rückholangebote. Ich behaupte: Damit könnt ihr nur gewinnen. Denn eine transparente, klare Preispolitik hat noch niemandem geschadet.

Mit den jetzigen Kosten seid ihr definitiv auf einem richtigen Weg. Mehr Mut wäre aber schön gewesen. Wirklich feiern lassen könnt ihr euch erst, wenn ihr Pay-TV in Deutschland zu Preisen anbietet, die sich die breite Masse leisten kann und neben steigenden Rundfunkgebühren auch leisten will. Bei einer monatlichen Pauschale von 25 bis 35 Euro sehe ich richtig gute Chancen auf eine nachhaltig wachsende Kundenbasis.

Und ganz nebenbei könntet ihr euch dann auch die völlig absurde Abzocke eurer treuen Bestandskunden sparen. Denen nämlich 129 (!) Euro abzuknöpfen, wenn sie ein gekündigtes Abo bei euch doch wieder verlängern möchten. Mein lieber Herr Gesangsverein… dass ihr euch sowas traut, grenzt fast schon an Größenwahn.

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