Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.
Dieser Inhalt wird Ihnen bereitgestellt von inside digital

Überlastung durch E-Autos: Stromnetzbetreiber greifen hart durch

E-Mobilität und vor allem E-Autos liegen voll im Trend – und sollen das auch in Zukunft bleiben. Erkennbar ist das nicht nur an den vielen neuen Elektro-Autos, die regelmäßig vorgestellt werden. Die Bundesregierung unterstützt die Automobilbranche sowie Verbraucher mit einigen Zuschüssen. Doch wie sieht es mit der Kehrseite des Geschäfts aus: Welche möglichen Engpässe und Konsequenzen wird es mit E-Autos geben?

Was bis dato hauptsächlich Schlangestehen an der Tankstelle für Verbrennungsmotoren bedeutet, heißt für Stromnetze bei ladenden E-Autos im schlimmsten Fall vor allem eines: Überlastung. Schließen viele Verbraucher ihre elektrischen Fahrzeuge zeitgleich oder mindestens in einem ähnlichen Zeitraum an die Wallbox, könnte das lokale Stromnetz überlasten oder ausfallen. Ein Problem, finden die Stromversorger.

Drohende Stromnetzüberlastung durch E-Autos

Wie Heise Online berichtet, sollen deutsche Stromversorger zur Vermeidung einer Überlastung des Stromnetzes eine „Spitzenglättung“ vornehmen. Auch das Wirtschaftsministerium soll dahinter stehen. Was bedeutet das? Spitzenglättung meint, dass in Spitzenzeiten – also etwa wie bei der Rush Hour nach Feierabend oder der Happy Hour in Lokalen – weniger Strom abgenommen werden kann oder alternativ dann eine höhere Gebühr für den Stromverbrauch verlangt wird. Zum Beispiel in den Abendstunden, wo wahrscheinlich viele Menschen zuhause sind und ihr E-Auto neu aufladen.

Der Haken: Stromversorger nehmen sich dabei heraus, den Strom autonom für anderthalb bis zu zwei Stunden beim Laden des E-Autos zu unterbrechen. Für unwissende Verbraucher ist das mehr als nachteilig. Vor allem dann, wenn man noch am Abend selbst ein aufgeladenes Auto benötigt.

Spitzenglättung: Gesetzliche Regelungen gefordert

Wie Heise Online Mathias Gabel vom Verteilnetzbetreiber NetzeBW zitiert, wolle man allerdings auch nicht, dass Betreiber zu bestimmten Tageszeiten die Stromversorgung komplett kappen. Stattdessen fordere man schon jetzt eine gesetzliche Regelung der Spitzenglättung. Ziel sei eine Verlässlichkeit des Stromnetzes sowohl für Verbraucher als auch Netzbetreiber, sagt Sebastian Winter vom Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft.

Wer sich als Kunde, der kein E-Auto fährt, vergessen fühlt, der sei beruhigt. Standardkunden sollen ihren Strom in Zukunft wie gewohnt beziehen können. Die gedrosselte Stromzufuhr soll nur bei jenen gelten, die tatsächlich ein E-Auto fahren und eine private Ladestation auf ihrem Grundstück haben. Hier habe der Netzbetreiber dann das Recht, bei drohender Überlastung das Laden auszusetzen. Zum Einsatz sollen an dieser Stelle auch smarte Messsysteme kommen, die die Daten genau im Blick behalten können. Ein entsprechendes Pilotprojekt fand bereits in Baden-Württemberg statt.

Verbraucherzentralen fordern neue Stromtarife

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen meint indes, dass tägliche Abschaltungen keine Option seien. Stattdessen fordert man, das Netzentgelte, die sich an bestimmten Zeiten orientieren, zum Normalfall werden. So hätten Verbraucher deutlich größere Auswahlmöglichkeiten. Außerdem könnte man viele regionale Angebote ausstellen, die zeitgleich mit einem geringeren Netzausbau einhergingen. So könnten E-Autos wie früher Nachtspeicherheizungen in „billigen“ Zeiten Laden und damit auch für mehr Verbrauch dann sorgen, wenn kaum jemand am Netz hängt.

Der Beitrag „Überlastung durch E-Autos: Stromnetzbetreiber greifen hart durch“ erschien zuerst auf inside-digital.de.