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Telekom & Vodafone legen LTE-Netz zusammen – das steckt dahinter

2.000 Sendemasten von Vodafone will die Deutsche Telekom künftig mitnutzen. Umgekehrt will Vodafone 2.000 Sendemasten der Telekom für ihr Netz einspannen. Das klingt erst einmal nicht spektakulär. Denn schon heute teilen sich alle Netzbetreiber verschiedene Sendemasten. So gehört zum Telekom-Verbund unter anderem eine Firma namens Deutsche Funkturm (DFMG). Sie baut Sendemasten und vermietet sie auch an andere Netzbetreiber.

Doch dieser Deal ist anders. Denn wenn beispielsweise Vodafone einen Sendemast bei der Telekom mietet, baut Vodafone stets eine eigene Antenne und eigene aktive Technik auf. Auch um Strom und die Leitung zum Sender muss sich Vodafone kümmern. Letztlich vermietet die Telekom in diesem Beispiel also nur Stellfläche an Vodafone.

  • Mehr Informationen zur Zusammenarbeit zwischen Telekom & Vodafone

Aktive Technik und Frequenzen werden geteilt

Beim jetzt geschlossenen Deal ist das anders. Denn auf dem Sendemast steht nur von einem der beiden Anbieter aktive Technik. Der andere nutzt diese mit. So wird es künftig vorkommen, dass an einer Bahnstrecke beispielsweise ein Sendemast von Vodafone steht. Die Antennen, die bisher nur LTE von Vodafone übertragen haben, werden aber auch LTE der Telekom transportieren.

Für dich als Kunde ist das nicht zu bemerken. Dein Telekom-Handy wird sich auf dem Vodafone-Sender einbuchen, so als wäre es ein Telekom-Sender. Nur Insider können aufgrund der LTE-Frequenz erkennen, dass das verwendete Netz eigentlich ein Vodafone-Netz ist. Denn: Die Frequenzen stammen immer von dem Anbieter, der den Sender aufgebaut hat.

Verfahren ähnelt dem Roaming, ist aber keines

Rein theoretisch ist die Verfahrensweise ähnlich wie beim Roaming – doch es handelt sich nicht um Roaming. Der Unterschied: Beim Roaming verarbeitet der Netzbetreiber, in dessen Netz das Handy sich befindet, die komplette Abwicklung der Vermittlung und stellt später dem Netzbetreiber des Kunden eine Rechnung für die Leistung. Das Handy des Kunden ist lediglich zu Gast im Fremdnetz. Vergleichbar ist das mit einem Hotelgast in einem Hotel: Das Hotel kümmert sich um alles, am Ende gibt es eine Rechnung.

Beim hier verwendeten Verfahren werden aber nur die Frequenzen und die Antennentechnik mitgenutzt. Das Handy jedoch fühlt sich wie Zuhause. Weder gibt es eine Rechnung für die Vermittlungsleistung, noch meldet sich das Handy als Gast in einem fremden Netz an. Der Vergleich hier: Wohnungstausch auf Zeit.

Das Verfahren würde in Deutschland erstmalig eingesetzt. In anderen Ländern hingegen kommt es schon zum Einsatz. Zwar gibt es in Deutschland auch Gebiete wie Fußballstadien oder U-Bahn-Tunnel, wo die Netzbetreiber beim Ausbau zusammenarbeiten, doch das Verfahren ist ein anderes. Hier werden nur die Antennen geteilt, dennoch baut jeder Anbieter vor Ort aktive Technik auf.

Was habe ich von dem Telekom/Vodafone-Deal?

Es gibt viele Standorte von Sendemasten in Deutschland, die bisher nur die Telekom oder nur Vodafone erschlossen haben. Der jeweils andere Netzbetreiber hat dort keine Technik – und auch kein Netz. Die Kunden haben also keinen Empfang. Das ist gerade entlang von Bundesstraßen, Autobahnen und Bahnstrecken ärgerlich.

Oft stehen diese Sendemasten so ländlich, dass es sich für den jeweils anderen Anbieter nach seiner Kalkulation nicht rechnet, Sendetechnik für mehrere zehntausend Euro auf diesem Mast anzubringen. Also bleibt das Funkloch für die Kunden dieses Anbieters bestehen.

Aufsichtsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen

Wenn aber künftig das zweite Netz einfach zusätzlich auf diesem Netz ausgesendet wird, sind diese hohen Kosten nicht notwendig. Durch die gegenseitige Freigabe von jeweils 2.000 Sendemasten können so in beiden Netzen jeweils 2.000 Funklöcher gestopft werden, ohne dass derart hohe Kosten entstehen. Das gesparte Geld können die Anbieter verwenden, um andere Funklöcher zu stopfen.

Allerdings: Damit dieser Deal, den die Deutschland-Chefs von Vodafone und Telekom unterschrieben haben, auch zustande kommt, gibt es noch Hürden. Denn sowohl die Bundesnetzagentur als auch das Bundeskartellamt müssen zustimmen. Immerhin: Die Bundesnetzagentur hatte in der Vergangenheit durchblicken lassen, dass sie derartigen Zusammenarbeiten generell offen gegenüber steht.

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