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Sonderkündigung bei Sky und Geld zurück? Das sagen Sky und Verbraucherschutz

  • Sky-Kunden sauer auf Pay-TV-Sender
  • Sonderkündigung? Sky weicht aus
  • Geld zurück wegen Ausfall von Live-Sport?
  • Das sagt der Verbraucherschutz

Die Situation ist klar: Eigentlich wäre die Bundesliga kurz vor dem 28. Spieltag in vollem Gange. Doch die Stadien bleiben geschlossen, die DFL hat den Spielbetrieb pausiert. Wann es weiter geht? Das kann zum aktuellen Zeitpunkt niemand sagen. Somit kommt auch Sky in die Bredouille. Schließlich ist Live-Sport und insbesondere die Übertragung der Bundesliga beim Pay-TV-Sender das große Ding. Wer nämlich die Spiele seiner Mannschaft im TV sehen will, kommt an Sky nicht vorbei.

Doch: Wo keine Bundesliga, da auch keine Übertragung im Fernsehen. Viele Abonnenten laufen Sturm und hinterlassen zum Teil äußerst fragwürdige Kommentare in Foren. Trotz kostenloser Film-Pakete geben sich viele Kunden nicht zufrieden. Sie verlangen ihr Geld wieder und wollen sofort kündigen. So zumindest die Drohung gegenüber Sky. Doch hat man ein Sonderkündigungsrecht, wenn ein Pay-TV-Sender wie Sky die versprochenen Inhalte nicht liefert? Auch, wenn es aufgrund einer Pandemie wie dem Corona-Virus ist?

Sonderkündigungsrecht: Sky weicht aus

Wir haben bei Sky nachgefragt. „Sky Sports steht im engen Austausch mit all seinen Partnern, um die Auswirkungen auf den jährlichen Sportkalender besser einschätzen zu können. Wir sind uns bewusst, dass sich die Situation schnell entwickelt und arbeiten mit Hochdruck daran, auch weiterhin unsere Leistungen für alle unsere Kunden erbringen zu können“, sagt uns Jacques Raynaud, Sport- und Media-Chef bei Sky.

„Eine Reihe von Sportveranstaltungen wurde verschoben, aber nicht abgesagt, sodass wir erwarten, diese, wenn sie neu terminiert worden sind, zeigen zu können. Daher wird unser Live-Zeitplan wahrscheinlich für eine gewisse Zeit anders aussehen. Sobald mehr Informationen verfügbar sind, werden wir alle unsere Kunden auch weiterhin mit aktuellen Informationen versorgen“, erklärt Raynaud.

Doch was heißt das nun? Im Moment, so scheint es, will sich Sky zu dem Thema „Sonderkündigungsrecht“ nicht äußern. Da man aber davon ausgeht, dass die Bundesliga und somit auch die Übertragungen der Spiele nur verschoben wurden, deutet alles darauf hin, dass man keine Sonderkündigung akzeptieren werde. Vieles hängt aber wohl auch von der DFL ab. Wird die Bundesliga-Saison 2019/2020 abgesagt, dürfte das Thema neu bewertet werden.

Wird Sky seine Kunden entschädigen?

Wie der Pay-TV-Sender uns weiterhin mitteilt, arbeite man eng mit Vertragspartnern zusammen, um die Auswirkungen zu verstehen. Bis dahin könne man nicht sagen, welche Entschädigung für Sky-Kunden angemessen sein wird. Eine erste Reaktion aber gab es bereits seitens Sky, wie wir hier bereits zusammengefasst haben.

Sonderkündigung wohl eher nur aus Kulanz

Schauen wir uns einmal die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG an. Unter Punkt 8.7 findet man folgendes: „Eine außerordentliche Kündigung seitens des Kunden wegen eines vollständigen Programmausfalls ist in jedem Fall ausgeschlossen, wenn die Unterbrechung nicht mehr als 12 Tage oder wenn eine Unterbrechung aufgrund höherer Gewalt nicht mehr als 30 Tage ununterbrochen andauert. Die Vertragslaufzeit verlängert sich nicht um den Zeitraum der Unterbrechung.“

Im Umkehrschluss bedeutet das: Da es keinen vollständigen Programmausfall gibt – Sky liefert beispielsweise weiterhin Sport aus der Konserve – wird der Sender wohl auch keine Sonderkündigung akzeptieren.

Unter Punkt 8.9 der AGB liest man zudem folgendes: „Sky ist nicht verantwortlich für Störungen bzw. Unterbrechungen der geschuldeten Leistungen aufgrund von höherer Gewalt, d.h. für Umstände die nicht im Einflussbereich von Sky liegen. Dies sind z.B.
Erdbeben, Überschwemmungen, Feuer und andere Naturkatastrophen sowie Handlungen bzw. Unterlassungen von Telekommunikationsanbietern, Stromversorgern bzw. ganz allgemein dritter Dienstleistungsanbieter.“

Damit dürfte sich der Sender ziemlich gut gegen Sonderkündigungen abgesichert haben.

Sonderkündigungsrecht: das sagt der Verbraucherschutz

In Großbritannien hingegen bietet Sky seinen Kunden an, das Kunden­konto während der Coronavirus-Pause einzufrieren. Solange der Pay-TV-Sender also kein Fußball und keine Formel 1 liefern kann, müssen Abonnenten auch nichts bezahlen. Sky Deutschland bietet die Möglichkeit derzeit nicht an. Wie die Stiftung Warentest berichtet, sollte aber rein rechtlich dasselbe gelten wie für die Mitgliedschaft im Fitness­studio.

„Der Dienst kann die gebuchten Leistungen nicht erbringen? Dann verliert der Kunde seinen Nutzungs­anspruch, der Anbieter verliert sein Recht, Bezahlung verlangen zu dürfen“, so der Verbraucherschutz. „Hat der Kunde schon für das ganze Jahr oder sogar 24 Monate gezahlt, kann er den Teil des Entgelts erstattet verlangen, der auf die Corona-Zeit entfällt“, erklärt man. Monats-Abos wie etwa Sky Ticket lassen sich aber natürlich regulär zum Ende des laufenden Monats kündigen.

Der Beitrag „Sonderkündigung bei Sky und Geld zurück? Das sagen Sky und Verbraucherschutz“ erschien zuerst auf inside-digital.de.