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Telekom und O2: Das sollen 98 Prozent Netzabdeckung sein?! Ein Kommentar

Über Pfingsten Wandern: Das machen mein Kollege Michael und ich schon seit einigen Jahren. In diesem Jahr waren wir erneut in der Eifel unterwegs. Rund um den Laacher See, zwischen Burgbrohl und Mendig. Eigentlich nutzen wir das verlängerte Wochenende um Abzuschalten. Auch das Handy. Dreieinhalb Tage Ruhe von allem, im Wald, in Höhlen und beim Wandern. Doch dieses Jahr kam uns der letzte Spieltag der Bundesliga dazwischen. Und für mich als FC-Fan war das Spiel, bei dem es um den Klassenerhalt ging, nicht gerade unwichtig. Da Wirtshäuser in der Gegend rar gesät sind und zu allem Übel dieses Jahr auch noch vermehrt geschlossen waren, blieb das Handy um den letzten Spieltag der Saison zu verfolgen. Dass das eine der größten Herausforderungen unserer Tour sein würde, hätte ich vorher nicht gedacht.

O2 lügt, Telekom schwindelt

Eine Netzabdeckung von 98 und 99 Prozent versprechen Telekom und O2. Daher habe ich mir im Vorfeld keine Gedanken über Empfang gemacht. Doch am Samstag, so gegen 15 Uhr, wurde uns klar: Wir befinden uns in den übrigen ein bis zwei Prozent Deutschlands. Dabei wollten wir die Fußballspiele noch nicht einmal in einem Livestream bei Sky sehen. Wir wollten sie lediglich im Radio hören. Eine Konferenz bei Amazon Music oder Bayern 1 und wir wären glücklich gewesen. Doch an den Orten rund um den Laacher See, an Orten, die auf der Netzabdeckungskarte von O2 hinsichtlich der „Versorgung im Freien“ in puncto LTE „sehr gut“ sind, hatten wir maximal Edge. Zu wenig für Amazon, Bayern 1 und die Fußball-Bundesliga. Die Karte von O2: eine Lüge.

Karte: Netzabdeckung von O2 rund um den Laacher See

Netzabdeckung von O2 rund um den Laacher See

Dass O2 hinsichtlich des Netzes eher ein, zwei Schritte hinter der Telekom läuft, ist uns klar. Mein Kollege Michael, ausgestattet mit einem 5G-Vertrag der Telekom und zig GB Datenvolumen, Premium bis ins letzte Detail, hatte aber noch weniger Empfang als ich. Noch nicht einmal der Ticker der Kicker-App war drin. Zumindest ist auf der Karte der Telekom zu sehen, dass es rund um den Laacher See viele Funklöcher gibt. Doch das, was die Telekom mit 5G ausweist, ist ebenfalls eine Farce. Die dunkellila gefärbten Wolken in der nachfolgenden Karte gleichen eher einer Wetterprognose für kommende Woche denn einem Live-Bild.

Karte: Netzabdeckung der Telekom rund um den Laacher See

Netzabdeckung der Telekom rund um den Laacher See

In der Stadt top, auf dem Land ein Flop

Um etwas vom Spieltag mitzubekommen, blieb uns also nichts anderes übrig, als sich vom See zu entfernen. Wir steuerten den nächsten Ort an. Doch an der Abtei Maria Laach ging ebenfalls nichts. Wir fanden uns langsam aber sicher damit ab, dass wir wohl nichts vom Spieltag und dem möglichen Abstieg des FC mitbekommen werden und wanderten an ein paar Feldern vorbei Richtung Wald. Doch dann: eine Sekunde der Hoffnung. Auf einem Gebiet, das in etwa die Größe einer Briefmarke hat, wählte sich mein Handy ins LTE-Netz von O2 ein und der Moderator erklang. Nur wenige Zentimeter weiter, höher oder tiefer: Edge. Keine Bewegung! So lauschten wir, gemeinsam mit einer Herde Kühe, der Bundesliga-Konferenz und freuten uns, dass wir einen dieser Orte der versprochenen 99 Prozent gefunden haben.

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Doch es ist nicht nur rund um den Laacher See, der zugegeben in einer Senke liegt und für Anbieter wie die Telekom, O2 und Co. nur schwer zu versorgen ist. Es sind auch die Orte drumherum. Ob Glees, Wassenach oder Bad Münstereifel: Zwischen Rhein und dem Eifeler Nationalpark gibt es viele Orte, in denen die Menschen von einer 98- bis 99-prozentigen Netzabdeckung meilenweit entfernt sind.

Auch teure Smartphones bringen nichts

Dieser Kommentar, der sich gegen die Versprechen von Telekom und O2 richtet, wäre wohl nicht zustande gekommen, würden Smartphone-Hersteller wie Apple, Samsung oder OnePlus ein FM-Radio in ihre unfassbar teuren Handys einbauen. Denn damit hätten wir, auch ohne LTE-Netz, einen Radiosender reinbekommen, der zumindest teilweise die Spiele live überträgt. Doch das, was ein 300-Euro-Smartphone kann, können unsere Handys, die insgesamt 2.500 Euro wert sind, nicht.

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