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Teure Apps kostenlos? Dein Arzt macht es möglich

Ob bei Rückenbeschwerden, Diabetes oder Tinnitus: Ab sofort dürfen Ärzte Apps verschreiben, die eine Aussicht auf Heilung bieten. Die Kosten für bestimmte Anwendungen für Smartphone und Tablet übernimmt dabei die gesetzliche Krankenversicherung. Damit haben etwa 73 Millionen Versicherte einen Anspruch auf die App auf Rezept, die von Ärzten und Psychotherapeuten verordnet werden kann.

Voraussetzung dafür ist, dass die App ein Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erfolgreich durchlaufen hat. Zudem muss sie im DiGA-Verzeichnis gelistet sein, einem Verzeichnis für erstattungsfähige digitale Gesundheitsanwendungen. Ärzte können also nicht jede App aus dem Play Store und App Store verschreiben. Im DiGA-Verzeichnis gibt es bislang 15 Entwickler, die eine App eingereicht haben oder in Kürze einreichen werden.

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Die Mehrheit will die „App auf Rezept“ ausprobieren

Laut einer Studie vom Bitkom können sich fast 6 von 10 Befragten gut vorstellen, eine solche App zu nutzen. Selbst bei den über 65-Jährigen ist fast jeder Zweite dabei. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, haben Kalmeda und Velibra als erste Gesundheits-Apps das Prüfverfahren beim zuständigen Bundesinstitut durchlaufen. Die Anwendungen seien damit die ersten Apps, die regulär durch die gesetzliche Krankenversicherung erstattet und damit von Ärzten verschrieben werden können.

Bei Kalmeda handelt es sich um eine App, die durch eine Verhaltenstherapie Menschen mit Tinnitus helfen soll. Velibra hingegen richtet sich an Patienten mit Angst- und Panikstörungen und möchte, als „digitaler Psychotherapeut“ herkömmliche Therapien ergänzen.

Apps als Alternative zum Physiotherapeuten?

Doch wie gut können Apps konventionelle Therapien ersetzen? Und wie fortschrittlich sind Arztpraxen in Bezug auf neue Methoden wie die App auf Rezept? Fragen, die sich erst im Laufe der Zeit beantworten lassen werden. Ebenso, ob jene Apps, die Ärzte verschreiben dürfen, nicht nur billige Kopien bereits existierender Gesundheits-Apps sein werden.

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Darüber hinaus bleibt offen, welche Art von Anwendungen Ärzte verschreiben werden können. Von Migräne-Helfern und Blutzucker-Dokumentation-Apps über Diabetes-Kalender und Fitness-Apps hin zu Achtsamkeits- und Meditation-Apps: Die Spanne für Gesundheits-Apps ist unglaublich hoch. Bislang sind nur wenige App-Entwickler dabei. Und diese haben bereits Gesundheits-Apps in Play Store und Co., die Nutzer kostenlos herunterladen können.

So geht es 2021 weiter

Im kommenden Jahr wird in Deutschland das elektronische Rezept eingeführt. Dann musst du mit dem Rezept deines Arztes nicht mehr zur Apotheke gehen, sondern es via Smartphone-App in der Apotheke deiner Wahl einlösen.

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