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WhatsApp missachtet die Gesetze: Das ist die harte Strafe

Man nutzt WhatsApp, aber andere mischen ebenfalls mit. Nicht nur die neuen Nutzungsbedingungen aus diesem Jahr sorgten für reichlich Verwirrung, wie WhatsApp tatsächlich mit den Nutzerdaten umgeht. Schon vor 2018 bediente sich das Facebook-Unternehmen an einem intransparenten Datenschutzumgang. Deswegen zieht Irland, wo die zuständige Datenschutzbehörde (DCD) für Facebook sitzt, nun die rote Karte und verdonnert den Messenger-Dienst zu einer saftigen Strafe.

WhatsApp muss Rekordstrafe zahlen: Verstoß gegen DSGVO

Wie der irische Rundfunksender RTE berichtet, bezieht sich die nun angesetzte Strafe nicht auf den diesjährigen Fall, sondern auf Untersuchungen, die 2018 starteten. Zu dieser Zeit wurde die DSGVO in Europa verabschiedet, die fortan den Datenaustausch zwischen Privatpersonen und Unternehmen regelt.

Laut der DCD soll WhatsApp vor drei Jahren gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen und die Regeln missachtet haben. Die Konsequenz ist nun eine Rekordstrafe in Höhe von 225 Millionen Euro. Ursprünglich setzte man 50 Millionen Euro Bußgeld an, was durch weitere europäische Datenschutzbehörden in letzter Instanz nach oben korrigiert wurde. Solch eine hohe Strafe verhängte der DCD niemals zuvor. Neben der Strafzahlung ist WhatsApp nun dazu angehalten, den Umgang mit der Datenerfassung neu auszurichten und der DSGVO anzupassen. Der Messenger-Dienst wehrte sich gegen die Strafzahlung und kündigte an, Berufung einzulegen.

Strafe nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

In jüngerer Vergangenheit setzten sich Datenschützer aus ganz Europa immer wieder dafür ein, Facebook und die Datensammelei stark einzuschränken. Sie warfen dabei auch immer wieder den irischen Datenschutzbehörden vor, zu lange mit Verwarnungen zu warten oder Bußgelder zu niedrig anzusetzen.

Der österreichische Datenschützer Max Schrems kommentierte die Maßnahme auf seinem Blog als erfolgreich, übte aber zeitgleich auch Kritik. „Die DSGVO sieht Strafen bis zu einer Höhe von 4 Prozent des Umsatzes vor. Das zeigt, wie funktionsunfähig die DPC ist“, betont Schrems.

Auch der deutsche Datenschutzexperte Ulrich Kelber meldet sich zu Wort. Wie er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, sei die Entscheidung des DCD zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings käme es darauf an, dass Irland nun auch die anderen offenen Fälle zu WhatsApp angeht und eine einheitliche Entscheidung für den europäischen Datenschutz trifft.

Zuletzt hatte der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar im Zuge der neuen Nutzungsbedingungen ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet. Das zielt darauf ab, Facebook das Erheben und Verarbeiten von WhatsApp-Nutzerdaten zu untersagen.

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