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Wegen Corona: Steht Netflix vor massiven Einschränkungen?

Grundsätzlich gilt in Deutschland wie im Rest Europas die Netzneutralität. Das heißt, dass kein Dienst benachteiligt oder übervorteilt werde darf, nur weil er beispielsweise mehr zahlt oder einen Vertrag mit einem Anbieter geschlossen hat. Deswegen musste beispielsweise die Telekom ihre Reduzierung beim Stream-On-Video-Streaming auf SD-Inhalte aufgeben. Einschränkungen bei Diensten wie Netflix scheinen also erst einmal schwierig.

Doch gerade in Bezug auf Netflix, dem wohl unumstrittenen Video-Marktführer, mehren sich die Stimmen, wonach es doch Einschränkungen geben kann. Dabei ist ganz klar nicht von einer Abschaltung von Netflix, sondern nur von einer Reduzierung der Datenrate die Rede. Damit einher ginge aber auch eine verminderte Bildqualität. In der Schweiz will man das beispielsweise über Notstandsgesetze realisieren.

Gespräche zwischen EU und Netflix

Wie die Rheinische Post berichtet, hat EU-Kommissar Thierry Breton bereits mit Netflix-Chef Reed Hastings gesprochen. Dabei sei es um Wege gegangen, die Belastung zu senken. Eine Idee: Bei starker Auslastung der Netze soll Netflix die Bildqualität automatisch von HD auf SD-Auflösung herunterschrauben. Ein Stream bräuchte dann nur noch 3 Mbit/s statt 5-8 Mbit/s. Besonders deutlich würde der Effekt, verzichtet Netflix auf UHD-Streams. Hier benötigt ein einzelner Stream 25 Mbit/s.

Nach Angaben der Netzbetreiber in Deutschland gibt es derzeit aber noch keine Netzengpässe. O2 beispielsweise teilt mit, dass man eine Verlagerung und eine Zunahme der Datennutzung im Festnetz- und DSL-Bereich insbesondere während der Arbeitszeit von 8 bis 17 Uhr beobachte. „Denn durch die eingeschränkte bundesweite Mobilität halten sich unsere Kunden vorwiegend zuhause auf, um von dort zu arbeiten oder etwa ihre Kinder zu betreuen.“ Bei der Datennutzung in den Abendstunden sehe O2 hingegen „noch keinen nennenswerten Effekt im Vergleich zu früheren Tagen“.

Die Nutzungssituation ließe sich insgesamt mit einem Tag am Wochenende vergleichen. Bei Vodafone steigt der Datenverkehr im Festnetz um etwa 15 bis 20 Prozent. Probleme sieht Vodafone nach eigenem Bekunden ebenfalls noch nicht. Die Telekom nennt bei der Datennutzung im Festnetz keine Zahlen. Die Bonner verzeichnen aber insbesondere im Festnetz „eine deutliche Zunahme im Bereich des Datenverkehrs und der Menge und Dauer an Telefonaten“. Nahezu gebetsmühlenartig heißt es weiter: „Diese sind aber für das Netz nicht kritisch.

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