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UMTS-Aus: Böse Überraschung für Autofahrer steht bevor

Viele Autos sind heute über sogenannte M2M-SIM-Karten online. Das sind SIM-Karten, die nur zur Kommunikation einer Maschine mit dem Internet dienen. Das beginnt beim Tesla, der sich komplette Firmware-Updates für das Auto per Mobilfunk herunterlädt und endet beim eingebauten Navigationssystem, das nur Echtzeit-Verkehrsinfos braucht. Die Hersteller der Autos und On-Board-Systeme haben dazu mit den Mobilfunkanbietern entsprechende Rahmenverträge geschlossen. Autofahrer haben darauf aber keinen Einfluss. Sie müssen die Verträge auch nicht separat bezahlen.

Wenn im Sommer die UMTS-Netze abgeschaltet werden, dürften zahlreiche Autofahrer aber bemerken, dass die Datenkommunikation ihres Autos deutlich langsamer wird. Denn vor allem etwas ältere Autos haben oftmals noch kein LTE-Modul verbaut. Diese On-Board-Systeme haben dann nur noch Zugriff auf das langsame GSM- oder EDGE-Netz, um Daten zu übertragen.

Vodafone: „Auswirkungen überschaubar“

Oftmals kommt in diesen Systemen das Netz von Vodafone zum Einsatz. Doch der Netzbetreiber hält die Auswirkungen der 3G-Abschaltung auf die mit UMTS-Kommunikationsmodulen ausgestatteten Fahrzeuge für „überschaubar“. Es sei richtig, dass in den vernetzten Fahrzeugen der ersten Generation bei den meisten Autoherstellern und -marken Technik verbaut ist, die im 2G- und 3G-Netz funktioniert. Dabei handele es sich um Autos, die bis 2014 auf den Markt gekommen seien, teilte der Netzbetreiber auf Anfrage von inside digital mit.

Doch die Anzahl der Anwendungen sei gering und „diese übertragen nur sehr kleine Datenmengen“. Dazu gehört einerseits der eCall, der automatische Notruf im Auto. Als weitere Beispiele nennt Vodafone „Remote Services“, bei denen die Autos beispielsweise Kommandos zum Öffnen von Türen empfangen. Auch Anwendungen, die „textbasierte Verkehrsinformationen“ abrufen, gebe es. „Alle diese Dienste funktionieren auch nach der 3G-Abschaltung in Deutschland, da sie abwärtskompatibel sind und dann der Rückgriff auf das 2G-Netz erfolgt“, so ein Konzernsprecher.

Datenintensive Dienste kamen erst mit LTE

Anwendungen, die besonders datenintensiv sind, habe die Autoindustrie erst ab 2014 und damit nach Einführung des LTE-Mobilfunkstandards in ihre Fahrzeuge integriert. Dabei handelt es sich beispielsweise um Firmware- und Software-Aktualisierungen oder Karten-Updates für Navigationssysteme, heißt es von Vodafone.

In diesen Fällen könnten die übertragenen Datenmengen bis zu einem Gigabyte groß sein. Sie werden über das LTE-Netz und zum Teil zu Hause auch über WLAN-Verbindungen transportiert. Die UMTS-Abschaltung hat keine Auswirkungen auf die Breitbanddienste, die vernetzte Fahrzeuge der zweiten Generation (ab 2014) verwenden.

UMTS-Abschaltung internationales Thema

Vodafone betont, dass die 3G-Abschaltung kein Alleingang sei, sondern vielmehr ein internationales Thema. „In Deutschland haben wir sehr lange am 3G-Netz festgehalten“, so das Unternehmen. Da die Mobilfunkstandards weltweit gelten und Autos in alle Märkte verkauft werden, arbeite die Telekommunikationsbranche schon seit Jahren in verschiedensten Gremien eng mit der Automobilindustrie im Hinblick auf die 3G-Abschaltung zusammen, so Vodafone.

Dennoch wird es im Juli wohl vereinzelt Kunden geben, bei denen es länger dauern wird, bis das eingebaute Navi die Verkehrsdaten geladen hat. Eine Umrüstung der Systeme ist nicht möglich. Unsere Anfragen an verschiedene Autohersteller zu diesem Thema blieben unbeantwortet.

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